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Fahrer-Assistenz-Systeme

Die Kamera, die denkt und lernt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Wissenschaftler der Hochschule Ravensburg-Weingarten entwickeln eine Kamera, die selbstständig Objekte erkennt und klassifiziert. Mithilfe der Kamera könnten bald Smartphones mit Gesten gesteuert werden.

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Die intelligente Kamera besteht im Kern aus Silicium und kann deshalb enorm verkleinert werden.
Die intelligente Kamera besteht im Kern aus Silicium und kann deshalb enorm verkleinert werden.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ein Hindernis auf der Straße zu erkennen, ist für die Kameras heutiger Fahrer-Assistenz-Systeme kein Problem. Zu erfassen, um was genau es sich dabei handelt, hingegen schon. Wissenschaftler der Hochschule Ravensburg-Weingarten entwickeln derzeit eine 3D-Kamera, die Objekte sicher und eindeutig identifizieren können soll.

Kamera erkennt und klassifiziert autonom Objekte

Die Wissenschaftler vereinen die Fähigkeiten einer 2D- mit einer einer 3D-Kamera.
Die Wissenschaftler vereinen die Fähigkeiten einer 2D- mit einer einer 3D-Kamera.
( Bild: Simone Müller/Hochschule Ravensburg-Weingarten )

Zwei Teams arbeiten an dem Projekt Smart3D. Ein Team ist für Optik und Hardware zuständig. Das Team um Professor Eberhardt entwickelt und baut eine Kamera, die zwei Eigenschaften vereint: die hohe Auflösung der 2D-Technologie und die präzise Objekterkennung einer 3D-Kamera. Eine Software macht die Datenfusion möglich. Unterstützt werden die Wissenschaftler vom in der Region ansässigen Sensorspezialisten IFM.

Das zweite Team kümmert sich um den nächsten Schritt: Die Verarbeitung der hochaufgelösten 3D-Daten. Das funktioniert mit der „Deep Learning“-Methode. Vereinfacht gesagt, bringt dieses Verfahren der 3D-Kamera das Denken bei. „Diese Methode ermöglicht, dass die Kamera die Objekte auf den hochaufgelösten 3D-Bildern automatisch klassifizieren kann“, erklärt Ertel. Ob es sich bei dem Hindernis auf der Straße um einen Menschen oder eine Mülltonne handelt, könne so zweifelsfrei festgestellt werden.

Einsatz in Müllfahrzeugen und Smartphones möglich

In einer ersten Anwendung soll die 3D-Kamera in Müllfahrzeugen eingesetzt werden und ein autonomes Greifen der Mülltonne ermöglichen. Da die smarten Kameras im Kern aus Silicium bestehen, können sie extrem verkleinert werden. Damit könnten die Kameras beispielsweise in Smartphones oder Tablets eingesetzt werden. Dann könnte man die Geräte auch mit Gesten steuern. (kj)

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