Nachhaltige Technik
Ein Managementsystem senkt die Energiekosten

Aktualisiert am 07.06.2024 Von Harald Schuppich, Branchenmanager HKL, Jumo 4 min Lesedauer

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Um die Effizienz der industriellen Prozesse zu steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu optimieren, gilt das Energiemanagement als eines der wichtigsten Werkzeuge in der heutigen Industrie – so wie bei Jumo.

Sein Energiemanagementwerkzeug „Jumo Werk 1 - Kaltwassersatz“ hat das Unternehmen auf der Messe ISH 2023 vorgestellt.(Bild:  Jumo)
Sein Energiemanagementwerkzeug „Jumo Werk 1 - Kaltwassersatz“ hat das Unternehmen auf der Messe ISH 2023 vorgestellt.
(Bild: Jumo)

Die Beschreibung von Energie wurde im 19. Jahrhundert stark von den wissenschaftlichen, technologischen und industriellen Entwicklungen dieser Zeit beeinflusst. In dieser Periode erlebte die Menschheit einen bedeutenden Übergang von der Nutzung vorwiegend mechanischer Energie hin zu chemischen und elektrischen Energiequellen. Mit der mechanischen Energie wurde die industrielle Revolution gestartet und vorangetrieben.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit nimmt zu
  • Der europäische Green Deal soll die EU bis 2050 zum ersten treibhausneutralen Staatenbund machen. Europäische Unternehmen sind aufgefordert, ihren CO2-Fußabdruck auszuweisen und zu verbessern. Für Unternehmen bedeutet das, sich zunächst mit der Ermittlung des unternehmensweiten CO2-Fußabdruckes (Corporate Carbon Footprint) einen Überblick zu verschaffen, wo im Unternehmen welche CO2-Emissionen entstehen.
  • Nach dem Treibhausgasprotokoll (Greenhouse Gas Protocol) wird der CO2-Fußabdruck in drei Geltungsbereiche unterteilt. Der erste Bereich beinhaltet die direkten Emissionen im Unternehmen (z.B. Wärme-, Kälteerzeugung, Fahrzeugflotte, etc). Der zweite Bereich beinhaltet die indirekten Emissionen, z.B. durch Energielieferanten (Strom, Wärme, Gas, Dampf, etc). Der dritte und letzte Bereich betrifft die indirekten Emissionen in den vor- und nachgelagerten Lieferketten.
  • Seit dem Jahr 2023 müssen Mittelstand und Großunternehmen ihren CO2-Fußabdruck nach den gesetzlichen Anforderungen der CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive, EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung) berichten. Die Anforderungen, Aufbereitungen und Berichterstattungen von Energiedaten in einem Unternehmen kann so zu einer großen Herausforderung werden.Gerade in Industrien mit komplexen Prozessen und zahlreichen Einflussgrößen, etwa in der Verfahrenstechnik oder maschinellen Fertigung, wie bei Jumo in Fulda, müssen verschiedenste Energieströme betrachtet und bewertet werden.
  • Ein nach Bedarf ausbaubares digitales Energiemanagementsystem steht sozusagen im Zentrum der Prozesse und orchestriert die unterschiedlichsten Energieströme. Diese digitale Lösung stellt die laufende Überwachung (z.B. viertelstündlich, quasikontinuierlich, …) und optimale Steuerung der Energieerzeugung, des Verbrauchs und der Speicherung sicher und arbeitet weitgehend autonom. Optimal sind lernende digitale Systeme, denn sie berechnen dabei auf Basis von Vorhersagedaten den optimalen Energiefluss und gleichen Abweichungen in Echtzeit aus.

Träger Kohlenstoffkreislauf

Die Energie aus der Bewegung von Maschinen, mithilfe von Wind- und Wasserkraft, wurde oft als „mechanische Arbeit" beschrieben. Die Nutzung von Brennstoffen (chemische Energie) wie Holz, Kohle und später Erdöl und Erdgas führten zur revolutionärsten Entwicklung der damaligen Zeit – den Dampfmaschinen, deren Wärmeenergie in mechanische Arbeit oder in Elektrizität umgewandelt wurde.