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Elektroindustrie erwartet Produktionswachstum von Plus drei Prozent

Deutliche Zuwächse bei Produktion, Umsatz und Auftragseingängen im Januar und Februar lassen die Elektroindustrie, laut ZVEI, optimistisch ins Jahr 2018 blicken.

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Bei ihrem Rundgang über die Hannover Messe trifft die Bundeskanzlerin auch mit Schülerinnen und Schülern der David-Roentgen-Schule Neuwied zusammen. Am ZVEI-Stand in Halle 11 erläutern sie ihr selbst entwickeltes Exponat „Industrie4.0@school“, das viele Facetten der Digitalisierung eines automatisierten Produktionsprozesses zeigt.
Bei ihrem Rundgang über die Hannover Messe trifft die Bundeskanzlerin auch mit Schülerinnen und Schülern der David-Roentgen-Schule Neuwied zusammen. Am ZVEI-Stand in Halle 11 erläutern sie ihr selbst entwickeltes Exponat „Industrie4.0@school“, das viele Facetten der Digitalisierung eines automatisierten Produktionsprozesses zeigt.
(Bild: ZVEI)

„Die bereits sehr gute Geschäftsentwicklung des vergangenen Rekordjahres hat sich weiter beschleunigt. Die Elektroindustrie zeigt sich in exzellenter Verfassung, ihre Produkte werden weltweit stark nachgefragt“, betont ZVEI-Präsident Michael Ziesemer im Rahmen der Hannover Messe. „An unserer eher konservativ formulierten Prognose von drei Prozent realem Produktionswachstum vom Jahresanfang halten wir dennoch fest. Wachsende Handelskonflikte, insbesondere zwischen den USA und China, sind ein unkalkulierbares Risiko für die Weltwirtschaft.“

Die USA und China sind für die deutsche Elektroindustrie die beiden größten Export-Absatzmärkte. Das Elektrohandelsvolumen mit beiden Ländern betrug 2017 zusammengenommen 95 Milliarden Euro und damit knapp die Hälfte des Handelsvolumens mit allen Ländern Europas. „Die potenziellen Auswirkungen eines Handelskriegs können uns nicht kaltlassen“, zeigt sich Ziesemer besorgt. „Unsere Unternehmen würden die Folgen schnell zu spüren bekommen.“

An die Bundesregierung appelliert er, alles daran zu setzen, dass die liberale, regelbasierte Welthandelsordnung aufrechterhalten wird. „Die Welthandelsorganisation WTO verdient es, in der angespannten Lage gestärkt zu werden. Multilaterale Mechanismen sind besser geeignet, Handelskonflikte zu lösen, als unkalkulierbare Muskelspiele.“

2017 stiegen die nominalen Erlöse, die auch Dienstleistungen und Software einschließen, auf einen neuen Höchststand von 192 Milliarden Euro. Für 2018 rechnet der ZVEI mit einer Steigerung um fünf Milliarden auf 197 Milliarden Euro. Die Branche beschäftigt derzeit 872.000 Menschen im Inland. Im vergangenen Jahr wurden 21.000 Arbeitsplätze neu geschaffen.

Elektroindustrie treibt Industrie 4.0 voran

Die Hannover Messe zeigt 2018 eindrücklich, welche Entwicklungssprünge die digitale Transformation auslöst. Künstliche Intelligenz, neue Formen der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, der neue Kommunikationsstandard 5G, datenbasierte Geschäftsmodelle und das alles überlagernde Thema Cybersicherheit: Die Elektroindustrie treibt die Digitalisierung und Vernetzung auf allen Feldern weiter voran, verändert sich dabei selbst und gibt ihre Technologien weiter an andere Branchen. „Die Elektroindustrie ist die Leitbranche der Digitalisierung und der ZVEI der wichtige industriepolitische Wegbereiter für Industrie 4.0“, sagt Ziesemer. „Das Veränderungstempo ist hoch, die Politik darf jetzt nicht den Anschluss verlieren. Im Pflichtenheft der Bundesregierung müssen der Aufbau einer wettbewerbsfähigen digitalen Infrastruktur und die überfällige steuerliche Forschungsförderung höchste Priorität einnehmen.“

Neue ZVEI-Umfrage bestätigt Fachkräftemangel

Immer mehr Anlass zur Sorge bereitet der Fachkräftemangel gerade in den hoch qualifizierten MINT-Berufsgruppen, die für die Elektroindustrie besonders wichtig sind. Eine ZVEI-Umfrage unter Mitgliedsunternehmen vom April 2018 zeigt, dass nahezu alle Unternehmen (99 Prozent) Schwierigkeiten haben, ihren Bedarf über den deutschen Arbeitsmarkt zu decken. Gesucht werden vor allem Informatiker, Software-Entwickler und Elektroingenieure. Für jede dritte akademische Stelle mit MINT-Hintergrund werden bis zu sechs Monate benötigt, um sie zu besetzen. Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, verfolgen die Unternehmen verschiedene Strategien. Drei von vier Unternehmen werben Fachkräfte beispielsweise gezielt im Ausland an. „Der Fachkräftemangel ist gravierend und wirkt sich negativ auf die Wachstumschancen der Unternehmen aus“, erklärt Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. „Der Erwerb digitaler Kompetenz muss endlich zum festen Bestandteil des Bildungskanons in Deutschland werden.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesternportal Elektronikpraxis.de.

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