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Elektromobilität Erstes serienreifes Niedervolt-Elektrofahrzeug

| Autor / Redakteur: Juliana Pfeiffer / Sariana Kunze

Nano Flowcell stellt auf dem Genfer Automobilsalon 2016 mit dem Quantino das erste Niedervolt-EV der Quant-Modellreihe der Öffentlichkeit vor. Im ersten Halbjahr 2016 sollen zudem weitere Vorserientests über eine mögliche Kleinserienproduktion entscheiden.

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Feiert auf dem genfer Automobilsalon 2016 seine Premiere als erste serienreifes Niedervolt-Elektrofahrzeug: der Quantino.
Feiert auf dem genfer Automobilsalon 2016 seine Premiere als erste serienreifes Niedervolt-Elektrofahrzeug: der Quantino.
(Bild: Nano Flowcell)

Auf dem Messestand der Nano Flowcell AG in Halle 1 wird neben dem Quant E vor allem die überarbeitete und näher zur Serienreife hin entwickelte Version des Sportwagens Quant F Evolution sowie der völlig neuentwickelte City-Sportler Quantino im Mittelpunkt stehen.

Neue Generation von Elektrofahrzeugen

Auf dem Genfer Salon 2015 noch als Konzeptfahrzeug präsentiert, wurde der Quantino grundlegend neu entwickelt. Konzipiert als Niedervoltfahrzeug mit Nano Flowcell-Antrieb, repräsentiert der Quantino eine neue Generation von Elektrofahrzeugen. Mit nur 48 Volt Nennspannung und insgesamt 80 kW / 109 PS, verteilt auf vier Elektromotoren, erreicht der allradangetriebene Quantino für Elektrofahrzeuge völlig neue Reichweiten. Ebenso wie beim Quant FE ist eine Kleinserienproduktion des Quantino in Modulbauweise prinzipiell möglich, eine Machbarkeitsstudie soll hierüber noch in diesem Jahr entscheiden.

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Die Nano-Flowcell als Energieträger der Zukunft

Physikalische Gesetzmäßigkeiten schoben der problemlosen Speicherung von Strom bislang immer wieder einen Riegel vor. Denn Strom lässt sich nicht einfach konservieren, sondern lediglich umwandeln. Davon zeugen die Bemühungen um recht komplexe Systeme zur Energiespeicherung wie Pendelkraftwerke mit unterschiedlich hoch liegenden Staubecken oder die Diskussion um Stromtrassen und deren Ausbau. Bereits funktionierende Systeme wie Bleibatterien sind in Wirkungsgrad und Leistungsgewicht stark verbesserungswürdig. Als zufriedenstellende Zwischenlösung wird aktuell die moderne Lithium-Ionen-Technik für Mobiltelefone und Laptops eingesetzt. Bei größeren Baumustern, wie beispielsweise im Auto benötigt, neigt sie jedoch zu schwer kontrollierbarem Eigenverhalten bis hin zum "thermischen Durchgehen". Worst case: der Akku geht in Flammen auf.

Flüssigkeit altert kaum

So gesehen kann die Flowcell-Technologie mit ihren flüssigen Elektrolyten einen Traum der Menschheit wahrmachen: Es gelingt hier zum ersten Mal, nennenswerte Mengen an Energie bei gutem Wirkungsgrad zu speichern. Das Herausragende am Elektrolyt für die Flowcell-Systeme ist dabei seine Haltbarkeit. Die Flüssigkeit altert kaum und bleibt in Menge und Regenerations-Fähigkeit ohne Memory-Effekt völlig verschleißfrei. Nachdem der Elektrolyt im Gebrauch "entladen" wurde, muss er nur neu aufgeladen werden. Hierfür wird lediglich eine geeignete Energiespeicher-Station benötigt, damit können 100 Liter verbrauchtes Elektrolyt in 100 Liter ionisch konzentriertes Elektrolyt umgewandelt werden.

Wirkungsgrad von über 80 Prozent

Der Vorteil der Nano Flowcell gegenüber der herkömmlichen Flusszellen Technologie liegt dabei vor allem in der fünffach höheren Energiedichte (600 Wh/Kilogramm oder Liter). Was für die Quant E-Sportlimousine eine fünf Mal größere Reichweite bedeutet, bietet auch anderen Systemen interessante Ansatzpunkte und Perspektiven. Zudem ist dieses neu entwickelte System äußerst betriebssicher und umweltfreundlich. Und vor allem: Es gibt fast keine bewegten Teile, wenig Abwärme und dadurch einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Das gab es in dieser Form noch nie.

In nur 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Der Quant FE ist ein rassiger Supersportler im 2+2 Design eines Coupés, dessen Nano Flowcell-Antrieb seinen sportlichen Genen entgegenspielt. Die umgerechnet 801 kW (1090 PS) beschleunigen den Elektro-Boliden in nur 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dabei wird die Energie für eine derartige Beschleunigung im bordeigenen Kraftwerk umweltfreundlich und toxikologisch völlig unbedenklich produziert. Der Zusatz E beim Quant FE steht für Evolution – eine Namensgebung, die auf die fortgeschrittene Serienreife des Fahrzeugs deutet. Insbesondere das Interieur des Quant FE wurde unter dem Gesichtspunkt der Homologation grundlegend neu gestaltet.

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