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IHK „Energy-Scouts“ Energie verschwenden ist leicht, Energie sparen fast leichter

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Losgelöst von Politik und Energiekosten haben Unternehmen es in der Hand, den eigenen Energieverbrauch auf das Nötigste zu beschränken. Neben der Reduzierung von CO2 und der Energiekosten fällt ein besonderer Fokus nun auch auf das eigene Potenzial, was etwa Beleuchtung, Pumpen oder Druckluft betrifft.

Ein angehender Energie-Scout prüft Druckluft-Leckagen in der Praxis.
Ein angehender Energie-Scout prüft Druckluft-Leckagen in der Praxis.
(Bild: Sonnenberg)

Ansprüche wie Ressourcenschonung, Umweltschutz und Verantwortung gehören heute einfach zum guten Ton der Industrie. Jedes Unternehmen macht sich mal mehr, mal weniger Gedanken, wie man den steigenden Energiekosten und den endlichen Rohstoffen begegnen soll.

Aber nicht jedes Unternehmen hat, wie beispielsweise der Spezialist für Textilmanagement Mewa, ein eigenes „Energie-Öko-System“ vorzuweisen, mit dem bei der Arbeit fast der gesamte Energieverbrauch wieder hereingeholt wird. Dennoch kann jedes Unternehmen Energie sparen, auch ohne teure Gerätschaften oder komplizierte Wiederverwertungssysteme. Denn Energieverbrauch steht in unmittelbarer Relation zu Energieverlust. Und die Verluste sind vielen Unternehmen nicht bewusst, werden auch oftmals nicht in Betracht gezogen, schon gar nicht in neuen Werken; aber auch in hochmodernen Produktionen geht Energie verloren.

„Energy-Scouts“ bei EBM-Papst sparten 640.000 Euro ein

Ein Trugschluss, wie auch EBM-Papst feststellen musste. Denn das Unternehmen setzte sogenannte „Energy-Scouts“ in einem neuen Werk ein, die fast ebenso viele Leckagen ausmachten, wie sie in deutlich betagteren Werken anzutreffen sind. 2010 wurde das Projekt „Energy-Scouts“ durch Auszubildende von EBM-Papst ins Leben gerufen, das jedes Jahr durch neue Lehrlinge fortgeführt wird. Allein durch das gezielte Aufspüren von Druckluftleckagen konnten seit 2011 über 640.000 Euro eingespart werden. „Die Optimierung von Druckluft, Pumpen und Antriebssystemen ist vor allem im produzierenden Gewerbe sinnvoll“, erklärte Benjamin Friedle, Werkstudent Bürgerwindpark Hohenlohe. Friedle übernahm den Theorieteil der IHK-Veranstaltung „Energy-Scouts“, die Anfang September in der Mulfinger Stauseehalle stattfand, und vermittelte den 50 „Energy-Scouts“ in spe die Aufgaben eines Scouts sowie alles Wissenswerte zum Thema Energie.

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Diese methodische Herangehensweise spart nicht nur Energiekosten, sondern sensibilisiert junge Auszubildende für ein Thema, das weiter an Bedeutung gewinnen wird. Von insgesamt 80 Handelskammern in Deutschland haben 23 das Projekt aufgegriffen und in Schulungen weiter vorangetrieben mit dem Ergebnis, dass bereits 500 „Energy-Scouts“ ausgebildet wurden. Bei EBM-Papst bilden jedes Jahr vier Azubis ein Team, das dafür zuständig ist, dass in der Produktion möglichst keine Druckluft verloren geht und kein Motor zu heiß läuft und Wärme verliert.

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