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Fernwartung Die Bandbreiten adaptiv managen

| Autor / Redakteur: Felix Sittner, Markus Krauß* / Reinhard Kluger

Es heißt „Adaptive Management and Security System“ (AMS) und kombiniert unterschiedlich Dienste für die industrielle Fernwartung. Dafür ist nur ein zentraler Zugangspunkt erforderlich, über den auch die abgesicherte Verbindung aufgebaut wird.

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Elastizität der einzelnen Dienste.
Elastizität der einzelnen Dienste.
(Bild: ZfT)

Maschinenhersteller liefern ihre Technologie heutzutage an Kunden weltweit aus. Dies führt gerade in den Schwellenländern dazu, dass für die Reparatur und Wartung Personal mit unterschiedlichstem Ausbildungsstand zuständig ist. Im Fehlerfall muss oft ein Experte der Herstellerfirma eingeflogen werden, was zu langen Stillstandszeiten führt. Mit dem Ausbau der weltweiten Datennetze kann ein großer Teil dieser Reisen vermieden werden: Durch die Bereitstellung spezieller Tools für die industrielle Fernwartung kann auch einem entfernten Experten ein guter Einblick in die Produktionsumgebung des Kunden vermittelt werden. Mit Hilfe von Technologien wie Videostreaming, Chat, Dateitausch und Augmented Reality (AR) Einblendungen kann so der Servicekraft des Kunden, angepasst an den jeweiligen Ausbildungsstand, interaktiv Unterstützung geboten werden. Das im Projekt MainTelRob am Zentrum für Telematik e.V. (ZfT) entwickelte „Adaptive Management and Security System“ (AMS) stellt eine spezielle Kombination an Diensten für die industrielle Fernwartung bereit. Es benötigt nur einen zentralen Zugangspunkt zur Anlage des Kunden, baut eine abgesicherte Verbindung auf und weist während der Fernwartung jedem Dienst adaptiv und prioritätsbasiert einen Teil der zur Verfügung stehenden Netzwerkressourcen zu. Im Folgenden wird die Top-Down Entwicklung des AMS beschrieben.

In enger Zusammenarbeit mit Braun/P&G

Die Anforderungsanalyse erfolgte in enger Zusammenarbeit mit unseren industriellen Partnern Reis Robotics und Braun/P&G. Beim Sondermaschinenhersteller Reis Robotics wurden umfassende Interviews mit den Fernwartungsexperten geführt, auf deren Basis wir einige gewünschte Technologien und Use Cases identifizieren konnten. Zudem hat das ZfT Wartungsvorgänge und Arbeitsroutinen bei Braun/P&G begleitet und dokumentiert. Im Gespräch mit den Wartungstechnikern vor Ort wurden ebenfalls gewünschte Hilfestellungen, Werkzeuge und Dienste aufgenommen. Der Experte befindet sich im Teleservice-Zentrum von Reis Robotics in Obernburg. Er hat eine Fernwartungsumgebung mit Telekommunikationsverbindung zur Verfügung. Damit kann er sich zum Produktionsstandort des Kunden verbinden, auf die entfernte Anlagensteuerung zugreifen sowie mit dem Service-Techniker über dessen mobile Umgebung kommunizieren. Am Produktionsstandort des Kunden arbeitet der Roboter des Herstellers. In diesem Fall ist dies die Firma Braun/P&G Werk Marktheidenfeld. Dort befinden sich der Roboter und ein lokales Condition Monitoring (in der Steuerung). Der Service-Techniker des Kunden arbeitet direkt vor Ort, unterstützt durch die Wartungssoftware auf seinem mobilen Device. Damit kann er auch auf den Roboter und die Steuerung zugreifen.

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