Datenfunkmodem Ersetzt mehr als nur das Kabel

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Viele Datenfunkmodems ersetzen einfach nur ein Kommunikationskabel. Inzwischen gibt es aber Modems, die mehr können, zum Beispiel auch die Funktionen eines Computers übernehmen. Dadurch werden die Anwendungsmöglichkeiten fast nur noch durch die Fantasie des Anwenders begrenzt.

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Das Satellar-Modem ist ein volldigitales System.
Das Satellar-Modem ist ein volldigitales System.
( Archiv: Vogel Business Media )

Daniel Maurice, Director Sales bei Welotec, dem deutschen Vertriebspartner von Satel Oy, hat Grund zur Freude. Mit dem Satellar-Digitalsystem, das seit knapp zwei Jahren am Markt erfolgreich eingesetzt wird, kann er der Industrie ein Produkt anbieten, das gleich mehrere interessante Funktionen vereint. Im Gegensatz zu Funkmodems, die normalerweise für die einfache Datenübertragung eingesetzt werden, bietet das Gerät eine ganze Reihe zusätzlicher Funktionen wie IP-Router-Funktionalitäten, eine Linux-Plattform für kundenspezifische Anwendungen und eine vielseitige modulare Struktur. „Herkömmliche Datenfunkmodems ersetzen nur Steuerungsleitungen und verhalten sich für das Gesamtsystem im besten Fall transparent“, erläutert Maurice. „Unser Datenfunk-Router hat jedoch genügend freien Speicher, um neben der Router-Funktionalität auch noch kundenspezifische Anwendungen vor Ort abzuwickeln zu können. Neben einer effizienteren Datenübertragung lassen sich damit auch externe Komponenten einsparen wie Industrie-PCs und somit Geld und wertvoller Platz im Schaltschrank.“

Leistungsstark

Die Modembaugruppe funkt laut Maurice mit 38,4 kbit/s und wird besonders zur Automatisierung der Machine-to-Machine-Kommunikation genutzt. Das Funkmodul, der zentrale Baustein des Systems, kann alleine verwendet werden, um zum Beispiel auf RS-232-Einheiten zuzugreifen oder als Funk-Repeater zu arbeiten. In Deutschland sind Satel-Kunden unter anderem in den Bereichen Wasserversorgung, Energiemanagement und erneuerbaren Energien zu finden. „Gerade bei Liegenschaften der Wasserwirtschaft oder großen Energieversorgungs-Arealen werden die Modems oft eingesetzt“, erklärt Maurice. „Datenleitungen zu solchen Anlagen zu bringen ist oft schwierig, weil sie sich häufig weit außerhalb von Ortschaften befinden oder gar auf Bergen. Mit den Datenfunkroutern lassen sich solche Kommunikationsherausforderungen recht einfach lösen.“ Im Bereich der Energieversorgungsnetze werden mit den Satellar-Routern schon ganze Steuerungsfunktionen dezentral ausgeführt, was die Reaktionszeiten deutlich herabsetzt und die Ausfallsicherheit nochmals erhöht.

Neben der hochmodernen IP-Kommunikations- und PC-Technik darf ein wichtiger Baustein in einer jeden Wireless-Anwendung aber nicht vergessen werden: die Antennenanlage. „Sie ist faktisch die wichtigste Komponente im System“, weiß Maurice zu berichten. „Eine gute Antenne ist der beste Hochfrequenzverstärker.“ Da die Planung eines weitläufigen privaten Datenfunknetzwerks und somit auch des Antennensystems nicht ganz trivial ist, haben die Datenfunkexperten das Netzwerk Design Center (NDC) gegründet. „Unter ndc@welotec.com erhalten Interessierte Unterstützung bei der Planung ihres Datenfunknetzwerks inklusive des Antennensystems. Nach der Aufgabenstellung des Anwenders helfen wir dabei, dessen Vision in eine machbare Lösung umzusetzen“, ergänzt Maurice.

Weltweit vertreten

Die Familie der Satel-Modems ist übrigens in über 100 Ländern der Welt anzutreffen. Die wesentlichsten Zielbranchen der finnischen Funkexperten sind die Eisenbahn und die Öl- und Gasindustrie. Ein weiterer Einsatzbereich findet sich auch in Energienetzwerken. Hier decken die Modems den ganzen Bereich ab von der Energieerzeugung in Off-Shore-Windparks über die Netze selbst bis hin zum örtlichen Trafohäuschen der Stadtwerke in jedem Wohngebiet. „Der Vorteil unserer Modems: Sie übertragen praktisch alles – also Daten sämtlicher Systeme, die am Markt angeboten werden“, sagt Maurice. Die Einstellungen sind individuell wählbar. Senden, empfangen, Datenübertragungen beinahe in Echtzeit und das Erstellen von Fehlermeldungen in Protokollen gehören dazu. Der neue Funkrouter ist übrigens ein volldigitales System. „Alles, was das Gerät von sich gibt, sind Einsen und Nullen umhüllt von einer Hardwareplattform“, erklärt Maurice. Mittels eines eigenen Kompressionsverfahrens lässt sich so die Datenmenge auf das Wesentliche reduzieren. Farbdisplay und Web-Interface erlauben es, die Geräte über das so genannte Simple Network Managing Protokoll (SNMP) jederzeit einzurichten. Die Zentraleinheit läuft mit Linux. Das System macht es auch möglich, etwa ein Sensorprogramm zu schreiben, das im Router direkt läuft – und zwar ganz ohne SPS. So lässt sich der lokal aufgenommene Messwert vor Ort in einem Füllstand oder eine Durchflussmenge umrechnen und im Display anzeigen oder komprimiert übertragen.

Die Funkrouter kommunizieren untereinander über Entfernungen von bis zu 15 Kilometern. Zusätzlich zur Spannungsversorgung ist keine weitere Infrastruktur, wie zum Beispiel ein PC, ein Router oder Ähnliches erforderlich. Welotec hat Modems sowohl für freie als auch für anmeldepflichtige Frequenzbänder im Produktportfolio.

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