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EMS-Markt Erstes Gesamtverzeichnis europäischer EMS-Provider

| Redakteur: Claudia Mallok

Als Erstes seiner Art bezeichnet Klaus Pildal Management sein Gesamtverzeichnis der europäischen EMS-Industrie, das als vielseitiges Werkzeug für OEMs dienen soll.

Machte mehr als 2000 Dienstleister im Internet ausfindig: Klaus Pildal
Machte mehr als 2000 Dienstleister im Internet ausfindig: Klaus Pildal
( Archiv: Vogel Business Media )

Ungeachtet der Asien-Euphorie hinsichtlich der Produktionsverlagerungen und den damit verbundenen wesentlichen Auswirkungen auf die Elektronikindustrie in Europa, ist der Analyst Klaus Pildal von Klaus Pildal Management überzeugt, dass der europäische EMS-Standort weiterhin attraktiv ist und auch bleiben wird: „Immer noch zeigen sehr viele Unternehmen, dass sie erfolgreich auf nationaler und regionaler Ebene operieren.“

Doch wie findet man den geeigneten EMS-Partner? Für Klaus Pildal war dies Anlass für ein umfangreiches Verzeichnis der europäischen EMS-Anbieter, das Klarheit schaffen soll. In dieser laut eigenen Angaben ersten und von unten nach oben erstellten Marktübersicht wurden Unternehmen der Elektronikindustrie in West- und Osteuropa identifiziert und die Industrie und die Märkte entsprechend beurteilt.

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1. Schritt: Recherche im Internet

Als erste Quelle diente ihm dabei das Internet. Mehr als 2000 europäische Dienstleister der Elektronikfertigung hat er dabei ausfindig gemacht. Alle diese Firmen wurden einzeln angesprochen, was einer Sisyphos-Arbeit gleichkam: „Einige der im Internet gefundenen Angaben, Daten oder Anschriften waren veraltet oder stimmten teilweise gar nicht mehr.“ Am Ende blieben 1340 EMS-Firmen mit 1460 Produktionsstätten übrig. Sie beschäftigen etwa 180.000 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von mehr als 25,5 Mrd. Euro.

2. Schritt: Auswertung und persönliche Gespräche

Die Auswertung der Fragebögen und darauf basierende persönliche Gespräche erfolgten im zweiten Schritt. Eine Fundgrube für weitere Informationen waren nationale Datenbanken. Abgefragt wurden neben den technischen Möglichkeiten, Umfang und Art der Dienstleistung und erreichte Zertifizierungen auch die belieferten Industriebranchen, typische Losgrößen und Beschaffungsregionen. „Die gegebenen Informationen sind alle freiwillig“, erläutert Klaus Pildal und merkt an, dass die Eintragung im EMS-Verzeichnis umso genauer erfolgt, je auskunftsfreudiger sich die Anbieter gaben. Er räumt allerdings auch ein, dass das EMS-Verzeichnis keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, ebenso wenig wie auf die absolute Korrektheit der Angaben.

„Die Liste soll nur einen Überblick bieten, welche Firmen welchen Fertigungsschwerpunkt haben. Daher ist dieses EMS-Gesamtverzeichnis auch das erste seiner Art“, merkt Klaus Pildal indes stolz an. Die Datenbank wird als Tabelle in elektronischer Form publiziert, die neben dem Firmennamen die nötigen Kontaktdaten und andere firmenbezogene Details enthält. Diese lassen sich problemlos auf eigene, firmeninterne Datenbanken übertragen und erlauben damit einen leichten Zugang zu allen relevanten Informationen für die eigene Geschäftstätigkeit. Klaus Pildal: „Das erleichtert die Suche nach dem geeignetem EMS-Partner ungemein.“

Ein Verzeichnis für alle Unternehemn in der Lieferkette

Das Verzeichnis soll allen Firmen in der Lieferkette der europäischen EMS-Industrie dienen. Sei es, dass ein OEM nach möglichen Zulieferern sucht, um Bedarfsspitzen abzudecken, oder dass Bauteile bzw. Maschinenlieferanten nach einer Ausweitung ihrer Geschäftsbasis suchen: „Diese Übersicht deckt in jedem Fall einen ersten Informationsbedarf ab“, erklärt der Analyst Klaus Pildal und weist auf weitere Einsatzmöglichkeiten hin: „Außerdem ist die Anbahnung von grenzüberschreitenden Kooperationen von Bestückungsfirmen durchaus eine weitere Möglichkeit, dieses Verzeichnis zu nutzen.“

Folgerichtig ist das Verzeichnis in zwei Teile unterteilt: Teil I gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Eckdaten jedes Landes, gefolgt von einer Ergebnisanalyse aus der Umfrage. Teil II listet alle Adressen, Kontaktdaten und weitere Informationen über die EMS-Industrie in jedem Land auf. Im Kapitel der Firmenprofile präsentieren mehr als 350 Unternehmen ihre technischen Möglichkeiten, die von ihnen belieferten Industriebereiche und die erreichten Zertifizierungen.

Für ihn steht fest, dass Europa und gerade Deutschland durchaus attraktive EMS-Standorte sind: „Kundennähe ist das wichtigste Argument, um in den oft fälschlicherweise so genannten Hochlohnländern zu bleiben.“ Darüber hinaus erfreuen sich nicht nur komplexe Baugruppen mit hohem Materialanteil sondern auch Projekte, die besonderes Fertigungs-Know-how erfordern, eines wachsenden Marktes. Auch neueste Entwicklungen auf den internationalen Märkten „öffnen nicht nur den Großunternehmern der Branche, sondern auch kleinen und mittleren Firmen Wachstum in eigenen Nischen.“

Gute Zukunftschancen für kleine und mittlere Unternehmen

Interessant hierbei ist die Entwicklung der mittelständischen und kleinen EMS-Firmen: Gerade in typischen Hochlohnländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Konzentration von EMS-Anbietern am höchsten, genauer: 437 EMS-Firmen. „Das ist höher als gedacht und zeigt deutlich, dass es hier einen Markt nicht nur für große gibt, sondern auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen gute Zukunftsaussichten in Europa haben (Tabelle). Pildal weist darauf hin, dass sich sehr viele KuM-Firmen für das EMS-Verzeichnis eingetragen haben:27% fertigen in kleinen Losgrößen von bis zu 100?Stück39% haben mittlere Losgrößen von bis zu 1000?Stück24% produzieren große Volumen mit bis zu 10.000?Stück10% verarbeiten Fertigungslose von mehr als 10.000?Stück

Global agierende EMS-Firmen hingegen haben vor allem in Osteuropa, besonders in Tschechien und Ungarn, ihre Produktionsstandorte und nutzen dabei ihr weltweites Fertigungsnetzwerk. Sie bedienen häufig eine limitierte Auswahl an ebenfalls globalen Kunden.

Weitere Vorteile für Europa sieht Klaus Pildal neben den im Vergleich zu Asien geringeren Transportkosten besonders in der gleichen Kultur und Sprache: „Es ist viel einfacher in der gleichen Zeitzone zu operieren als mit jemandem am anderen Ende der Welt.“

Klaus Pildal Management,Tel. +45(0)39 400422

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