Es geht noch schneller

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Bei der Nierensteinzertrümmerung sorgen heute multifunktionale Lithotripter dafür, dass Steinortung und Therapie in bequemer Rückenlage des Patienten durchgeführt werden. Siemens Medical Solution vertraut bei der antriebsseitigen Ausstattung ihres Lithotripter auf z.B. zwei verschiedene Geräte die c-line-Drives der LTi DRiVES.

Firma zum Thema

Multifunktionaler Lithotripter (Nierensteinzertrümmerer) ... von Siemens Medical Solution sorgt dafür, dass heute Steinortung und Therapie in bequemer Rückenlage des Patienten durchgeführt werden können.
Multifunktionaler Lithotripter (Nierensteinzertrümmerer) ... von Siemens Medical Solution sorgt dafür, dass heute Steinortung und Therapie in bequemer Rückenlage des Patienten durchgeführt werden können.
( Archiv: Vogel Business Media )

Erstmals 1980 wurde eine neue Behandlungsmethode zur Entfernung von Nierensteinen an dem Universitätsklinikum in Großhadern erfolgreich angewandt: Die extrakoporale Stoßwellenlithotripsie. Der Patient wurde dabei unter Vollnarkose in einer Badewanne positioniert, an deren Unterseite ein Stoßwellengenerator angebracht war. Zur genauen Lokalisierung der Lage der Nierensteine wurden zwei Röntgengeräte verwendet, deren Strahlen sich im Brennpunkt der Schallwellen kreuzten. Durch die Auslösung der Druckwellen des Stoßwellengenerators zerfallen spröde Materialien wie z.B. Nierensteine in kleine Konkremente und können danach auf natürliche Weise ausgeschieden werden. Heute sorgt ein multifunktionaler Lithotripter (Nierensteinzertrümmerer) dafür, dass Steinortung und Therapie in bequemer Rückenlage des Patienten durchgeführt werden. Das Wasserbad, die Vollnarkose und umständliche Positionierungen gehören der Vergangenheit an. Siemens Medical Solution vertraut bei der antriebsseitigen Ausstattung ihres Lithotripters auf beispielsweise zwei verschiedene Geräte der c-line-Drives der LTi DRiVES : Servoantrieb CDE3000 (1P~230V/3P~460/2,2-170A); Kleinstservo CDF30.008 (24V/48DC /8A ).

Antriebstechnisches Know-how ist ebenso wichtig wie das Wissen über modulare Funktionalität, Softwarestrukturen und Qualitätssicherung. Die Software für die Antriebsgeräte der c-line Baureihe wurden annähernd zeitgleich entwickelt. Aus einem streng komponentenorientierten Software-konzept entstand eine Plattform, die für alle Geräte der c-line Baureihe gleich ist.

Identische Softwarestrukturen prägen die Gerätevarianten, ob in Verbindung mit dem Inbetriebnahme-Tool „DriveManager“, klemmen- oder feldbus-seitig. Konfigurationsdialoge reduzieren sich auf das Wesentliche und ermöglichen eine intuitive Gerätebedienung über alle Baureihen.

Leichte Inbetriebnahme von Motor und Gebersystemen

Die c-line Drives unterstützen die verschiedenen Motortypen, die möglichst mit ein und demselben Reglertyp und einer Standard-Firmware zu betreiben sind. Hierzu gehören Synchron-/ Asynchron-Servomotoren, IEC Normmotoren, lineare und rotative Direktantriebe sowie DC- oder EC-Motoren.

Patentierte Verfahren zur Encoder -Offsetbestimmung und Korrekturfunktionen für den Abgleich von Resolverspuren sind im Standard enthalten und können sehr einfach über die Bedienoberfläche aktiviert werden. Zur Kompensation lose- oder schlupfbehafteter Mechanik kann neben dem motorseitigen Drehzahl-und/oder Kommutierungsgeber ein zweites maschinenseitiges (abtriebsseitiges) Gebersystem zur Positionserfassung für den Lageregelkreis angeschlossen werden.

In den Applikationen bei medizinischen Anlagen wird die Kombination aus motorseitigem Geber (z.B. Resolver) und abtriebsseitigen absolut messenden Gebersystemen (z. B. magnetische und optische Absolutwertgeber mit SSI Protokoll) genutzt. Beim Lithotripter kommt z.B. die Kombination aus Resolver- und absolut messendem Geber und die Anbindung über CAN-open zur Anlagensteuerung zum Einsatz. Die Realisierung der profilspezifischen Gerätefunktionen wurde mit größter Übereinstimmung, auch in Hinblick auf die Umsetzung der verfügbaren Performance-Eigenschaften der c-line-Drives, durchgeführt. Dafür wurde aktiv an der Definition des Antriebsprofils mitgearbeitet. Den wesentlichen Teil der definierten Funktionen findet der Kunde in unseren Geräten wieder: Hierzu gehören z.B. der Normierungsblock zur Definition kundenspezifischer Einheiten oder die Steuerung des Antriebs über die DriveCom - Zustandsmaschine. Neben zahlreichen herstellerspezifischen Betriebsarten (Operation-Modes) werden die standardisierten, wie Homing-, Profile, Velocity-, Profile Position- und Interpolated Mode ebenso unterstützt.Zur Vernetzung mit einer zentralen SPS oder einem Visualisierungssystem steht dem Anwender ebenfalls die integrierte CAN-Schnittstelle zur Verfügung. Das streng nach CANopen (DS301) implementierte Protokoll ermöglicht dem Anwender den direkten Zugriff auf alle Parameter, freie Konfiguration des Sollwertkanals und Firmware-Updates.

Der sichere Halt nach EN954-1 Kategorie 3 ist im CDE/CDF und CDB (optional) integriert. Kostenintensive zwangsgeführte Motorschütze können entfallen, die Motorschirmung wird nicht unterbrochen, dieses führt zu einem besseren EMV -Verhalten. Diese Funktion wird nicht nur im Maschinenbau zur Einhaltung der funktionalen Sicherheit bei „gefahrbringender Bewegung“ genutzt, sondern auch zum Schutz des Patienten.

Neben zahlreichen parametrierbaren Funktionen zum Steuern des Antriebsreglers über Klemme bzw. Analogkanal, stehen Nockenschaltwerks - Funktio-nalität und verkettetes Fahrsatzpositionieren in allen Geräten der Baureihe standardmäßig zur Verfügung. Zahlreiche Motion-Control Kommandos und umfangreiche Rechenoperationen sowie Zugriff auf Parameter und E/As der Geräte ermöglichen die Realisierung komplexer Anwendungen und ersetzen teilweise den Einsatz externer Steuerungen.

Klaus Peter Hensel /LTi DRiVES Lahnau, Peter Bier / Siemens Medical Solutions Erlangen

(ID:238944)