Ethernet-Profibus-Interface Diagnoseeinheiten überwachen den Datenstrom der Netzwerke im Hafen

Autor / Redakteur: Michiel Kuijer / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Im Hafen von Rotterdam kommunizieren zahllose Feldgeräte in Lastkränen, Transportbändern, Radgräbern und Beladeanlagen via Profibus-Protokoll mit der Steuerung. Sobald sich Störungen der Feldbuskommunikation ankündigen, können sie die Instandhalter des Unternehmens zentral über einen Webbrowser identifizieren und gezielt beheben – dank der Unterstützung durch Turcks Ethernet-Profibus-Interface.

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Raues Automationsumfeld: Mit rund 28 Mio. Tonnen Eisenerz und Kohle gehört die Anlage der EECV zu den größten Massengutumschlagsanlagen Europas
Raues Automationsumfeld: Mit rund 28 Mio. Tonnen Eisenerz und Kohle gehört die Anlage der EECV zu den größten Massengutumschlagsanlagen Europas
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V. (EECV) betreibt im Hafen von Rotterdam eine der größten Massengut-Umschlaganlagen Europas: Auf dem zirka 82 Hektar großen Gelände werden jährlich rund 23 Mio. Tonnen Eisenerz und bis zu fünf Mio. Tonnen Kohle von Seeschiffen gelöscht, zwischengelagert und auf kleinere Transportschiffe für den Transport ins Ruhrgebiet verladen. Größe und Alter der Anlage – seit 40 Jahren wird die Eisenerzanlage stetig modernisiert und erweitert – ist nicht nur für die Logistik eine Herausforderung, sondern auch für die verwendete Automationstechnik in den robusten Lastkränen, Transportbändern, Radgräbern und Beladeanlagen. Weil die Kommunikation zwischen den automatisierten Anlagenkomponenten und der übergeordneten Steuerung ebenso robust und zuverlässig funktionieren muss, setzt EECV seit 2003 auf das Profibus-Protokoll. Glasfaserleitungen müssen Entfernungen von bis zu einem Kilometer überbrücken. Eine sprichwörtlich lange Leitung, die die Feldbuskommunikation anfällig für Störungen macht.

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Bequeme Diagnose des gesamten Netzwerks

Im vergangenen Sommer entstand der Wunsch, die insgesamt 20 Profibus-Netzwerke und alle Teilnehmer zentral zu überwachen, um Störungen gezielt und frühzeitig erkennen und vermeiden zu können. Bei der Suche nach einem leistungsstarken Überwachungs-Tool stießen die verantwortlichen Mitarbeiter des elektrotechnischen Dienstes auf Turcks Ethernet-Profibus-Interface PB-XEPI. Ausschlaggebend für die Entscheidung war vor allem dessen komfortable Diagnosefunktionalität: „Das Ethernet-Profibus-Interface von Turck ist ideal für unsere Zwecke, weil man bis auf Teilnehmerniveau erkennen kann, wo der Fehler liegt“, erklärt John van Hoorn, Arbeitsvorbereiter im elektrotechnischen Dienst des Unternehmens.

Bisher setzt die EECV insgesamt fünf Diagnoseschnittstellen ein, sieben weitere sind bereits eingeplant – und zusätzliche acht Interfaces könnten bald auch in der Kohleanlage zum Einsatz kommen. Die Interfaces leisten einen entscheidenden Beitrag zum vertikalen Kommunikations- und Instandhaltungskonzept vom Büro zu den einzelnen Feldkomponenten. Erstmals kann das Betriebspersonal der EECV die angeschlossenen Profibus-Netzwerke parallel, kontinuierlich und vor allem zentral überwachen. Anders als proprietäre lokale Diagnose-Tools erlaubt das als Webserver agierende PB-XEPI die Fernwartung über einen PC-Webbrowser – die Geräteausstattung oder Teilnehmeranzahl der Anlage spielt keine Rolle: „Man vergibt eine IP-Adresse für das Interface, steckt die Profibus-Kabel auf und es funktioniert“, freut sich van Hoorn über das einfache Handling.

Fehlermeldung per E-Mail

Im Profibus-Netzwerk der riesigen Massengut-Umschlagsanlage sind Turcks PB-XEPI als reine Listener konfiguriert. Ohne eigene Profibus-Adresse überwachen die Diagnoseeinheiten den Datenstrom der Netzwerke, ohne selbst an der Kommunikation teilzunehmen. Im Fall einer Störung der Netzwerk-Kommunikation zeichnet die betreffende Schnittstelle selbstständig eine Fehlermeldung auf oder sendet diese per E-Mail. Über einen mitgesendeten Link kann das Instandhaltungspersonal direkt auf das jeweilige Interface zugreifen und Detailinformationen und konkrete Handlungsanweisungen abrufen.

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Dank systemunabhängiger Kommunikation über das weltweit verbreitete Ethernet-Protokoll und integriertem Webserver sind für die volle Diagnosefunktionalität weder spezielle Software noch Lizenzen erforderlich, ein Webbrowser reicht völlig aus. Van Hoorn konnte schon öfter von der intelligenten Fehlererkennung profitieren und Ausfälle vermeiden: „Vor einiger Zeit hat ein PB-XEPI Wiederholungstelegramme – so genannte Repeats – aus einem alten Anlagenteil angezeigt. Von meinem Büro konnte ich die Störmeldung einsehen und das Kabelstück ersetzen lassen, noch bevor eine größere Störung entstanden ist.“

Michiel Kuijer, Account Manager Process-Automation, Turck Niederlande in Zwolle

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