Roboter

Die nächste Generation wird als „Robotic Natives“ heranwachsen

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Wird die Montage der Schwerpunkt für MRK-Anwendungen sein?

Ja, wir sehen großes Potenzial in der Montage, da viele Montageprozesse in der Automobilindustrie nur wenig automatisiert sind. Werker müssen dort viele unergonomische und monotone Tätigkeiten verrichten, wie Überkopfarbeiten oder das Hineinkriechen in Karosserien. Allerdings sehen wir Anwendungsmöglichkeiten von sensitiven Robotern in nahezu allen Gewerken vom Presswerk, Rohbau und Lack über die Endmontage bis hin zum Aggregatebau.

Welche weiteren Anwendungen und welche Branchen haben Sie für die Mensch-Roboter-Kooperation im Fokus und wie groß schätzen Sie das Potenzial?

Die Automationslösung Flex-Fellow, basierend auf dem LBR iiwa, ermöglicht weitere Einsatzgebiete, die weit über die konventionelle Industrierobotik hinausgehen. So können beispielsweise die Mitarbeiter in einer Großküche oder einem Krankenhausbetrieb von der flexiblen und mobilen Roboterapplikation profitieren. Dort kann der sensitive Helfer monotone und belastende Arbeiten wie das Ein- und Ausräumen von Essenstabletts am Ende eines Portionierbandes übernehmen. Der Vorteil: Das Krankenhauspersonal überlässt den ergonomisch ungünstigen Vorgang dem flexiblen Assistenten und kann sich somit anderen Aufgaben widmen. Wir glauben, auch in der Servicerobotik noch großes Automationspotenzial zu haben.

Welche Rolle spielt das Thema Mobilität bei der Mensch-Roboter-Kooperation?

Die Mobilität ist ein entscheidendes Kriterium, um flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können. Das Stichwort lautet Robot-Farming. Es handelt sich dabei um ortsflexible Robotereinheiten, die nach Bedarf an ihren Einsatzort gebracht werden können. Bedarfe sind beispielsweise der Ausgleich von Produktionsschwankungen oder Krankenstand. Solche Einheiten sind skalierbar und flexibel einsetzbar und reduzieren somit das Investitionsrisiko. Mit dem Flex-Fellow haben wir einen solchen ortsflexiblen Helfer, der für eine wandlungsfähige Produktion sorgt. Dies ermöglicht unseren Kunden, bei Modellanläufen und -ausläufen, aber auch bei Stückzahlschwankungen aufgrund von Marktanforderungen verschiedener Modelle, entsprechend zu reagieren.

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft. Wann denken Sie, werden Mensch und Roboter wie selbstverständlich Hand in Hand zusammenarbeiten?

Fabriken, wie wir sie heute noch kennen, werden sich in Zukunft gravierend verändern. Wir stehen vor einem Umbruch, in der wandelbare und dynamische Fabriken zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden. Wir rechnen damit, dass bereits die nächste Generation als „Robotic Natives“ heranwachsen und einen selbstverständlichen Umgang mit Robotern im Alltag haben wird.

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