Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Vernetzung Die Fertigung korrigiert sich von selbst

| Redakteur: Carina Schipper

Vor 30 Jahren stellte das erste schnurlose Festnetztelefon eine Errungenschaft dar. Die Informations- und Kommunikationstechnologie erlebt heute immer schneller neue Quantensprünge. Seit kurzem steigen Maschinen in den Dialog mit ein.

Firmen zum Thema

Die Maschine wechselt abhängig von den Informationen, die das Produkt mitbringt, automatisch ihre Werkzeuge.
Die Maschine wechselt abhängig von den Informationen, die das Produkt mitbringt, automatisch ihre Werkzeuge.
(Bild: Weidmüller)

Haupttreiber von Industrie 4.0 sind die großen Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Maschinen können direkt, ohne die Schnittstelle Mensch Informationen austauschen. Unsere Gesellschaft unterliegt einem demographischen Wandel und richtet sich stärker global aus. Wissen konzentriert sich nicht nur auf die großen Industrienationen, sondern verteilt sich weltweit. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen nimmt ab und Klimaschutz gewinnt an Bedeutung. Technologische Entwicklungen schreiten immer schneller voran. Aus diesen Megatrends leitet Dr. Jan Stefan Michels, Vice President Standard and Technology Development bei Weidmüller, eine Reihe von wachsenden Bedürfnissen ab. Unternehmen müssen die Flexibilität steigern und individuell nach Kundenwunsch produzieren. Dabei kommt es auf Effizienz und Ressourcenschonung an. Ausfallzeiten sollen sich verkürzen. Prozesse verlangen nach mehr Sicherheit. Hersteller müssen die Bedienbarkeit ihrer Maschinen verbessern. Die Technik soll Arbeitsabläufe bereichern. Industrie 4.0 bringe verschiedene Schlüsseltechnologien mit, die helfen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Vor allem Vernetzung und Digitalisierung fielen dabei ins Gewicht, so Michels.

6 Technologien für die Fabrik der Zukunft

Beide Faktoren bringen eine Fülle an Informationen mit sich. Automatisierungskomponenten verfügen über Kommunikationsschnittstellen. Die Anknüpfungspunkte vernetzen Geräte in einer Fabrik und innerhalb der Wertschöpfungskette. Über Dienste in diesem Netzwerk stehen Geräte,- Prozess und Zustandsinformationen zur Verfügung. Softwareanwendungen kombinieren diese Informationen, um einen Mehrwert und letztendlich einen Kundennutzen hervorzubringen. Die vernetze Fabrik der Zukunft basiert auf dem Zusammenspiel von sechs Technologiearten: Kommunikationstechnologie, Elektronik, Mikrosystemtechnik, Auto-ID, Software und Mensch-und-Maschine-Schnittstellen. Anschließend definierte Weidmüller sechs Anwendungsfelder. Dazu gehören flexible Fertigung, Condition Monitoring und Diagnose, Product Life Cycle Management, Energiemanagement, Cloud Services, sowie Plug & Produce. Zusammen mit den Universitäten Paderborn und Bielefeld sowie dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie in Paderborn entwickelte das Unternehmen eine Lösung für die Selbstoptimierung von Stanz-Biege-Maschinen, die Unregelmäßigkeiten im Produktionsprozess eigenständig ausgleicht. Die selbstkorrigierende Fertigung, die im Projekt Self-X-Pro entstand, fußt auf hochpräziser Messtechnik und der intelligenten Vernetzung der Maschinen untereinander.