Wärmemanagement

EBM-Papst spricht von Rekordumsatz

| Redakteur: Sandra Häuslein

Gegenüber dem Vorjahr (1,570 Mrd. €) wuchs EBM-Papst um 7,0 % und konnte seine weltweit führende Marktposition ausbauen.
Gegenüber dem Vorjahr (1,570 Mrd. €) wuchs EBM-Papst um 7,0 % und konnte seine weltweit führende Marktposition ausbauen. (Bild: EBM-Papst)

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Auf der Jahrespressekonferenz hat EBM-Papst seine Unternehmenszahlen offengelegt. Mit einem Umsatzerlös von 1,680 Mrd. Euro wächst der Ventilatoren- und Motorenhersteller 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,570 Mrd. Euro). In zwei Jahren will das Unternehmen die 2-Mrd.-Euro-Hürde knacken. Dafür soll die Kundenstruktur in Asien und den USA ausgebaut in in Europa gefestigt werden.

Die EBM-Papst Unternehmensgruppe spricht beim Geschäftsjahr 2015/16, das am 31. März zu Ende gegangen ist, von einem neuen Rekordumsatz. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Mulfingen erreichte einen Umsatzerlös von 1,680 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr (1,570 Mrd. Euro) wuchs EBM-Papst damit um 7 Prozent. Damit will das Unternehmen seine weltweit führende Marktposition ausbauen.

Die positive Unternehmensentwicklung zeigt sich auch in der Anzahl der Arbeitsplätze. EBM-Papst beschäftigte zum Geschäftsjahresende weltweit 12.553 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 11.954 /+599).

Höchste Summe der Firmengeschichte investiert

Hans Peter Fuchs, Gruppengeschäftsführer Finanzen und Controlling der EBM-Papst Unternehmensgruppe, betont: „Wir konnten durch eine Vielzahl an Neuentwicklungen unsere Technologie- und Marktführerschaft ausbauen und unseren Umsatz deutlich steigern. Zum Ausbau unserer Kapazitäten und damit zur Ermöglichung weiteren Wachstums haben wir mit 137 Mio. Euro die höchste Summe der Firmengeschichte investiert.“

Für das seit 1. April laufende Geschäftsjahr 2016/2017 plant die EBM-Papst Gruppe einen Umsatzzuwachs von 9,3 Prozent auf 1,836 Mrd. Euro. Im Bereich der Mitarbeiterzahl rechnet EBM-Papst aufgrund der Beteiligung am Elektronikspezialisten Ikor (ca. 780 Mitarbeiter) mit einer Erhöhung um 7,9 Prozent auf 13.550. Es werden Wachstumsimpulse aus Asien und Amerika erwartet. In Europa und Deutschland hingegen wird mit moderatem Wachstum gerechnet.

Einen Meilenstein hat sich das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018/2019 vorgenommen. Denn in zwei Jahren will EBM-Papst einen Umsatz von 2 Mrd. Euro erzielen.

Neuausrichtung „Struktur 2020“

Angepasst an die wachsende Unternehmensgröße und um eine positive Unternehmensentwicklung auch künftig zu sichern, arbeitet EBM-Papst an einer Neuausrichtung der Gruppe im Rahmen des Projekts „Struktur 2020“.

Thomas Borst, Gruppengeschäftsführer Vertrieb und Marketing der EBM-Papst Unternehmensgruppe, erläutert dazu: „Wir gehen diesen Weg, um den stärker werdenden globalen Markt- und Kundenstrukturen Rechnung zu tragen und mit Schnelligkeit, Flexibilität und hoher technischer Kompetenz unsere Nähe zu den Kunden weiter zu stärken.“

Die EBM-Papst Geschäftsstruktur baut auf drei Säulen auf. Der industriellen Lufttechnik, der Automotive/Antriebstechnik sowie der Hausgeräte/Heiztechnik. Die industrielle Lufttechnik nimmt mit 62 Prozent (1,046 Mio. Euro) weiterhin den größten Anteil am Umsatz ein, gefolgt von dem Bereich Hausgeräte/Heiztechnik mit 22 Prozent (360 Mio. Euro) und Automotive/Antriebstechnik mit 16 Prozent (274 Mio. Euro).

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2015/16 baute EBM-Papst seine Technologieführerschaft weiter aus. Themenschwerpunkte in Forschung und Entwicklung lagen in den Bereichen Aerodynamik, Aeroakustik, energieeffiziente Produktkonzepte sowie dem Ausbau der Elektronik- und Systemfähigkeit. Die Ausgaben wurden um 9,5 % auf 104 Mio. € (Vorjahr 95 Mio. Euro) erhöht und sollen im laufenden Geschäftsjahr leicht gesteigert werden.

Zu den Technologietrends erklärt Dr. Bruno Lindl, Gruppengeschäftsführer Forschung und Entwicklung der EBM-Papst Gruppe: „Wir sehen in verschiedenen Bereichen – wie Aerodynamik und Aeroakustik – noch weitere Entwicklungspotenziale, die wir in Zusammenarbeit mit externen Forschungsinstituten nutzen wollen. Ein weiteres wichtiges Thema wird die Forschungsarbeit im Bereich ‚Industrie 4.0‘ sein.“

Weiterhin arbeitet EBM-Papst zusammen mit der Hochschule Heilbronn an der Gründung eines Instituts für elektrische Antriebe am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn. „Mit der Investition von rund 3,5 Mio. Euro in Wissenschaft und Bildung wollen wir den Hochschulstandort stärken“, sagt Dr. Bruno Lindl: „Die Ausrichtung des an die Hochschule angegliederten Instituts wird die angewandte – und damit praxisnahe – Forschung sein.“

Rekordinvestitionen – Kapazität schaffen

Im vergangenen Geschäftsjahr investierte EBM-Papst eine Rekordsumme von 137 Mio. Euro (Vorjahr 105 Mio. Euro) in die Erweiterung seiner Kapazitäten. Thomas Wagner, Gruppengeschäftsführer Produktion und Materialwirtschaft: „Die hohen Investitionen waren aufgrund der gestiegenen Nachfrage an Ventilatoren und Motoren dringend notwendig geworden. Mit unserem Investitionsprogramm setzen wir in Deutschland ein Signal zur langfristigen Sicherung der Standorte.“

  • Am Standort Mulfingen-Hollenbach startete im September 2015 der Bau eines Versandzentrums. Mit der Fertigstellung des Baus wird gegen Ende des Jahres gerechnet.
  • An der Unternehmenszentrale in Mulfingen wurde zudem mit der Planung eines Neubaus für die Forschungs- und Entwicklungs- sowie Verwaltungsbereiche begonnen.
  • Nach einer Bauzeit von zwölf Monaten eröffnete EBM-Papst im März 2016 den ersten Bauabschnitt seines Werksneubaus in St. Georgen-Hagenmoos. Rund 5 Mio. Euro wurden in den Neubau für die Elektronikfertigung mit einer Fläche von 3800 m² investiert. Dabei erfolgte die Grundsteinlegung für einen zweiten Bauabschnitt mit 10.500 m² und einer Investitionssumme in Höhe von 15 Mio. Euro.
  • Im Oktober 2015 eröffnete EBM-Papst sein zweites Produktionswerk am Standort Landshut. An dem neuen Standort werden überwiegend Produkte für den Heiztechnikbereich produziert.
  • In die Erweiterung der osteuropäischen Standorte in Ungarn und Slowenien flossen im Geschäftsjahr Investitionen im Umfang von 6 Mio. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr plant EBM-Papst Investitionen in Höhe von 192 Mio. Euro.

Erhöhung der Systemfähigkeit durch Zukäufe

Zum 01. Januar 2016 erwarb EBM-Papst eine Mehrheitsbeteiligung an dem spanischen Elektronikspezialisten Ikor mit Standorten in Spanien, Mexiko und China. Ikor beschäftigt rund 780 Mitarbeiter. Thomas Wagner: „Ein weiterer Grund für den Zukauf waren die globalen Standorte der Elektronikfertigung. Somit gelingt es uns zukünftig noch besser, ‚local for local‘ – im Markt für den Markt – zu produzieren. Außerdem partizipieren wir am technologischen Know-hows Ikors auf dem Gebiet der Industrie 4.0.“

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