Frontplatten-Schnittstelle Ein System mit über 4000 Möglichkeiten

Autor / Redakteur: Bastian Baier / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Das Anschließen von externen Geräten an Steuerungen gestaltet sich häufig schwierig und umständlich. Durch viele verschiedene Schnittstellen in unterschiedlichen Bauformen und Einbaumaßen ist ein einfacher Austausch nicht möglich. Abhilfe schaffen hier modulare Frontplatten-Schnittstellen von Murrelektronik.

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Die Frontplatten-Schnittstelle Modlink MSDD von Murrelektronik macht den Anschluss von Laptops oder Programmiergeräten einfach.
Die Frontplatten-Schnittstelle Modlink MSDD von Murrelektronik macht den Anschluss von Laptops oder Programmiergeräten einfach.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein optimaler und rationeller Fertigungs- und Prozessablauf erfordert die Anpassung der Steuerungssoftware an die Gegebenheiten des Prozesses. Dafür müssen zum Beispiel Laptops oder Diagnosegeräte mit den Maschinen verbunden werden. Ein direkter Anschluss an das geschlossene Gehäuse mittels einer geeigneten Ankopplung würde derartige Service- und Inbetriebnahmetätigkeiten erheblich erleichtern – in der Realität sieht es indes aber oft anders aus. Oft ist die Steuerung schwer zugänglich und unter Umständen sogar mit spannungsführenden Komponenten zusammen montiert. Das kann dazu führen, dass die gesamte Anlage aus Sicherheitsgründen stromlos geschaltet werden muss. Müssen die Modifikationen zwingend im laufenden Betrieb vorgenommen werden, dann behelfen sich die Servicetechniker mitunter zwangsläufig fliegender Verdrahtungen. Fehlverdrahtungen oder das Fehlen von geeigneten Verbindungsleitungen erschweren die Arbeit und machen Modifikationen oft zu zeitraubenden Angelegenheiten. Bei der Konstruktion erweisen sich die oft unterschiedlichen Abmessungen der verschiedenen Schnittstellen als ernsthaftes Problem.

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Kein Spielraum für die Störfestigkeit

Auch ein zuverlässiges Schirmkonzept sucht man bei derartigen Lösungen vergeblich. Dabei ist eine durchgängige Schirmung wichtig, um die Elektronik im Gehäuse gegen EMV-Störungen zu schützen. Die hohen Anforderungen an die Störfestigkeit lassen hier keinen Spielraum für unzureichende Lösungen zu. Außerdem müssen die Schnittstellenlösungen verhindern, dass bei Maschinenreinigungen Schmutz oder Feuchtigkeit in den Schaltschrank eindringen. Ausfälle durch Verschmutzung der empfindlichen Elektronik bewirken nämlich unnötige Anlagenstillstände. Investitionen in eine ausreichend hohe Schutzart zahlen sich langfristig auf jeden Fall aus.

Modular und flexibel

Mit der Frontplatten-Schnittstelle Modlink MSDD bietet Murrelektronik ein System, das solche Schwierigkeiten beseitigt. Ein modulares System auf der Basis einheitlicher Rahmen ermöglicht den flexiblen Einsatz aller internationalen Steckdosen und gängigen Datenschnittstellen (z.B. SUB-D, RJ45 und USB). Egal, auf welchen der über 130 unterschiedlichen Einsätze die Wahl fällt, die für den Konstrukteur entscheidenden Einbaumaße der Rahmen bleiben stets gleich. Durch dieses System ergeben sich über 4000 Kombinationsmöglichkeiten. Somit sind exportorientierte Unternehmen in der Lage, sehr flexibel auf länderspezifische Gegebenheiten reagieren zu können, ohne das Gehäuse überarbeiten zu müssen. Die hohe Schutzart IP65 stellt sicher, dass die Frontplatten-Schnittstellen in rauen Umgebungen eingesetzt werden können.

Kein Löten Verdrahten mehr

Die Rahmen für die Schnittstellen gibt es in einfacher und in doppelter Ausführung. Sie sind als Kunststoff- und Ganzmetall-Varianten erhältlich. Die Einsätze werden darin einfach eingerastet und angeschlossen. Anschlussleitungen werden auf beiden Seiten gesteckt, das macht die zuvor umständlichen Löt- und Verdrahtungsarbeiten überflüssig. Und wenn doch einmal ganz ausgefallene Verbindungen in die Systematik integriert werden sollen? Dafür stehen Blindplatten zur Verfügung, die ganz auf die speziellen Anforderungen hin zugeschnitten werden können.

Die vollflächige Schirmung der Datensteckverbinder-Einsätze wird durch ein EMV-Schirmblech realisiert. Sie stellen einen 100-prozentigen EMV-Schutz sicher. Und für den Fall der Fälle können darüber hinaus Massebänder an der rückseitigen Anschlussklemme angeschlossen werden, mit dem Störungen abgeleitet werden.

Frontplatten-Schnittstellen bei Hermle

Wie sich der Einsatz der Frontplattenschnittstellen Modlink MSDD in der Praxis darstellen kann, erläutert Hans-Peter Marquart, Leiter der Elektrokonstruktion bei Berthold Hermle, einem Maschinenbauunternehmen aus Gosheim in Baden-Württemberg: „Wir bauen die Frontplatten-Schnittstellen an der Seitenwand unserer Schaltschränke ein. Eine Schutzkontakt-Steckdose nutzen wir, wenn ein Servicefall an der Anlage ansteht. Selbstverständlich kann sie auch der Kunde entsprechend nutzen. Damit unsere Endkunden die Maschinen untereinander vernetzen können, bauen wir auch einen RJ45-Ethernet-Steckplatz ein.“ Das, so Marquart, erleichtere diesen die zentrale Verwaltung der Maschinenprogramme über ein internes Netz. Um Updates für die Steuerung aufspielen, nutzt Hermle die USB-Schnittstelle aus dem MSDD-System.

Praktischer Einsatz bei Krones

Auch bei Krones im bayerischen Neutraubling werden die Frontplatten-Schnittstellen Modlink MSDD verwendet. „Wir bauen MSDD in Schaltschränken und in Maschinengehäusen ein. Damit schaffen wir einen Zugang zur Steuerung. Die Steckdose nutzen wir zur Stromversorgung des Laptops, mit dem USB-Steckplatz schaffen wir Zugriff auf Visualisierungen und über den RJ45-Steckplatz integrieren wir die Maschinen ins Netz“, beschreibt Roland Kerscher, Gruppenleiter Standardisierung Forschung & Entwicklung bei Krones, das Einsatzgebiet.

Besonders interessant ist für Krones, dass durch den Einsatz von Modlink MSDD die Schaltschränke nicht mehr geöffnet werden müssen. Das sei sehr praktisch und wichtig, erklärt Roland Kerscher: „In den Brauereien unserer Kunden dampft es und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Darum werden unsere Schaltschränke mit Klimageräten betrieben. Beim Öffnen dieser Schränke tritt zwangsläufig Staub und vor allem feuchte Luft ein. Dann beschlagen die Komponenten im Schaltschrank und eine Betauung tritt ein. Das schadet den Bauteilen und kann den ganzen Schaltschrank lahm legen. Durch die Verwendung von Modlink MSDD vermeiden wir das.“

Mittlerweile haben auch große Anbieter von Schaltschränken und Steckverbindersystemen den Bedarf für solch eine Schnittstellenlösung erkannt. Sie haben entsprechende Produktvarianten in ihr Programm aufgenommen. Durch diese Standardisierung kann der Kunde den Schaltschrank mit dem passenden Ausschnitt für die Modlink MSDD bestellen.

SPS/IPC/Drives Halle 9, Stand 315

Bastian Baier, Produktmanager Power Supplies & Interface, Murrelektronik, Oppenweiler

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