Rechenzentren

Digitale Transformation fordert zeitgemäße Verkabelungsstrukturen

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Warum klare Strukturen essenziell sind

Rechenzentren haben die Aufgabe, den durchgängigen Betrieb von IT-Anwendungen auf Mainframes und Servern sowie die Datenhaltung und Sicherung auf Speichersystemen sicherzustellen. Der möglichst unterbrechungsfreie Betrieb unternehmenskritischer IT-Anwendungen ist essenziell. Denn ohne ERP-Systeme, Produktionsanwendungen in Industrieunternehmen, Datenbanken, Büroanwendungen und deren Betriebssysteme läuft in der modernen Geschäftswelt rund um den Globus nichts mehr. Rechenzentren müssen aber auch den Zugang zu öffentlichen Kommunikationsnetzen, zu Cloud-Providern und nicht zuletzt zum Internet sicherstellen.

Klare Strukturen sind das A und O für den reibungslosen Ablauf in Rechenzentren. Grundlage dafür ist das ISO-OSI-Siebenschichten-Referenzmodell. Es definiert die Anwendung als oberste Priorität. Den ersten Layer, also die erste Schicht des Referenzmodells, bildet die physikalische Infrastruktur, die den Datentransport übernimmt. Dazu zählen neben der IT-Verkabelung auch die Komponenten wie etwa Layer-l-Switches. Die IT-Verkabelung ist für die Verfügbarkeit von Applikationen elementar. Um es auf den Punkt zu bringen: Ohne funktionierende IT-Verkabelung sind keine IT-Anwendungen verfügbar. Die fatale Folge wäre, dass Geräte wie Server, Switches und Speicher nicht mehr miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Die Verarbeitung, Bereitstellung und Sicherung der Informationen wäre ebenfalls nicht möglich. Dieses Szenario belegt, welche entscheidende Rolle die Verkabelung als Gerüst der Unternehmens-IT spielt.

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Warum gewachsene Strukturen schwächeln

IT-Verantwortliche sehen sich heute allerdings damit konfrontiert, dass die IT-Verkabelungen vielfach an ihre Grenzen stoßen. Historisch gewachsen, können vorhandene Infrastrukturen heutige Anforderungen wie hohe Kanaldichten, hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und den unterbrechungsfreien Hardware-Austausch nur schwer oder gar nicht mehr erfüllen. Die Strukturierung von IT-Verkabelungen sowie deren sorgfältige und vorausschauende Planung und Dokumentation sind daher grundlegende Aufgaben eines Rechenzentrumsbetreibers. Auch gesetzliche Grundlagen wie Basel II oder SOX fordern eine durchgehend stringente Transparenz.

Für die Rechenzentrums-IT-Verkabelung gelten die Normen DIN EN 50600-2-4 (mit Referenz auf DIN EN 50173-5), ISO/IEC 24764 und für den US-amerikanischen Bereich TIA-942 (Tier-Klassifizierung). Diese Normen sind entstanden, um die Forderung nach der Festschreibung einer strukturierten, anwendungsneutralen IT-Verkabelung auf der Basis einheitlicher Standards zu erfüllen. Daraus resultieren auch die Empfehlungen, eine moderne IT-Verkabelung redundant auszulegen, um die Betriebssicherheit eines Rechenzentrums auf hohem Niveau sicherzustellen.

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