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Energiemarkt Eigenerzeugung sichert Flexibilität

| Redakteur: Carina Schipper

Portfolio-Management 2.0 ist laut Energy2market (e2m) mehr als langfristige Strombeschaffung. Die Industrie erhält sich durch eigene Energieproduktion, beispielsweise über Blockheizkraftwerke (BHKW) die Flexibilität.

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Steigende Stromkosten treffen laut e2m besonders produzierende Unternehmen.
Steigende Stromkosten treffen laut e2m besonders produzierende Unternehmen.
(Bild: woodleywonderworks, CC BY 2.0, flickr.com)

Andreas Keil, Gründer sowie Geschäftsführer des Energiehändlers und Direktvermarktungsdienstleiters erklärt, dass die Industrie mit Mut zu neuen Partnerschaften und verändertem Verhalten bei der Strombeschaffung durch eine kurzfristige Reaktion auf die Preissignale des Strommarkts zusätzliche Erlöse abschöpfen kann: „Die in der Vergangenheit übliche langfristige Strombeschaffung ist aus heutiger Sicht nicht optimal. Für industrielle Verbraucher hält die Gesamtoptimierung den Schlüssel zum Erfolg bereit. Denn die intelligente Nutzung von Energieeffizienz und Eigenerzeugung führt zu Flexibilitäten im Abnahmeverhältnis, die eine ideale Voraussetzung für die Nutzung neuer Erlöschancen im Handelsmarkt darstellen.“

Portfolio-Management 2.0: Gesamtoptimierung ist die Kombination aus Interaktion mit Handels- und Regelmärkten sowie Eigenerzeugung

An diesem Punkt greift das Konzept des Leipziger Unternehmens. „Gesamtoptimierung bedeutet, dass industrielle Verbraucher über die Schnittstelle e2m mit den Handels- und Regelmärkten interagieren unter Zuhilfenahme unserer 24/7-Handelskapazitäten und unseres Virtuellen Kraftwerks (VKW), das wir mit einer Gesamtleistung von 3.500 MW betreiben. Dabei wird die Energieerzeugung mit KWK (Kraft-Wärme-Kopplung), Power-to-Heat-Anlagen, Speichern und EEG-Anlagen ebenso berücksichtigt wie die Option, durch flexible industrielle Lasten und Prozesse bzw. über die Optimierung des Strombedarfs an den Marktchancen zu partizipieren“, veranschaulicht Keil.

Industrie profitiert von Flexibilität als Erzeuger

Steigende Stromkosten treffen heute insbesondere produzierende Unternehmen, die nicht zu den klassischen energieintensiven Industrien zählen, so e2m. Das gilt beispielsweise für Betriebe der Fleischverarbeitung und Lebensmittelindustrie, aber auch Unternehmen der Textil- oder Pharmaindustrie. Die Stromkosten stellen für diese überwiegend mittelständischen Unternehmen ein schwerwiegendes Problem dar. An erster Stelle steht dann die Nutzung der Stromeinsparpotenziale. In einem zweiten Schritt hält verstärkt die Eigenversorgungslösung zum Beispiel mit BHKW (Blockheizkraftwerke) Einzug. Keil spricht von ungenutzten Potenzialen zur Stromkostenreduzierung in der Industrie: „Die Eigenstromversorgung bietet wesentlich bessere Optionen für die Nutzung zusätzlicher Erlösquellen aufgrund von Flexibilitäten als die eigentlichen Produktionsprozesse, da diese nur eingeschränkt zu regeln sind. Bei der Eigenversorgung sehen wir ein Szenario als besonders vorteilhaft an, bei dem der eigene Strombedarf zu 100 Prozent abgedeckt wird und Energy2market als Schnittstelle zum Handelsmarkt preisgetrieben im 15 Minuten-Rhythmus eine Make-or-Buy-Entscheidung im Auftrage des Kunden trifft.“ Grundvoraussetzung für diese kurzfristigen Reaktionen ist die Online-Verfügbarkeit aller relevanten Daten sowie die Definition des Flexibilitätsbands, in dem sich e2m als Dienstleister bewegen darf. Das bedeutet, dass der Dienstleister der übergeordneten Prozesssteuerung folgt und damit negative Einflüsse auf die Produktivität der industriellen Kernprozesse beim Kunden ausgeschlossen sind.

Bild: Bild: woodleywonderworks, CC BY 2.0, flickr.com

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