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Rohde & Schwarz Mixed-Signal-Oszilloskope

Die neue Einsteiger-Klasse bietet mehr als ein einfaches Oszilloskop

| Autor/ Redakteur: Dr. Peter Koch * / Hendrik Härter

Mit dem R&S HMO1002 wird der Markenname Rohde & Schwarz erstmals in einem neuen Preissegment sichtbar. Das HMO1002 kombiniert nicht nur durchdachte Funktionen mit bekannter Qualität: Auch beim Preis geht der Hersteller keine Kompromisse ein.

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(Foto: Rohde & Schwarz )

Das neue Mixed-Signal-Oszilloskop der Einstiegsklasse ist mit Bandbreiten von 50, 70 und 100 MHz erhältlich und wartet mit hoher Waveform-Update-Rate und vertikaler Empfindlichkeit auf. Bei einer Speichertiefe von 1 MPts arbeitet es lüfterlos mit einer Samplingrate von 1 GSa/s. Ein Mustergenerator dient Embedded-Entwicklern als sinnvolle Unterstützung. Dazu sind eine Reihe cleverer Funktionen für den Bildungssektor integriert sowie einige Komfort-Tools für den Einsatzbereich Wartung und Service.

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Seit vielen Jahren steht der Name Rohde & Schwarz für High-End-Messtechnik. Hameg ist dagegen für praxisnahe und verlässliche Geräte im unteren Preissegment bekannt. Spannend wird daher die Antwort auf die Frage sein, wie sich die Vermählung beider Philosophien in dieser neuen Serie niederschlägt. In diesem Preissegment sehr ungewöhnlich: Das R&S HMO1002 wurde in Deutschland entwickelt und wird in Europa produziert. Insofern überzeugt das Gerät auf den ersten Blick mit bekannt solider Qualität und kompaktem Design.

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Interview mit Roland Steffen von Rohde & Schwarz: „Wir wollen bezahlbare Messtechnik mit optimaler Performance anbieten“

Neben einem neuen Oszilloskop wird es eine neue Stromversorgung geben – alles unter dem Label Rohde & Schwarz. Wird Hameg komplett vom Markt verschwinden?

Die Firma Hameg wird nicht verschwinden, sondern bleibt als eigenständiges Unternehmen erhalten. Es wird mittelfristig keine Produkte mehr geben, die Hameg auf der Frontplatte tragen. Wir haben beschlossen, neue Produkte nur noch unter dem Label Rohde & Schwarz auf den Markt zu bringen. Die bestehenden Produkte werden schrittweise umgestellt. Einzelne Produkte, die ohnehin schon fast das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben, werden wir wahrscheinlich nicht mehr umstellen. Damit stärken wir unsere internationale Positionierung und wollen unsere außereuropäischen Umsätze steigern. Hameg als Marke ist hauptsächlich in Europa und in Deutschland bekannt. Mit der Umstellung auf das Label mit Rohde & Schwarz setzen wir auf einer weltweit bekannten Marke und werden nicht mehr mit asiatischen Anbietern in einen Topf geworfen. Das haben die Produkte von Hameg nicht verdient.

Hameg bediente als Marke das untere Preissegment und war/ist vor allem in Deutschland etabliert. Wie wird Hameg künftig in Erscheinung treten?

Die grundsätzliche Ausrichtung von Hameg hat sich seit der Übernahme durch Rohde & Schwarz nicht geändert. Wir wollen bezahlbare Messtechnik mit optimaler Performance anbieten. Das bedeutet nicht, dass wir operativ nichts geändert haben. So werden die Hameg-Produkte seit einigen Jahren bei Rohde & Schwarz gefertigt. Als Mitglied der Familie Rohde & Schwarz hat Hameg Zugriff auf die technologischen Möglichkeiten eines Großunternehmens und kann Produkte realisieren, die sie als Einzelunternehmen nicht finanzieren könnte.

Erwarten Sie Einbußen beim Umsatz, wenn Hameg nicht mehr als Marke auftritt? Wie werden Sie sich künftig positionieren?

Nein, wir erwarten eher eine Steigerung. Zuletzt trugen unsere Geräte ein Dual-Logo. Zudem haben wir eine weltweite Value-Instruments-Initiative, bei der ein attraktives Portfolio an Universalmessgeräten im unteren Preissegment gebündelt ist und über zusätzliche Vertriebskanäle vermarkten wollen. Solch eine konzertierte Aktion kann man nicht mit zwei unterschiedlichen Marken bestreiten, sodass langfristig alle Geräte unter einem einheitlichen Namen laufen werden.

Wie wird die künftige – auch technologische – Zusammenarbeit aussehen?

Die künftige Zusammenarbeit wird sich nicht ändern. Wir kooperieren jetzt schon sehr intensiv. Das fängt bei einer abgestimmten Produkt-Roadmap an, geht über die gemeinsame Definition von Gerätekonzepten und Produkteigenschaften, der Auswahl von Schlüsselkomponenten und Lieferanten, bis hin zur gemeinsamen Entwicklung und dem Austausch von Softwaremodulen sowie anwendungsspezifischen ICs.

Das Display des komplett lüfterlosen Oszilloskops nimmt etwa 40% der Gerätegröße ein und ist dabei sehr gut ablesbar. Bei den Leistungsdaten sind eindeutig die Samplingrate von 1 GSa/s in Echtzeit sowie die Speichertiefe von 1 Mpts hervorzuheben. Für ein Messinstrument im dreistelligen Preissegment unüblich ist die gemessene, echte vertikale Empfindlichkeit von bis zu 1 mV/Div. Die Regel sind hier 4 mV/Div, die dann durch Extrapolation auf eine scheinbar höhere Empfindlichkeit hochgerechnet werden. Ein Verfahren, dass beispielsweise auch beim Digitalzoom heutiger Kompaktkameras genutzt wird, um mit niedriger auflösenden Sensorchips und günstigeren Optiken auszukommen.

Mehr Leistung dank des Options-Vouchers

Ein praktisches Konzept hat Hameg bereits unlängst mit so genannten Upgrade-Vouchern eingeführt. Das ist unter anderem auch beim R&S HMO1002 verwirklicht: Im Kern handelt es sich darum, Messgeräte auch lange nach dem Kauf in ihrer Funktion erweitern zu können. Den Voucher für die gewünschte Option gibt es beim Händler zu kaufen. Die individuelle Voucher-Nummer wird gemeinsam mit der Seriennummer des aufzurüstenden Geräts auf einer speziellen Webseite eingegeben. Der Kunde erhält daraufhin sofort den entsprechenden Lizenzschlüssel. Über die USB-Schnittstelle am Gerät eingespielt, lässt sich so aus einem 2-Kanal-Oszilloskop mit einer Bandbreite von 50 MHz in eines mit 70 oder 100 MHz verwandeln.

Für diese Geräteklasse ungewöhnlich verfügt das Messgerät serienmäßig über eine Mixed-Signal-Funktionalität. Analoge und digitale Signale lassen sich gleichzeitig messen und auswerten. Typisches Beispiel aus der Praxis ist die Integration von Analog-Digital-Convertern (ADC) oder Digital-Analog-Convertern (DAC). Hier erlaubt es die Mixed-Signal-Technologie, Latenzzeiten mit einfacher Cursor-Messung zu bestimmen. Der separat erhältliche Logiktastkopf R&S HO3508 ist nicht an ein Gerät gekoppelt und kann mit allen Oszilloskopen der HMO-Serie verwendet werden. Für die Kommunikation zwischen Embedded-Systemen und der Außenwelt ist im R&S HMO1002 eine hardware-unterstützte Signaltriggerung und -dekodierung der gängigsten Protokolle I²C, SPI, UART, CAN oder LIN integriert. Eine Freischaltung dieser Protokolle ist ebenfalls über das Options-Voucher-Konzept möglich.

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