Bionischer Handlings-Assistent Ein Helfer für alle Lebenslagen

Redakteur: Sariana Kunze

Vom Elefantenrüssel inspiriert geht Festo mit dem Bionischen Handling-Assistenten neue Wege für eine völlig gefahrlose Kooperation zwischen Mensch und Maschine.

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Der bionische Handling-Assistent von Festo ist für den Einsatz im Krankenhaus bestens geeignet Bilder: Festo
Der bionische Handling-Assistent von Festo ist für den Einsatz im Krankenhaus bestens geeignet Bilder: Festo
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Bionische Handling-Assistent ist ein leichtes, frei bewegliches „Dritte Hand“-System, das auch bei direktem Kontakt zwischen Maschine und Mensch keine Gefahren mehr birgt. Denn im Falle einer Kollision - ob gewollt oder unabsichtlich - kommt die natürliche Nachgiebigkeit zum Tragen: zum einen, weil der Assistent aus leichtem Kunststoff und nicht aus Metall besteht. Zum anderen, weil Druckluft und Steuerungstechnik eine Nachgiebigkeit garantieren.

„Eigentlich ist es sehr gefährlich, im Umfeld von dynamisch agierenden Maschinen zu arbeiten. Unsere Zielstellung war, ein Handling-System zu schaffen, das inhärent nachgiebig ist - das heißt, dass der Mensch mit diesem System risikolos zu jeder Zeit zusammenarbeiten kann“, sagte Markus Fischer, Corporate Design bei Festo.

Für Industrie und Haushalt gemacht

So sehr die technische Innovation auch glänzt, die wirtschaftliche Anwendung und der gesellschaftliche Nutzen sollen die zukunftsträchtige Rolle des Bionischen Handling-Assistenten erst unterstreichen. Die strukturelle Nachgiebigkeit unterscheidet das System von Konkurrenzprodukten und öffnet viele Bereiche, wo Menschen eine gefahrlose maschinelle Unterstützung benötigen: etwa in der Industrie, als montageunterstützendes Handhabungssystem im Produktionsprozess, in KFZ-Werkstätten, in der Rehabilitation, als Hilfsmittel für Behinderte, in Lerneinrichtungen oder gar im häuslichen Umfeld. Bereiche, die über die klassischen Einsatzfelder von Festo hinaus gehen wie beispielsweise die Produktionstechnologie und den (Sonder-) Maschinenbau.

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Bei diesem Projekt war der Elefantenrüssel die Vorlage. Mit mehr als 40.000 einzelnen Muskelfasern kann sich der Rüssel in jede Richtung frei bewegen. Das faszinierte die Ingenieure von Festo und inspirierte sie zu einem Handhabungssystem, das viel weiter geht als das, was bisher in der Industrieautomatisierung vorhanden war. Die Bewegungsfähigkeit geht sogar so weit, dass sich der Bionische Handlings-Assistent von 70 Zentimeter auf 1,10 Meter verlängern kann, was sein natürliches Vorbild nicht vermag. „Damit gehen wir in eine neue Generation und Assistenzsysteme, deren Einsatzfelder gerade von diversen Forschungseinrichtungen und Hochschulinstituten definiert und geprüft wird“, sagte Dr. Peter Post, Leiter Research und Programme Strategy bei Festo

Flexibel bis in die Rüsselspitze

Elf Freiheitsgrade eröffnen dem Bionischen Handlings-Assistenten eine bewegunsspezifische Überlegenheit gegenüber konventionellen Handlingssystemen. Völlig frei im Raum reicht seine Griffweite auf über ein Meter Radius. Gekoppelt mit dem Leichtgewicht von unter zwei Kilo und dem erwähnten Nachgiebigkeitsverhalten offerieren die Einsätze des Bionischen Handling-Assistenten eine neue Dimension an „Dritte-Arm-Funktion“. Dazu wirkt der aus Laserintern gefertigte Drei-Finger-Greifer völlig gefahrenlos für Menschen, so dass das Geben und Nehmen neu definiert wird.

Nimmt man dann noch den Produktpreis in Betracht, der um ein Vielfaches unter dem leistungsgleicher (Service-)Robotern liegt, so erschließen sich völlig neue Anwendungen. „Druch das Generative Fertigungsverfahren können wir zum einen Struktur aus der Natur beinahe eins zu eins abbilden. Zum andern schaffen bei diesem Projekt die Antriebstechnologie Pneumatik in Kombination mit der Generativen Fertigungstechnologie die Voraussetzung für den Produktionspreis“, erklärt Andrzej Grzesiak von Fraunhofer IPA.

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