Hightech Cluster Automation Valley Eine Region bündelt ihre Kompetenz

Autor / Redakteur: Dr. Ronald Künneth* / Reinhard Kluger

Das „Automation Valley Nordbayern“ der nordbayerischen IHKs unter Federführung der IHK Nürnberg für Mittelfranken hat sich als das deutsche Zentrum für Automatisierungstechnik eine Spitzenposition als weltweit führenden Cluster erarbeitet. Über 220 Unternehmen und Institutionen netzwerken und kooperieren in zahlreichen Verbundprojekten.

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Automation Valley – PROFILE: Über 70 Teilnehmer nahmen an dem PROFILE-Treffen zum Thema „Automatisierung in der CFK-Wertschöpfungskette“ mit anschließender Firmenbesichtigung der LIBA Maschinenfabrik GmbH in Naila teil.
Automation Valley – PROFILE: Über 70 Teilnehmer nahmen an dem PROFILE-Treffen zum Thema „Automatisierung in der CFK-Wertschöpfungskette“ mit anschließender Firmenbesichtigung der LIBA Maschinenfabrik GmbH in Naila teil.
(Automation Valley)

Es wurden in den letzten sechs Jahren zahlreiche innovative Produkte und Verfahren entwickelt und auf dem Weltmarkt eingeführt. Mit dem Konzept „Totally Integrated Automation (TIA)“ hat Siemens alle automationsrelevanten Produkte und die dazugehörigen Engineering-Aktivitäten zu einem durchgängigen Gesamtpaket zusammengefasst. Mit „Mavus“ hat Heitec das führende Kommunikationsprodukt zur Unterstützung des Servicepersonals an der Maschine vor Ort am Markt entwickelt („augmented reality“ in Zusammenarbeit mit Zeiss). Bosch Rexroth brachte eine Reihe von neuen Produkten auf den Weltmarkt, die eine Senkung des Energieverbrauchs von 30 bis 70 % bei den Betreibern von Maschinen und Anlagen brachte. Das von Baumüller entwickelte innovative Servopumpenkonzept kann den Energieverbrauch in der Produktion um bis zu achtzig Prozent senken. Erlas hat neue Maschinenkonzepte für die Automatisierung des Laserstrahlschweißen entwickelt. Diese steigern die Produktivität und Qualität in der Metallverarbeitung deutlich.

Das Clustermanagement führte in den letzten sieben Jahren über 100 Netzwerkveranstaltungen durch, die mehr als 400 Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette initiierten. So war es zum Beispiel erst durch die enge Kooperation des mittelständischen Roboterherstellers Reis aus dem Raum Aschaffenburg mit Automatisierungsspezialisten aus dem Raum Nürnberg-Bayreuth möglich, komplette Fabriken für die Montage von Photovoltaik-Modulen u. a. in China, Singapur oder in den USA zu realisieren.

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Zunehmend erschließen die Akteure des Automation Valley Nordbayern Anwendungen, die über die Industrieautomation hinausgehen. Hierzu zählen Antriebe und Steuerungen für medizinische Bestrahlungsgeräte, für das Nachstellen von Wind- und Solarenergieanlagen sowie für Pumpen von Wasserkraftwerken und Biogasanlagen, für die Bühnentechnik von Opernhäusern (u. a. Scala Mailand, Bolschoi-Theater Moskau, Semper-Oper Dresden), für mobile Arbeitsmaschinen (u. a. Tunnelbohrmaschine für Eisenbahntunnel am St. Gotthard), für Staudämme (Automation der Schleusentore am Drei-Schluchten-Staudamm), für Freizeiteinrichtungen (z. B. London Eye), für Verkehrsinfrastruktur (u. a. die weltweit erste automatisierte U-Bahn im hybriden Mischbetrieb in Nürnberg), für Airport-Logistik (u. a. München sowie Beijing und Wuhan, China) sowie für die übergreifende Infrastruktur neuer urbaner Zentren (Dubai Maritim City).

Im Rahmen von zwei Kooperationsforen wurde die Verwertung der Projektideen aus dem BMBF-Spitzenclusterwettbewerb weiter erfolgreich vorangetrieben und das Thema „Effiziente Produktion, Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen“ aufgegriffen.

Bei den Automation Valley Profilen stellten vor jeweils 70 Teilnehmern das Fraunhofer ISC in Würzburg Innovationen im Bereich „Intelligente Materialien in der Automatisierungstechnik“ und die LIBA Maschinenfabrik GmbH in Naila Chancen im Bereich „Automatisierung in der CFK-Wertschöpfungskette“ vor. Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ fand eine Informationsveranstaltung zum Thema „Perspektiven und Zukunftsszenarien für die Produktionsautomatisierung“ statt. Auf der SPS/IPC/Drives 2011 wurde der erste Automation Valley Nordbayern CareerWalk durchgeführt. An dem Rundgang beteiligten sich 36 Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg. Besucht wurden die Stände der Baumüller Gruppe, der E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH, der HEITEC AG, der iba AG, der infoteam Software AG, der Wieland Electric GmbH sowie der ITQ GmbH.

Kooperationen mit den weltweit wichtigsten Wachstumsregionen für Automatisierungstechnik ermöglichen mittelständischen Unternehmen den Markteintritt sowie Technologie- und Wissenstransfer zum gegenseitigen Nutzen. Auf Basis einer Prognos-Studie der IHK Nürnberg für Mittelfranken zu Wachstumsmärkten der Automation konzentriert sich das Automation Valley auf die Zielregionen China, Indien, Südkorea sowie Japan. Hier sollen die langjährigen regionalen Partnerschaften genutzt werden für Messeauftritte, Delegationsreisen und andere Aktivitäten.

* * Dr. Ronald Künneth, Referent Energie, Umwelt und Technologietransfer, Industrie- und Handelskammer für Mittelfranken, Geschäftsbereich Innovation | Umwelt

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