Standardisierung Die IEC 61131 fasst auch in China Fuß

Autor / Redakteur: (klu) / Reinhard Kluger

Die IEC 61131 hat sich in der Automation durchgesetzt. Über noch offene Baustellen und künftige Entwicklungen informiert Eelco van der Wal, Managing Direktor der PLCopen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die IEC 61131 gilt wie kein anderer Standard als Erfolgsgeschichte in der Automation. Wo aber hat die PLCopen noch offene Baustellen zu schließen? Oder: was sind die aktuellen Aufgaben, an denen man gerade arbeitet?

Wir arbeiten gerade an Vereinbarungen zum Austausch von Informationen via PLCopen XML und daran, wie sich weitere Tools an die IEC 61131 ankoppeln lassen, wie UML, Daten für die Elektroplanung, zur Versionskontrolle und Dokumentierungswerkzeuge. Desweiteren spezifizieren Arbeitsgruppen Vorschriften für Safety - Sicherheit für Maschinen und für den Personenschutz. Besonderes Augenmerk richten wir auf Benchmarking-Prozesse, um die Performance unterschiedlicher Systeme besser vergleichen zu können. Und, ganz wichtig: Motion Control, hier arbeiten wir intensiv am Teil 4 – Interpolation.

Wie hat sich die IEC 61131 in anderen Ländern durchgesetzt? Wie sieht die Situation in Japan, in China aus?

Der IEC-Standard gilt seit zwei Jahren auch in Japan als akzeptiert. Obwohl die Japaner auf die Programmiersprache Ladder setzen, gibt es noch genügend Potenzial um den Einsatz der IEC 61131 in Japan steigern zu können. Auch in China gilt die IEC 61131 als ein Standard, den man gut akzeptiert. Hier gilt es jedoch, den Chinesischen Automatisiereren mehr Wissen über die IEC 61131 zu vermitteln und sie weiterhin intensiv zu schulen. Den Nutzen der IEC 61131 müssen wir noch vermehrt propagieren.

Kürzlich fand in Manchester das Motion Control Meeting der PLCopen statt. Was gab es an aktuellen Entscheidungen und wie wirken sich diese aus?

Wie gesagt, ganz wichtig für uns sind derzeit die Arbeiten und Abstimmungen zum Teil 4 der Motion Control-Spezifikation, insbesondere der Möglichkeiten, die die Interpolation bietet. Dass heißt, mehrere Achsen müssen koordiniert zusammen arbeiten können, gänzlich ohne Master/Slave-Verfahren. Damit näheren sich die Aufgaben bald schon einer Komplexität, wie sie die Robotik und Verfahrenstechnik fordert.

Die IEC 61131 ist für SPS-basierte Automatisierung konzipiert, wie aber sieht es mit verteilter Steuerungstechnik aus, wie sie die IEC 61499 beschreibt? Ein Standard, der derzeit erneut wieder in den Fokus rückt. Auch eine Aufgabe für die PLCopen?

Die Marktakzeptanz verteilter Systeme scheint noch immer gering zu sein. Zwar hat die PLCopen als Organisation schon mehrmals versucht, hier Entwicklungen voranzutreiben, wir stießen dabei aber auf wenig Resonanz im Markt. Vielleicht ändert sich dies in der Zukunft. Noch behaupten sich bei der Diskussion ‚Zentral versus Dezentral‘ eher die zentral strukturierten Ansätze. Aber auch hier gibt es Veränderungen. So kann die IEC 61131 jetzt mehrere Prozessoren in ein System einbinden, immerhin ein erster dezentraler Ansatz. Darauf kann die IEC 61499 aufsetzen, zwar mit ihrem höheren Niveau hinsichtlich der Abstraktion und Verteilung. Aber vielleicht ist sie auch zu hoch, zu abstrakt?

PLCopen

Tel. +31(0)418 541139

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