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LED Energieeffizienz rauf, Preise runter

| Redakteur: Carina Schipper

Die Preise der Hersteller von qualitativ hochwertigen LED-Lampen sinken stark. Gleichzeitig nimmt die Energieeffizienz zu. Diese Entwicklung schreitet laut einer Studie von CLASP, der dänischen Energiebehörde und Energy Piano schneller voran als gedacht.

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Heute schon verfügbare LED-Lampen erreichen Preispunkte, die für 2020, 2022, 2024 und 2025 angesetzt worden waren, so die Experten.
Heute schon verfügbare LED-Lampen erreichen Preispunkte, die für 2020, 2022, 2024 und 2025 angesetzt worden waren, so die Experten.
(Bild: Clive Darra, CC BY-SA 2.0, flickr.com)

Schon vor der Abstimmung über eine Richtlinie, ob die vollständige Umstellung auf LEDs gebremst werden soll, haben CLASP, die dänische Energiebehörde und Energy Piano eine umfassende Analyse dieser überraschenden Entwicklungen im europäischen Beleuchtungsmarkt für die Europäische Kommission und das Konsultationsforum erarbeitet. Halogenlampen entwickelten sich laut einer von CLASP, der schwedischen Energiebehörde, dem belgischen Ministerium für Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Umwelt und eceee im Jahr 2014 erstellten Analyse zum beliebtesten Beleuchtungsprodukt europäischer Konsumenten. Mit einem Umsatzwachstum von 477 % in Europa zwischen 2007 und 2013 liegen die Umsätze weit höher als Erwartungen der Europäischen Kommission. Gleichzeitig nehmen die Konsumenten Abstand von Kompakt-Leuchtstofflampen (CFL) und der Umsatz von energieeffizienten CFL ist seit 2010 rückläufig, berichten die Experten. Der Trend von CFL hin zu Halogen zog eine Erhöhung der von der Abschaffung von Glühlampen vorausgesagten Energieeinsparungen nach sich. Nun laufen Gespräche der Verantwortlichen in Europa über das weitere Vorgehen. Dabei legen sie fest, ob man an der Endphase eines bestehenden Gesetzes, das die vollständige Umstellung des Marktes von Halogen- auf LED-Lampen ab September 2016 erlauben würde, festhält, sie verändert oder verlangsamt. Gemäß einer neuen Analyse der Spezialisten befinden sich die Preise LED-Lampen bereits auf einem erheblich niedrigerem Preisniveau bei mehr Energieeffizienz als erwartet.

Die Hersteller legen ein höheres Tempo vor

Heute schon verfügbare LED-Lampen erreichen Preispunkte, die für 2020, 2022, 2024 und 2025 angesetzt worden waren. Diese Beschleunigung der Kostensituation bei LED-Lampen wichtiger europäischer Hersteller um 5 - 11 Jahre heißt, dass Konsumenten lediglich eine attraktive Amortisationszeit von weniger als einem Jahr haben, wenn Lampen in einer üblichen Steckdose installiert werden und pro Tag Stunden brennen. Leuchten-Anbieter setzten sich mit den Bedenken, dass LED-Lampen zu schwer und zu groß sind, oder eine schlechte Lichtqualität besitzen, schon länger auseinander und tun dies auch weiterhin. Der Marktforschungsbericht von CLASP hebt hervor, dass bereits LED-Lampen auf dem Markt sind, die bezüglich Form, Größe und Lichtqualität durchaus Glühbirnen und Halogenlampen entsprechen. Der Bericht sagt auch aus, dass Konsum- und professionelle Beleuchtungsunternehmen ihr Angebot bereits der Entwicklung angleichen: IKEA teilte mit, ab 2016 ausschließlich LED-Lampen vertreiben zu wollen. Erco, ein professioneller Hersteller von Beleuchtungskörpern, gibt bekannt, seit Januar 2015 nur noch Beleuchtungskörper zu verkaufen, der Lichtquelle auf LED basiert.

Christine Egan, CEO von CLASP, unterstreicht: „Die LED-Märkte entwickeln sich bei den Preisen und der Produktqualität mit Warpgeschwindigkeit. In Europa sind bereits qualitativ hochwertige LED-Lampen mit Preispunkten erhältlich, die in den Geschäften erst 2025 erwartet wurden, und die sämtliche vom Konsumenten erwarteten Funktionen und Merkmale haben. Diese neuen Beweise sollten für Entscheidungsträger von Interesse sein, die sich mit diesen Problemen beschäftigen.“ Die Studie schätzt, dass der Vorschlag der Kommission, diese politische Maßnahme um zwei Jahre zu verzögern, in den zehn Jahren von 2016 bis 2026 zu nicht umgesetzten Energieeinsparungen von 33 TWh führen wird. Diese Einsparungen kommen etwa. € 6,6 Milliarden Euro an höheren Stromrechnungen gleich beziehungsweise dem Volumen des heutigen jährlichen Stromverbrauchs von Dänemark. Die Analyse zeichnet auch ein weiteres mögliches Bild der Lage. Sie stellt Überlegungen an, die Richtlinien bereits 2016 in Kraft treten zu lassen und auf die A-Klasse zu erhöhen. Damit umginge die EU, dass Halogenlampen der Klasse B auf den Markt kommen. Die Energieeinsprungen für diesen Fall übersteigen den Vorschlag der EU-Kommission 79 TWh oder in Euro ausgedrückt um fast 15,8 Milliarden über die Dauer von zehn Jahren. Am Ende kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich der LED-Markt in Europa bereits zu einem Massenmarkt angewachsen ist und dass dieser Umstand sich auch bis September 2016 fortsetzen wird, wenn die bis jetzt geplanten Maßnahmen in Kraft treten sollen. „Die kommende Entscheidung der Verantwortlichen in Europa, ob die letzte Phase des Auslaufens von Glühbirnen aufgeschoben werden soll oder nicht, ist besonders wichtig“, verdeutlicht Michael Scholand von CLASP Europe, einer der Verfasser des Berichts. „Wenn das Datum 2016 eingehalten wird, beschleunigt sich in Europa die Innovation bei LED-Beleuchtung und wir können schnellere Preisrückgänge erwarten, von denen Konsumenten früher als bei einer Verzögerung des Auslaufens profitieren.“

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