Burn-Out

Diagnose Burn-Out: Was steckt wirklich dahinter?

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Erschöpfung wird zu Burn-Out

Schon allein die Begrifflichkeit des Burn-Out Wortes bringt Vorteile mit sich. Der Patient hält dies für eine Bezeichnung einer Erkrankung und geht davon aus, dass es sich um eine solche handelt. Es gibt heute zahlreiche Betroffene, welche zum Arzt gehen und sagen, sie leiden an einem Burn-Out. Das Wort Erschöpfung hingegen zeigt weniger Wirkung und ist auch deutlich weniger beliebt, wenn es darum geht den Zustand an sich zu beschreiben. Dies liegt mitunter auch daran, dass über Burn-Out zahlreiche Artikel verfasst wurden, welche den Lesern suggerieren, es handle sich um eine fachlich korrekte Krankheitsbezeichnung. Gerade im Konsens zu den genannten Metaphern steht das Wort Burn-Out besonders dem Begriff Erschöpfungszustand deutlich darüber, denn es greift wirkungsvoller und wirkt intensiver.

Der für den Betrieb eingesetzte Psychologe kann also allein schon wegen der vielseitigen Verbreitung und Verwendung des Begriffes Burn-Out die Diagnose sowie die anschließende Abhilfe nicht mehr ohne weiteres übergehen. Er wird quasi gezwungen entsprechend darauf zu reagieren.

Fördert Arbeit mit Menschen Burn-out-Risiko?

Ein Fließbandarbeiter, zum Beispiel arbeitet hauptsächlich mit der entsprechenden Maschine und dem zu bearbeitenden Werkstück. Dies gilt so zu sagen als eine sozial isolierte Tätigkeit, da er maßgeblich nur mit dem Fließband beschäftigt ist. Jedoch befinden sich in seinem Umfeld auch weitere Mitarbeiter, wie Kollegen, Vorarbeiter und so weiter. Schon allein wegen dieser Komplexität ist er im Grunde genommen nicht tatsächlich sozial isoliert, auch wenn das die Tätigkeit suggerieren möchte. Der Fließbandarbeiter wird mit Sicherheit von den ihn umgebenden Menschen anhand von Reaktionen oder Gesprächen nicht völlig isoliert bleiben. Somit kann auch dies als eine Art Arbeit mit und am Menschen gesehen werden.

Betrachtet man nun andere Berufsgruppen, welche augenscheinlich auf die Arbeit mit und am Menschen spezialisiert sind, wird dieser Fall auch umgekehrt klar. So ist die Verkäuferin im Supermarkt meist deutlich mehr mit der zu verkaufenden Ware beschäftigt, als mit den Kunden an sich, oder die Krankenschwester, welche hauptsächlich in einem sozialen Beruf arbeitet, muss sich deutlich mehr darauf konzentrieren ihre Arbeitsabläufe mit Geräten und medizinischen Hilfsmitteln zu erledigen, als den Kontakt zum Patienten zu suchen. Meist kennt Krankenhauspersonal die in den Zimmer liegenden Patienten nicht beim Namen sondern anhand derer Krankheiten. So liegt das Fünf-Fingerdarm-Geschwür auf Zimmer vier und nicht Herr Maier.

Man kann hier also nicht konkret eine klare Linie ziehen, wenn man es genau betrachtet. Auch ist es so, dass ein Fußballer zu aller erst mit dem Fußball beschäftigt ist und erst danach mit und an der Mannschaft.

Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass die Behauptung: „Bei der Arbeit mit und an Menschen ist Burn-Out insgesamt besonders verbreitet,“ so nicht korrekt zutreffend ist.

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