ABB kooperiert mit Copa-Data

Ein weiterer Schritt hin zur vernetzten Produktion

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Neben Copa-Data tritt nun auch ABB mit dem „zenon“-Kunden in Kontakt. Wie wird die Software in das Service-Angebot von ABB eingebunden?

Wierod: Wir behandeln ABB „zenon“ wie ein ABB-Produkt. Deshalb übernehmen wir die volle Verantwortung für den Support und den kompletten Lifecycle. Damit sind wir im Produktlebenszyklus involviert – von der Produktvorstellung bis in die aktive Phase und den Support danach. Das bedeutet auch, dass es jährlich ein reguläres Update sowie mehrere kleinere Updates oder Sprachpakete gibt. Kunden mit Service-Vertrag bekommen diese Updates kostenlos. Das ist ein Vorgehen, wie mit vielen anderen ABB-Produkten auch.

Punzenberger: Natürlich unterstützen wir unsere eigenen „zenon“-Kunden auch weiterhin aktiv. ABB erhält bei Bedarf von uns den voll integrierten Factory-Support. Zum Beispiel wenn es Fragen zur Software gibt, die nur Mitarbeiter von Copa-Data beantworten können.

Hat Copa-Data eigene Datenanalysten oder bekommt man die Informationen, was denn an Daten wichtig beziehungsweise von Bedeutung ist, von ABB?

Wierod: In der komplexen Welt, von der wir hier reden, gibt es niemanden, der alles kann. Man wird Anwendungsspezialisten beim Maschinenbauer und beim Betreiber brauchen, Experten für Datenmanagement und -visualisierung und Experten für Komponenten oder Geräte. Für uns bei ABB heißt das: Wir liefern das Know-how für den Antriebsstrang und dessen Überwachung und Optimierung. Wie die Produktionsdaten ausgewertet und die Informationen dann letztlich verwendet werden, bestimmt der Einzelfall und damit der Kunde. Für den Antriebsstrang möchten wir aber von der Auslegung, der Überwachung bis zum Service der Partner der Wahl sein.

Punzenberger: Wir können die KPIs bereitstellen, aber wenn es ins Detail eines Antriebs geht, dann ist ABB der Experte. Dort weiß man genau, wie man diesen Antrieb betreibt, welche Wartung er benötigt und welche Zustände aus einem Zwischenfall entstehen können.

Hat ABB eigene Erfahrung mit „zenon“ in der Produktion gemacht?

Wierod: ABB hat bereits viel Erfahrung mit „zenon“ zum Beispiel aus Automobilprojekten, aus Projekten mit Maschinenbauern und in der erneuerbaren Energieerzeugung. In der eigenen Fertigung gibt es ein Pilotprojekt in Deutschland, bei dem eine Fertigungslinie mit Losgröße 1 umgesetzt wird. Im Moment ist die Einführung in weitere Bereiche ein laufender Prozess. Wir sind derzeit dabei, „zenon“ weltweit in der Produktion unserer Frequenzumrichter einzuführen.

Wie wird Copa-Data „zenon“ in den nächsten Jahren weiterentwickeln? In Zusammenarbeit mit ABB?

Punzenberger: Wir haben eine genaue Vorstellung und diese stimmen wir auch mit ABB ab. Unsere Vision geht deutlich in Richtung Übernahme eines Datenanalysepakets, um alle Möglichkeiten zu bieten: Daten von Maschinen im Feld und Energiedaten aufnehmen, Condition Monitoring betreiben und dann die Daten rechnergestützt analysieren. Für rechenintensive Analysen beispielsweise werden die Daten in die Cloud geschickt und schließlich die Ergebnisse wieder ins Feld zurückgegeben, um sie dem Kunden zu zeigen, sodass er einen Überblick über seine Produktion hat. Ein großer Teil der Anwendung wird Predictive Analytics sein – also Informationen weitergeben, bevor etwas passiert.

Das Interview führte Stefanie Michel, Redakteurin Antriebstechnik beim MM Maschinenmarkt

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