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Lineartechnik Ein Baukasten für Handlingsysteme erleichtert Konstruktion und Montage

| Redakteur: Ute Drescher

Im Baukastensystem camoLINE fasst Rexroth aufeinander abgestimmte Linearsysteme, Motoren sowie pneumatische Minischlitten, Drehmodule und Greifer zusammen. Über formschlüssige Verbindungen erreicht dieses System dauerhaft Genauigkeiten im Basisaufbau.

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Schnell kombiniert Mit diesem Baukasten für Handlingsysteme lassen sich pneumatische und elektromechanische Komponenten leicht kombinieren.
Schnell kombiniert Mit diesem Baukasten für Handlingsysteme lassen sich pneumatische und elektromechanische Komponenten leicht kombinieren.
( Archiv: Vogel Business Media )

Greifen, Anheben, Drehen, Positionieren und Ablegen: So einfach sich die Aufgaben von Handlingsystemen beschreiben lassen, so anspruchsvoll ist die konkrete Umsetzung. Da sie für die jeweilige Anwendung auf Maß geschneidert sein müssen, konnte der Konstrukteur bisher nur selten komplette Module wie in anderen Maschinenbaubereichen einsetzen.

Gerade das Automatisieren von Handlingeinrichtungen gehörte bislang zu den am wenigsten standardisierbaren Aufgaben in der Konstruktion. Um die vielfältigen, individuellen Anforderungen umzusetzen, mussten die Anwender bislang verschiedene Komponenten unterschiedlicher Hersteller – mit variierenden Schnittstellen – und teilweise selbst gefertigter Verbindungstechnik kombinieren und konstruieren.

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Linear- und Mechanikkomponenten zusammengefasst

Dieses Dilemma will Rexroth mit dem Baukastensystem camoLINE lösen. Hier sind die Linear- und Mechanikkomponenten zusammengefasst, die die häufigsten Handlingaufgaben abdecken. Der große Vorteil: Der Anwender kann elektromechanische sowie pneumatische Achsen nahezu unbegrenzt miteinander kombinieren und über eine innovative Verbindungstechnik schnell realisieren. Damit entfällt ein Großteil des Konstruktions- und Montageaufwands für Pick-and-Place-Anwendungen sowie Linien- und Flächenportale.

Beim Basisaufbau vereinfachen zweireihige Zentrierbohrungen in einem einheitlichen Rastermaß in den bis zu 4000 mm langen Aluminium-Profilstreben die gesamte Konstruktion. Über Zentrierringe verbindet der Anwender die einzelnen Komponenten des Baukastens direkt oder über darauf abgestimmte Verbindungstechnik formschlüssig und ohne Justagearbeiten.

Stützelemente in Winkelform vereinfachen dabei die präzise Montage auf den Unterbau. Die formschlüssigen Verbindungen schaffen eine dauerhaft präzise Grundkonstruktion als Voraussetzung für hohe Produktivität und Zuverlässigkeit. Damit entfällt vor allem das zeitaufwändige Ausrichten der einzelnen Elemente. Gerade bei Handlingsystemen mit hohen Präzisionsanforderungen ersetzt dieses System aufrund der formschlüssigen Verbindungstechnik bislang notwendige Adapterelemente.

Profilkonstruktionen nehmen Linearachsen auf

Die Profilkonstruktionen nehmen direkt oder über standardisierte Verbindungsstücke mit Zentrierringen formschlüssig die Rexroth-Linearachsen auf. Dabei hat der Anwender bei identischen Anschlussmaßen die freie Wahl zwischen pneumatischen oder elektrischen Antriebseinheiten. Die elektromechanischen Linearmodule der Compact-Baureihe stehen mit den Antriebsarten Kugelgewindetrieb, mit hoher Positioniergenauigkeit sowie Zahnriemen, für hohe Verfahrgeschwindigkeiten, zur Verfügung.

Die Compact-Module bieten hohe Tragzahlen und Steifigkeit durch zwei im Aluminiumgehäuse integrierte Kugelschienenführungen. Für den einfachen Motoranbau über Zentrierung und Befestigungsgewinde am Antriebskopf bietet der Hersteller genau auf die Linearsysteme abgestimmte, standardisierte Schnittstellen für die Motoren sowie den Anbau von Riemenvorgelege oder Planetengetriebe.

Die Servomotoren IndraDyn des Herstellers in Schutzart IP65 kombinieren kompakte Bauformen mit hoher Dynamik. Die mit absolutem Hiperface Multiturn-Geber ausgerüsteten Motoren verlieren auch nach Spannungsabschaltung nicht die absolute Achsposition. Damit entfallen Referenzierfahrten beim Neustart. Der Anwender kann alle Motoren, je nach Anforderung, mit und ohne Haltebremse ordern.

Aktoren runden den Baukasten ab

Leistungsfähige pneumatische Aktoren, ebenfalls zur direkten Montage vorbereitet, runden den Baukasten ab und übernehmen zahlreiche handlingtypische Aufgaben. Die Minischlitten mit zwei Antriebszylindern und vielseitigen Möglichkeiten für die Befestigung an weitere Handhabungskomponenten sind im abgestimmten Hubraster lieferbar.

Die kraftvollen Drehmodule zeichnen sich durch die präzise und belastungsfähige Lagerung des Drehflansches aus. Die pneumatischen Parallel-, Winkel- und Radialgreifer decken fein abgestuft ein breites Spektrum von Anforderungen ab. Über standardisierte Schnittstellen kann der Anwender die pneumatischen und elektrischen Achsen nahezu frei kombinieren und damit für jede Achse eine jeweils technisch und wirtschaftlich sinnvolle Antriebstechnologie einsetzen. Einheitliche Schnittstellen und die neue Verbindungstechnik beschleunigen die Inbetriebnahme.

Das Produktprogramm camoLINE vereinfacht den gesamten Prozess. Der Baukasten ermöglicht in dieser Leistungsklasse erstmals die Standardisierung und eröffnet darüber hinaus viele Möglichkeiten für nachträgliches Umrüsten und Anpassen an veränderte Aufgaben. Für Maschinenhersteller reduziert sich der Aufwand für maßgeschneiderte Handlingsysteme von der aufwändigen Einzelkonstruktion hin zur Montage von standardisierten Komponenten.

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