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Interview zur Elektromobilität in Garmisch-Partenkirchen E-Mobile Alternativen im ländlichen Raum weiterentwickeln

| Redakteur: Sariana Kunze

Dr. Christoph Ebert, Koordinator der Modellkommune Elektromobilität Garmisch-Partenkirchen, spricht über die Forschung und Weiterentwicklung von e-mobilen Alternativen im ländlichen Raum.

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Forschung und Weiterentwicklung e-mobiler Alternativen im ländlichen Raum.
Forschung und Weiterentwicklung e-mobiler Alternativen im ländlichen Raum.
(e-GAP)

Auf der Konferenz zur Elektromobilität Ende Mai hat Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal betont, am Ziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 festhalten zu wollen. Wie sieht Ihre persönliche Vision von Elektromobilität im Jahr 2020 aus?

Eine Million Elektroautos bis 2020 sind ein ambitioniertes Ziel, aber letztendlich stellen sie nur einen ersten wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung von Elektromobilität dar. Meine Vision ist, dass wir bis 2020 eine gute Vernetzung verschiedenster E-Mobilitätsformen erreicht haben, die auf die unterschiedlichen Nutzerbedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind. Ich denke da an den öffentlichen Nahverkehr, Car-Sharing-Angebote aber auch an private Elektroautos. Gerade auf kürzeren Strecken und in urbanen Gebieten wird auch der Umstieg aufs Fahrrad mit oder ohne Unterstützung noch komfortabler und damit selbstverständlicher sein. Entscheidend ist, durch positive Erlebnisse mit elektromobilen Fahrzeugen ein Umdenken in Fragen des eigenen Mobilitätsverhaltens anzustoßen.

Im Zusammenhang mit der Elektromobilitäts-Konferenz wurden erneut die derzeitigen Nachteile von Elektroautos thematisiert: zu teuer in der Anschaffung, zu kurze Laufzeiten, zu wenig Ladestationen. Was muss Ihrer Meinung nach unternommen werden, um Elektromobilität attraktiver zu machen?

Zunächst einmal muss das Erlebnis E-Mobilität auf einer viel breiteren Ebene erfahrbar gemacht werden. Denn Elektromobilität hat eben nicht nur etwas mit Vernunft und Nachhaltigkeit zu tun, sondern auch mit Spaß. Wenn man das erste Mal das Gefühl der elektrischen Fahrunterstützung beim Fahrradfahren oder das vollkommen neue Fahrgefühl in einem Elektroauto erlebt, bekommt man das sprichwörtliche Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Diese Erlebnisse müssen durch Konzepte wie Car-Sharing-Angebote mit E-Mobilen möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden.

Nur so kann letztendlich die notwendige Nachfrage entstehen, die dann zu einer verbesserten Infrastruktur, sinkenden Preisen und mehr Innovation führt.

Vor fast genau einem Jahr wurde das Projekt e-GAP ins Leben gerufen, dessen Koordinator Sie sind. Wie sieht Ihre Arbeit dort konkret aus?

Mit e-GAP haben wir Garmisch-Partenkirchen nicht nur zu einer Plattform für angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität gemacht, sondern versuchen auch, Elektromobilität in einer der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands erlebbar zu machen. Die Zielsetzung lautet, die Ansätze aus dem ganzheitlichen Elektromobilitätskonzept im Projekt so weiter auszugestalten, dass sich sinnvolle Ansätze umsetzen und integrieren lassen. Industrie- und Forschungseinrichtungen arbeiten künftig vor Ort in acht verschiedenen Projekten eng zusammen, um die einzelnen Bausteine eines elektromobilen Konzepts zu erforschen. Insgesamt sind rund 20 Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen aktiv. Dazu gehören unter anderem BMW, Audi, GE, Continental, die DB, die TU München, Fraunhofer IAO, Universität Passau und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Unsere Aufgabe ist es, die einzelnen Forschungsfelder zu koordinieren und zu begleiten. Betreut wird e-GAP vom Kompetenzzentrum Elektromobilität, welches beim Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit und Technologie angesiedelt ist.

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