Digitalisierung
Mit reverse Digitalization werden Bestandsanlagen smart

Von Uwe Scherf Global Senior Advisor IIoT, Wika 5 min Lesedauer

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Bestehende Anlagen lassen sich mit der reverse Digitalization kostensparend digitalisieren. Sie bewahrt Investitionen (CAPEX), wenn sie vollumfänglich, individuell und herstellerunabhängig erfolgt. Wie funktioniert das Konzept?

Sensoren in Bestandsanlagen, zum Beispiel am Hafen, lassen sich ohne Austausch smart machen. (Bild:  © kosssmosss – stock.adobe.com)
Sensoren in Bestandsanlagen, zum Beispiel am Hafen, lassen sich ohne Austausch smart machen.
(Bild: © kosssmosss – stock.adobe.com)

Ratten können eine Plage sein. Das weiß der Betreiber eines großen Getreidespeichers im Hamburger Hafen nur zu gut. Er hat deshalb mehr als 130 Fallen an den neuralgischen Punkten auf dem Firmengelände aufgestellt. Deren Erfolg ließ sich in der Vergangenheit nur auf eine Weise ermitteln: Ein Mitarbeiter musste täglich einen Kontrollgang unternehmen. Damit ist nun Schluss: Die Überwachung der Rattenfallen erfolgt mittlerweile über einen Sensor. Er meldet via Funkeinheit, wo ein Nager gefangen sitzt oder ob einer der ungebetenen Besucher wieder ausgebüxt ist und die Falle neu aktiviert werden muss. Die Rattenfänger des Unternehmens können mit dem Schädlingsbekämpfungsmanagement nun gezielt reagieren und vergeuden keine Zeit mehr mit Leerfallen.

Die Betriebskosten verbessern

Dieses Beispiel zeigt: Die Digitalisierung bestehender Anlagen über eine IIoT-Infrastruktur kann die Sicherheit der Verfahren, die Laufzeiten der Maschinen und die Betriebskosten (Operational Expenditures, Abkürzung: OPEX) auf vielschichtige Weise verbessern. Die Transformation ist angesichts des Ausmaßes vieler Produktionsstätten eine gewaltige Aufgabe, nicht nur technisch. Sie hat auch einen ökonomischen Aspekt, der über die Kosten des Wandels hinausreicht.