Feldbus Ethercat wird mobil

Redakteur: Reinhard Kluger

Der Mobilen Automation wendet sich die Ethercat Technology Group vermehrt zu. Ganz neue Funktionalitäten sollen das Ziel der Entwicklungen sein. Und weitere Chips für den Feldbus stellten jüngst erst Renesas und HMS vor.

Firmen zum Thema

Michael Volz, Geschäftsführer HMS Industrial Networks, präsentiert neue Bausteine mit integriertem Ethercat-Interface.
Michael Volz, Geschäftsführer HMS Industrial Networks, präsentiert neue Bausteine mit integriertem Ethercat-Interface.
(Kluger/elektrotechnik)

Sie trafen sich kürzlich in Frankfurt: Anwender und Hersteller der Land- und Forstwirtschaft, aus Hochbau und Tiefbau, Bergbauindustrie, Transport- und Frachtwesen sowie anderen Industrien mit ähnlichen Anforderungen an die Mobile Automation. Im Fokus dabei: Traktoren, Mähdrescher, Anbaugeräte, Bagger, Kräne, Radlader oder Muldenkipper. Geräte, die zunehmend komplexer werden – Maschinen, bei denen die Automatisierungs- und Informationstechnik zu höheren Ertragsdaten sowie gesteigerter Energieeffizienz führen soll und dort auch gänzlich neue Funktionalitäten übernehmen kann. Denn dank der besonderen Performance und Flexibilität bietet Ethercat als Ethernet-Feldbus in diesem Bereich wertvolle Möglichkeiten.

Kritische Analysen zu bestehenden Herausforderungen

Neben einer Einführung in die Ethercat-Technologie präsentierte man Beispielapplikationen und reflektierte die Anforderungen an Engineering, Diagnose, integrierte Sicherheitsfunktionen sowie den Physical Layer. Im Rahmen der geplanten Vorträge gab es kritische Analysen zu den bestehenden Herausforderungen am Markt. Im Gespräch waren die Systemvorteile von Ethercat sowie neue Lösungsansätze. Die Ethercat Technology Group, kurz ETG genannt, wächst auch nach neun Jahren stetig weiter: Mittlerweile vermeldet der Verband über 2200 Mitgliedsunternehmen – und das nur zwei Jahre, nachdem er mit 1500 Mitgliedsunternehmen nach eigenen Angaben die weltgrößte Feldbusorganisation wurde.

400 Unternehmen traten in 12 Monaten der ETG bei

Alleine in den letzten zwölf Monaten traten 400 Unternehmen der ETG bei, das Wachstum beschleunigt sich demnach sogar noch weiter. Verteilt sind die Mitglieder der Ethercat Technology Group auf insgesamt 56 Länder, wobei Deutschland noch immer die meisten Mitglieder stellt. An zweiter Stelle folgen die USA, Japan und China/Taiwan mit jeweils über 250 Mitgliedern. Auch in Asien gibt es großes Interesse, etwa ein Drittel aller Mitglieder kommt von dort.

Ähnlich das Bild bei den Herstellern von Ethercat-Produkten: Auch hier ist die Verteilung global. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Zahl der Anbieter, sondern auch die Art und Weise, wie die Technologie von diesen angenommen wird. So gilt Ethercat bei sehr vielen Herstellern nicht nur als ein weiteres Bussystem im Komponentenbereich, sondern man setzt das Protokoll als Systembus ein. Mittlerweile bieten 150 Hersteller weltweit Ethercat-Master an, also Ethercat-basierte Steuerungssysteme.

(ID:37265450)