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Automatica 2016

Ein Streifzug durch die Roboterwelt

| Autor: Karin Pfeiffer

Sie meldet Absatzrekorde, punktet mit Innovationskraft und bringt Mensch und Fertigung einander näher: Die Robotik bringt viel Dynamik in den Markt und belebt ganze Segmente. Auf der Robotermesse Automatica in München zeigen die Hersteller viel Neues.

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Industrie-Roboter sind ein Wachstumsmarkt. Laut IFR verkauften sich 2015 weltweit bereits 240.000 Einheiten - ein Absatzrekord.
Industrie-Roboter sind ein Wachstumsmarkt. Laut IFR verkauften sich 2015 weltweit bereits 240.000 Einheiten - ein Absatzrekord.
( © Nataliya Hora - Fotolia)

Balthazar macht die Haare schön“, skizzierte kürzlich die Pressestelle der Automatica ihr Spektrum als „weltweit größte Robotermesse“ mit einer plakativen Anwendung: Der Industrie-Roboter von Yaskawa mixt Käufern ihre individuelle Wunschrezeptur nach ihrer Order im AlpStories-Onlineshop. Ein slowenisches Startup hatte das Talent des Doppel-Arm-Droiden entdeckt und als Industrie-Roboter der 4.0-Generation mit dem Internet vernetzt. Der Service-Roboter kann nicht nur Beauty. Er hat sogar en neues Einsatzgebiet erobert. „Der flexible Einsatz des Roboters Balthazar steht exemplarisch für einen neuen Automatisierungstrend, der jetzt für kleine und mittlere Unternehmen offensteht“, sagt Dr. Martin Lechner von der Messe München.

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Einer der Trends in einem prosperierenden Markt: 2015 registrierte der Weltroboterverband (IFR) bereits rund 240.000 verkaufte Einheiten weltweit – Absatzrekord. Der meist verkaufte Typus: Knickarmroboter. „Die weltweiten Verkaufszahlen von Industrie-Robotern bestätigen, dass wir uns in sehr aufregenden Zeiten für die Roboterindustrie befinden“, sagt Per Vegard Nerseth. Der Managing Director bei ABB Robotics sieht als frische Treiber die enorme Nachfrage nach Lösungen im Bereich des Internets der Dinge (IoT) und Service & People.

Die stärkste Nachfrage kommt laut der IFR aus der Automobilin­dustrie. „Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach Automatisierung in neuen Marktfeldern, in denen diese Lösungen bisher eine geringere Rolle gespielt haben“, sagt Stefan Lampa, CEO von Kuka Roboter. Für Kuka sei der Elektroniksektor ein besonders wichtiger Markt. „Die Entwicklungszeiten dieser Branche beschleunigen sich, die Zahl neuer Produkte steigt und Lebenszyklen verkürzen sich. In dieser Situation ist Flexibilität das A und O.“

Roboter aus der Fertigung erobern den Alltag

Auch für dieses Jahr erwarten die Branchen-Experten ein rasantes Wachstum. Olaf C. Gehreis, CEO der Fanuc Europe, lotet vor allem zwei technologische Meilensteine aus: „Zum einen werden kollaborative Roboter, die auf Standard-Robotern basieren, mit ausgereiften Controllern bestückt, die sich bei Routineaufgaben in der industriellen Anwendung bewährt haben. Dazu kommen Schwerlast-Roboter.“ Werkstücke bis 2.300 kg handhaben können, das ermögliche vollkommen neue Fertigungsprozesse.

Es sind womöglich Roboter wie Balthazar, die uns als Verbraucher mit den Anwendungsszenarien von Industrie 4.0 wie beispielsweise Losgröße 1 vertraut machen, auch das ist auf der Automatica zu erkennen. Oder TIAGo von PAL Robotics, einem freundlichen kleinen Helfer für Industrie und Haushalt. Und SAR Elektronic lässt zwei kollaborierende Roboter frische Weißwurst mit Senf und Brezeln servieren.

Vor allem aber gibt es innovative Technologien und jede Menge Produkte zu sehen. IAI Industrieroboter aus Schwalbach beispielsweise stellt in München neue Scara-Modelle aus der IXP-Serie vor. ABB bringt mit dem IRB 910SC einen kompakten Scara mit – der „größte ABB-Roboter aller Zeiten“. Auch eine ganze Reihe neuer Leichtbauroboter gibt es in München zu sehen. Aubo Robotics positioniert seinen OUR-i5 mit integriertem Vision-System als flexibel und erschwinglich mit einem „revolutionären Preis-Leistungs-Angebot“.

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 Karin Pfeiffer

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Journalistin