Wasseraufbereitung

Die Potenziale für mehr Effizienz und Stabilität sind noch lange nicht ausgereizt

13.02.2009 | Redakteur: Wolfgang Leppert

Gut 60 Teilnehmer folgten dem Ruf der bayerischen Cluster Umwelttechnik, Sensorik und Mechatronik nach Nesselwang
Gut 60 Teilnehmer folgten dem Ruf der bayerischen Cluster Umwelttechnik, Sensorik und Mechatronik nach Nesselwang

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Etwa 3.000 kommunale sowie zusätzlich zahlreiche industrielle Anlagen klären allein in Bayern das Wasser. Sie müssen rund um die Uhr stabil laufen und zugleich möglichst kostengünstig sein, wozu neben entsprechend effizienten Verfahren gerade auch die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik beitragen kann. Rund 60 Experten informierten sich darüber unlängst auf Initiative der bayerischen Cluster Umwelttechnologie, Sensorik und Mechatronik in einem Workshop bei Endress+Hauser Wetzer in Nesselwang.

Gut 450 Mitarbeiter beschäftigt das bereits 1872 gegründete und im Jahr 1976 von der Endress+Hauser-Gruppe übernommene Unternehmen am Standort Nesselwang sowie an weiteren Betriebsstätten in Italien, den USA, China und Japan sowie Südafrika. Innerhalb der Gruppe ist E+H Wetzer der Spezialist für Entwicklung und Produktion von Temperatur-, Registrier- und Systemtechnik mit Fokus auf Anwendungen in der Prozessindustrie. Etwa 15 Prozent der Belegschaft beschäftigt sich ausschließlich mit Innovationen, weshalb über ein Drittel des Umsatzes mit Produkten erzielt wird, die nicht älter sind als drei Jahre. Hohe Ansprüche an die eigene Qualität und Zuverlässigkeit führten — neben den einschlägigen Zertifizierungen — bereits zu diversen renommierten Auszeichnungen.

Prof. Franz Bischof: Die Kläranlage der Zukunft kann als Energieproduzent punkten
Prof. Franz Bischof: Die Kläranlage der Zukunft kann als Energieproduzent punkten

Ein ideales Ambiente auch für Prof. Franz Bischof von der Hochschule Amberg-Weiden, um seine Ideen für die Kläranlage der Zukunft vorzustellen. Neue Ansätze dafür seien schon deshalb nötig, weil bestehende Anlagen mit steigenden Energiekosten zu kämpfen hätten, ohne selbst einen monetären Wertschöpfungsbeitrag zu liefern. „Eine Abwasserreinigungsanlage produziert zwar Nährstoffe und Wasser, was aber keiner kaufen will“, so Prof. Bischof. Beim Thema Energie sei dies jedoch ganz anders. Dabei sei die Einsparung von Energie durch Betriebsoptimierungen zwar wichtig, aber nur ein Teilaspekt. Denn durch neue Verfahren und Technologien könnte eine relevante Biogasproduktion entstehen, wodurch die Anlagen als neue Energielieferanten deutlich mehr Bedeutung erhielten. Dies erfordere jedoch nicht nur weitere verfahrenstechnische Entwicklungen, sondern stelle auch an die gesamte Mess- und Regeltechnik neue Anforderungen.

Was wiederum schon heute in der Prozessindustrie machbar ist, verdeutlicht für Reiner Weber, Abteilungsleiter Marketing Automatisierung bei Endress+Hauser in Weil am Rhein, der neue Standard WirelessHART. Seine Vorteile — von der Daten- und Übertragungssicherheit über entsprechende Einsparungen bei der Verkabelung oder der problemlosen Einbindung von Feldgeräten verschiedener Hersteller bis zum Wegfall diverser E/A-Komponenten — habe Endress+Hauser u.a. bei einem Netzwerktest in der eigenen Produktion verifiziert. Jedoch werde WirelessHART die verdrahtete HART-Technik nicht ersetzen sondern ergänzen, betont Reiner Weber.

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