Digitalisierungsspiegel

Deutschlands Mittelstand: digitale Pioniere oder analoge Bewahrer?

| Redakteur: Ines Stotz

TÜV Rheinland einen „Digitalisierungsspiegel“ entwickelt: Die rund 30-minütige Online-Befragung gibt mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit einer ersten fundierten Einschätzung ihres laufenden Digitalisierungsstatus.
TÜV Rheinland einen „Digitalisierungsspiegel“ entwickelt: Die rund 30-minütige Online-Befragung gibt mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit einer ersten fundierten Einschätzung ihres laufenden Digitalisierungsstatus. (Bild: ©momius - stock.adobe.com)

Kleine und mittelständische Unternehmen gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Derzeit stehen sie vor der Herausforderung, Schritt zu halten mit dem digitalen Wandel. Die aktuelle Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“ der TÜV Rheinland Consulting vermittelt interessante Einblicke in den aktuellen Status.

Gehören KMU (Klein- und Mittelständische Unternehmen), die in Deutschland noch die meisten Arbeitsplätze schaffen, zu den „Digitalen Pionieren“? Sind sie „Digitale Verfolger“? Hinken sie als „Digitale Nachzügler“ dem Wettbewerb hinterher oder haben sie als „Analoge Bewahrer“ bereits mit Wettbewerbsnachteilen zu kämpfen? TÜV Rheinland wollte es genau wissen und hat deshalb gemeinsam mit Lünendonk & Hossenfelder die Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“ erarbeitet. Sie beleuchtet Fragen, die für mehrere Stakeholder von strategischer Bedeutung sind.

Selbsteinschätzung weicht von den objektiven Ergebnissen ab

Nach den Ergebnissen der Studie ist sich der Mittelstand der gegenwärtigen Transformation sehr wohl bewusst: 60 Prozent der befragten Unternehmen erwarten „starke oder sehr starke Veränderungen für die eigenen Geschäftsmodelle“. 67 Prozent der Unternehmen rechnen mit organisatorischen Veränderungen, unter anderem durch eine neue Verteilung der Führungsverantwortung für Unternehmensbereiche. Rund 30 Prozent der Studienteilnehmer sind „Digitale Pioniere“, 14 Prozent „Digitale Verfolger“ und 24 Prozent „Digitale Nachzügler“. Am anderen Ende der Skala sind mit 32 Prozent die „Analogen Bewahrer“, die deutliche Digitalisierungsrückstände aufweisen.

Dennoch: „Bei den befragten mittelständischen Unternehmen war das digitale Reifegradniveau recht hoch – was bedeutet, dass die evaluierten Organisationen die Entwicklung aktiv gestalten und nicht einfach nur passiv abwarten“, resümiert Prof. Dr. Kai Höhmann, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Consulting GmbH.

Muss die aktuelle Wachstumsstrategie der neuen Entwicklung angepasst werden?

Weil die Frage des digitalen Reifegrads nicht nur einzelne neue Bereiche wie Online-Vertriebskanäle betrifft, sondern das gesamte Unternehmen, ist die Studie ganzheitlich angelegt. Zu beantworten waren mehr als 70 Fragen aus allen Unternehmensbereichen. Ziel war es, herauszufinden, wie es um die Veränderungsfähigkeit der gesamten Organisation bestellt ist und welche Bedeutung die Digitalisierung in den verschiedenen Unternehmensbereichen spielt, angefangen von der Produktion über Vertrieb und Marketing, IT, Logistik bis hin zu Verwaltung und HR. Auch die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie in den einzelnen Bereichen spielte eine Rolle sowie ein Vergleich der Unternehmen untereinander.

Die Antworten sind in erster Linie für die Unternehmen selbst wichtig, die an der Studie teilgenommen haben, denn sie müssen sich im Klaren darüber sein, ob sie ihre Wachstumsstrategien der neuen Entwicklung anpassen müssen. Befragt wurden Geschäftsführer und Führungskräfte von insgesamt 110 Mittelständlern, mit mindestens 50 und mehr als 3000 Mitarbeitern.

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