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Drehzahlstarter Eine Welt ist nicht genug

| Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Von jedem das Beste will die neue Geräteklasse Drehzahlstarter bieten: Die einfache Bedienbarkeit vom Motorstarter und die Regelbarkeit vom Frequenzumrichter.

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Mit kompakten Drehzahlstartern lassen sich energieeffiziente Maschinen kostengünstig realisieren.
Mit kompakten Drehzahlstartern lassen sich energieeffiziente Maschinen kostengünstig realisieren.
(Eaton)

Ein Problem der Praxis: Da gibt es den klassischen Motorstarter, der zwar den Elektromotor anlaufen lässt, aber immer nur mit konstanter Drehzahl. Und, da gibt es für drehzahlveränderbare Antriebe den Frequenzumrichter, dem anhaftet, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Eine Lücke, die Eaton mit einer neuen Geräteklasse schließen will. Guido Kerzmann, Product Line Manager, Eaton Electrical Sector EMEA bringt die Situation auf den Punkt: „Der Frequenzumrichter ist für viele Anwendungen wie Pumpen oder Lüfter hinsichtlich Komplexität und Funktionalität häufig überdimensioniert, während der klassische Motorstarter keine Möglichkeit zur Drehzahlregelung bietet. Diese Marktlücke können wir nun mit unseren leistungsfähigen Drehzahlstartern, den Variable Speed Startern, schließen. Sie stellen die ideale Lösung für Anwendungen dar, die nur eine begrenzte Funktionalität, aber zugleich eine variable Drehzahl erfordern.“

Energieeffizienz im Fokus

Und noch ein weiteres Argument spricht für den Motorstarter, nämlich die verschärften gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Energieeffizienz. Verlangen sie doch immer mehr den Einsatz von Frequenzumrichtern. Treibende Kraft hierbei: die Motorenverordnung EC 640/2009 der EU. Sie verpflichtet Maschinenbauer zum Betreiben von IE3-Motoren direkt am Netz oder eben IE2-Motoren im Umrichterbetrieb zu nutzen, und zwar ab 2015. Insbesondere wird in der Praxis so bei einfachen Applikationen verstärkt ein Wechsel vom Motorstarter zum Frequenzumrichter stattfinden.

PowerXL DE1 nennt Eaton seinen Drehzahlstarter, den man zunächst in zwei Baugrößen am Markt einführt. Mit der nur 45 mm schmalen Version FS1 lassen sich Motoren bis 1,5 kW ansteuern, während die Variante FS2 (90 mm breit) für Leistungen von 2,2 bis 7,5 kW ausgelegt ist.

Inbetriebnahme und Betrieb geht ganz einfach

Beide Varianten bieten internen Motorschutz plus direkten Thermistor-Motorschutz sowie Kurschlussschutz. Für Installation, Inbetriebnahme und Betrieb sind keine antriebstechnischen Spezialkenntnisse notwendig. Die Handhabung der kompakten Drehzahlstarter ist, so Eaton, einfach wie bei einem Schütz: Der Installateur entnimmt das Gerät aus der Box, verdrahtet es wie bei einem Motorstarter üblich. Ohne parametrieren zu müssen, ist es betriebsbereit. Das senkt die Wahrscheinlichkeit von Installationsfehlern auf ein Minimum und folglich verkürzt sich auch die benötigte Zeit bis zur Inbetriebnahme. Um 80 Prozent schätzt man bei Eaton den Wert.

Wenn's in der Praxis etwas mehr sein soll

So einfach das Konzept für Drehzahlstarter auch ist, ihr Anwendungsspektrum ist breit gefächert: Weil sie werksseitig mit internen EMV-Filtern ausgestattet sind, lassen sie sich sowohl in industriellen Netzen als auch in öffentlichen Netzen einbauen, denn sie entsprechen den Kategorien C1, C2 und C3, ohne dass weitere externe EMV-Filter nötig sind.

Mit Drehzahlstartern kann man Anforderungen vieler Applikationen im Markt abdecken, für die es bisher keine ideale Lösung gab. Zum Beispiel Anwendungen, bei denen ein Direktstart über Stern-Dreieck-Schaltung oder einen Softstarter nicht möglich ist, weil der Motor einen sehr hohen Einschaltstrom zieht, aber kein reduziertes Startmoment zulässig ist. In der Fördertechnik ist dies unter anderem der Fall, wenn Maschinen oder Brecher nach einem Stopp wieder unter voller Last anfahren müssen.

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