Sigmatek

Die Tempomacher - Mit dem Kunden als Partner immer eine Nasenlänge voraus

30.04.2009 | Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Als Zulieferer für seine Kunden bezeichnet sich der österreichische Hersteller von kompletten Automatisierungssystemen für den Maschinen- und Anlagenbau Sigmatek bescheiden. Dass dahinter aber wesentlich mehr steckt, zeigt sich an einer außergewöhnlichen Kundenbindung – die wiederum ganz besonderen Produkten und einer speziellen Unternehmensphilosophie entspringt.

Gehören Sie bereits zu den energiebewussten Menschen, die sich ihre Fenster mit moderner Thermoverglasung einbauen ließen? Vielleicht heizen Sie zuhause mit Pellets? Bestimmt haben Sie aber schon einmal einen Mars-Riegel gegessen? Dann hatten Sie mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal Berührung mit einem innovativen Salzburger Unternehmen. „Es gibt kaum jemanden in Europa, der nicht mit unseren Produkten zu tun hat“, sagt Andreas Melkus, Gründer und Geschäftsführer von Sigmatek. Denn die Steuerung beim Verpacken der Mars-Riegel läuft mit Elektronik des österreichischen Herstellers von Automatisierungstechnik. Ob Pelletsheizungen, Glaserzeugung, Spritzgussmaschinen, Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie, bis hin zu Messsystemen für die Luft- und Raumfahrt – meist steckt dessen geballtes Steuerungs-Know-how dahinter. Der Fokus liegt dabei im Serienmaschinenbau in zahlreichen Branchen.

Andreas Melkus, Geschäftsführer Entwicklung und Vertrieb, Sigmatek: „Unsere Vision ist es, für unsere Kunden ein kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen zu sein.“
Andreas Melkus, Geschäftsführer Entwicklung und Vertrieb, Sigmatek: „Unsere Vision ist es, für unsere Kunden ein kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen zu sein.“

Dabei tritt das Sigmatek-Logo beim Endverbraucher nicht einmal in Erscheinung. „Wir verstehen uns lediglich als Zulieferer, aber wir pflegen eine intensive Partnerschaft mit unseren Kunden“, betont der Sigmatek-Chef bescheiden. Diesen Punkt identifiziert er gleichzeitig als einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben eine Vision, nämlich ein kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen zu sein, der den Maschinenbauer von der Konzeption seiner Anwendung, über das Engineering bis hin zur ersten Inbetriebnahme beim Enduser begleitet. Das hat zu sehr engen Kundenbindungen geführt.“ Dass da etwas dran sein muss, ist nicht von der Hand zu weisen – der Mittelständler hat eine Vielzahl an langjährigen und loyalen Kunden.

Produktionsstart im Schlafzimmer

Ein perfekter Applikationssupport ist für Sigmatek als lösungsorientierter Systemanbieter ein wichtiger Teil der Erfolgsstrategie
Ein perfekter Applikationssupport ist für Sigmatek als lösungsorientierter Systemanbieter ein wichtiger Teil der Erfolgsstrategie

Der Start erfolgte am 1. Februar 1988 im Schlafzimmer der Familie Melkus durch Andreas Melkus und Theodor Kusejko. „Da der Raum am leichtesten auszuräumen war, haben wir dort mit unserer Produktionsstätte begonnen“, erzählt Melkus – selbst mit Herz und Seele Entwickler — schmunzelnd. Erste Produkte wurden für die Firma Blum aus Vorarlberg entwickelt, später Antriebselektronik für die Dentaltechnik. Es folgte der Einstieg in die Kunststoffbranche durch die Firma Wittmann, später auch Demag und Krauss-Maffei.

Mit seinen Entwicklungen hat Sigmatek bis heute wesentlich zum heutigen Stand der Automatisierungstechnik beigetragen: So setzte das Unternehmen – als erstes in der Branche - 1993 den CAN-Bus zur Vernetzung in der Automatisierung ein. „Wir haben einfach, ohne viel Aufhebens, den CAN-Bus in unser Modas SPS-System integriert, die Preise gleichgelassen und plötzlich haben die Kunden angefangen, verteilte Intelligenzen zu bauen, da waren wir sehr weit vorne im Markt“, erinnert sich der Bus-Spezialist.

Das Dias-System von 1995 war im nächsten Schritt das erste eigene Bussystem für die Vernetzung von I/O-Modulen — und mit einer Übertragungsrate von elf Megabit pro Sekunde, bzw. mit mehr als 2,5 Mio. I/Os pro Sekunde, für viele Jahre das schnellste Netzwerk in der Automatisierung. „Damals waren wir allerdings der Meinung, das geheim halten zu müssen, um uns zu differenzieren. Doch damit hatten wir bereits eine Geschwindigkeit erreicht, von der die neuen Techniken vor kurzem noch träumten“, so der Automatisierungs-Pionier.

 

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