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Industrieroboter Drei Finalisten für Robotics Award nominiert

| Redakteur: Katharina Juschkat

Roboter, die Pfannen polieren und ein Aufbau, der herkömmliche Industrieroboter zu mobilen CNC-Fräsroboter umwandelt: Die Finalisten für den Robotics Award stehen fest.

Im Jahr 2017 gewann der Software-Spezialist Flexstructures GmbH den Robotics Award. Flexstructures setzte sich mit seiner Softwarelösung IPS Robot Optimization gegen die weiteren Nominierten Mayser GmbH & Co. KG sowie die ETA OPT GmbH durch.
Im Jahr 2017 gewann der Software-Spezialist Flexstructures GmbH den Robotics Award. Flexstructures setzte sich mit seiner Softwarelösung IPS Robot Optimization gegen die weiteren Nominierten Mayser GmbH & Co. KG sowie die ETA OPT GmbH durch.
(Bild: Deutsche Messe)

Auf der Hannover Messe wird er vergeben, der begehrte Robotics Award, den die Deutsche Messe AG zum achten Mal dieses Jahr auslobt. Dem Gewinner winken 10.000 Euro. Drei Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen sind noch im Rennen um den Award:

  • Drag&Bot, ein Automatisierungsunternehmen aus Stuttgart, entwickelt eine Programmier-Plattform, mit der Industrieroboter unterschiedlicher Hersteller intuitiv programmiert und bedient werden können.
  • Das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM stellt ein System zum Fräsen von Großbauteilen vor, mit dem Standard-Industrieroboter zu mobilen CNC-Fräsrobotern aufgerüstet werden können.
  • Die Heinz-Berger-Gruppe, Spezialist für Schleif- und Poliertechnik aus Wuppertal, ist für eine Prozesskette aus Roboterzellen nominiert, die als Poliersystem für Töpfe und Pfannen eingesetzt wird.

Programmier-Plattform für alle Roboter

Der Automatisierer Drag&Bot schafft es mit einer Programmier-Plattform unter die Top 3. Diese Plattform ermöglicht es, Industrieroboter unterschiedlichster Hersteller intuitiv zu programmieren, zu bedienen und flexibel einzusetzen. Eine cloudbasierte und graphische Oberfläche kann von überall genutzt werden. Zudem ist die Software für alle relevante Hardware und Software erweiterbar. Die Bedienung erfordert weder Roboter- noch IT-Know-how. Daher können mit dieser Lösung Industrieroboter auch in kleinen Stückzahlen wirtschaftlich eingesetzt werden. Aktuell wird die Anwendung bei den neuen Robotern von Festo getestet.

Aufbau wandelt Roboter zu mobilen CNC-Fräsroboter

Das Fraunhofer-Institut IFAM beeindruckte die Jury mit einem System zum Fräsen von Großbauteilen, mit deren Hilfe Standard-Industrieroboter zu mobilen CNC-Fräsrobotern aufgerüstet werden können. Ein modularer Aufbau des mobilen Systems auf einer hochsteifen fahrbaren Plattform (AGV) sowie die Integration von Technologien zur Genauigkeitssteigerung zeichnen diese Lösung aus. Das mobile und flexible System ermöglicht eine hochproduktive Präzisionszerspanung und kann so platzraubende Portalanlagen ersetzen. Ein geringes Investitionsvolumen und eine gesteigerte Produktivität können vor allem in Großbauteilfertigung oder im industriellen Formenbau genutzt werden. Auf der Hannover Messe wird der mobile CNC-Roboter auf dem Stand von Siemens in Halle 9 zu sehen sein.

Roboterzellen, die Töpfe polieren

Die Heinz Berger Gruppe überzeugte die Jury mit einer Prozesskette aus Roboterzellen, die als Poliersystem für Töpfe und Pfannen eingesetzt wird. Die insgesamt 33 vollständig interagierenden und miteinander vernetzten Roboteranlagen führen vollautomatisierte Werkstück- und Werkzeugwechsel durch. Eine intelligente Interaktion der Zellen und Aufteilung der einzelnen Produktionsschritte ermöglicht eine hoch flexible und effiziente Produktion kleiner Losgrößen. Durch eine integrierte Industrie-4.0-Schnittstelle mit IP-basierten Protokollen lässt sich die Anlage weltweit steuern und überwachen. Die Anlage wird bereits im Produktionseinsatz in Wuppertal betrieben.

Ergänzendes zum Thema
Die Jury des Robotics Award
  • Prof. Alin Albu-Schäffer, Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • Marc Brosig, Leiter Anlagensystemtechnik, Volkswagen AG
  • Prof. Norbert Elkmann, Geschäftsbereichsleiter Robotersysteme am Fraunhofer IFF
  • Werner Götz, Chefredakteur und Mitglied des Managementboards der Konradin Mediengruppe
  • Olaf Katzer, Leiter Berufsausbildung und Weiterbildung im Konzern Volkswagen AG sowie Geschäftsführer Technik und technische Schulungen in der Robotation Academy
  • Prof. Tobias Ortmaier, Leiter des Instituts für Mechatronische Systeme an der Leibniz Universität Hannover
  • Franz Vogt, Maintenance, SMP Deutschland GmbH

Gesucht wurden Produkte, Projekte und technologische Innovationen, die einen innovativen Beitrag zu robotergestützten Lösungen im Bereich industrielle Automatisierung, mobile Roboter oder autonome Systeme leisten.

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