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Sicherheitstechnik Extra scharf muss er sein - Mit dem Chip auf Nummer sicher

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Schon seit 1920 ist Löwensenf Extra ein Synonym für scharfen Senf. Sein Erfolgsrezept ist die klassische Anwendung zur Bockwurst - bei der ein besonders würzig-scharfer Senf nicht fehlen darf. Um die Qualität des berühmten Gewürzes bei der Herstellung sicherzustellen, bedient man sich einer elektronischen Zugriffskontrolle.

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Bei der Produktion von Löwensenf ist Qualität gefragt. Ein elektronischer Schlüssel schützt vor Fehlbedienungen.
Bei der Produktion von Löwensenf ist Qualität gefragt. Ein elektronischer Schlüssel schützt vor Fehlbedienungen.
(Bild: Jorbasa Fotografie, flickr.com (CC BY-ND 2.0))

Dass deutsches Bier nach dem Reinheitsgebot gebraut wird, ist wohl Jedem bekannt. Aber auch dass es Senf gibt, der nach Reinheitsgebot hergestellt wird? Tatsächlich wird die Schärfe von Löwensenf Extra nur über die Auswahl der Senfsaat erreicht. Nur die schärfsten aus den besten Anbaugebieten der Welt kommen in die Tube. Sie allein enthalten in ausreichendem Maße den Inhaltsstoff Sinigrin, aus dem während der Senfherstellung das ätherische Allylsenföl entsteht. Zusätze wie Chili sind hier tabu.

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Dabei hat das vor über 100 Jahren gegründete Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf weitaus mehr Senfsorten im Sortiment, die am Firmensitz produziert werden. Bei der Abfüllung werfen dort Kameras ihren scharfen Blick auf mit Senf gefüllte Tuben, bevor diese an eine Verpackungseinheit weitergeleitet werden. Das Kamerasystem kontrolliert im Rahmen des Qualitätsmanagements, ob zum Beispiel „das auf die Tube gedruckte Datum und die Uhrzeit vorhanden und lesbar sind oder der Falz in Ordnung ist“, sagt Rainer Lang, Technischer Leiter bei Löwensenf.

Um Fehlbedienungen des QM-Systems und der Verpackungseinheit zu vermeiden, suchte Löwensenf eine sichere Zugriffsverwaltung, die zudem den strengen hygienischen Vorgaben der Lebensmittelbranche entsprechen musste. „Uns war vor allem wichtig, die Systemparameter zu schützen“, so Lang. Die Steuerungen würden zwar Passwortfunktionen bereitstellen, „doch Passwörter machen schnell die Runde“.

Interne Benutzererkennung

Recherchen und die Empfehlung eines Maschinenbauers brachten den Techniker auf das Electronic-Key-System EKS Light von Euchner. Dabei handelt es sich um ein Nur-Lese-System mit interner Benutzererkennung für kleinere und dezentrale Applikationen. Sie ermöglicht den kontrollierten Zugriff auf einzelne Maschinen, ganze Anlagen oder andere Einrichtungen. Der Benutzer identifiziert sich durch einen elektronischen Schlüssel mit RFID-Transponder an der Schlüsselaufnahme. Eine Steuerung ist für diese Prüfung nicht erforderlich. War die Identifizierung erfolgreich, erhält der Benutzer die für ihn hinterlegten Berechtigungen.

Bei Löwensenf kommt die modulare Ausführung zum Einsatz: Schlüsselaufnahme und Elektronik sind räumlich voneinander getrennt montierbar. Zudem ist die Schlüsselaufnahme für Anwendungen in hygienisch sensiblen Bereichen gestaltet und lässt sich daher einfach reinigen. „Dank der Standard-Montagebohrung von 22,5 mm Durchmesser ließ sich die Schlüsselaufnahme sehr leicht im Gehäuse der Bedienungseinheit montieren. Die wasserdichte, hygienische Ausführung mit Schutzart IP 69K war für uns sehr wichtig“, sagt Rainer Lang. Die Elektronik wiederum sitzt Platz sparend im Gehäuse.

4 Zugriffsstufen definiert

In der Elektronik wurden für das QM-System 4 Zugriffsstufen hinterlegt. Stufe 1 entspricht dem einfachen User, der ohne Chip die Grundfunktionen der Maschine bedienen darf. Ab Stufe 2 – für Techniker, Einstellungen können geändert werden – ist eine Identifizierung erforderlich. Stufe 3 ist dem Qualitätsmanagement vorbehalten, während Stufe 4 Administratorrechte besitzt.

Die in jeder Stufe zur Verfügung stehenden Maschinenfunktionen werden an einem Touchscreen angezeigt. Der Technische Leiter findet es praktisch, dass man „den gleichen Chip auch an den Maschinen verwenden kann“, wo drei Sicherheitsstufen gelten. Die Programmierung erfolgt an einem Windows-Rechner mit der Software Electronic-Key-Manager EKM von Euchner. Der Chip wird zum Programmieren einfach in eine EKS-Schlüsselaufnahme gesteckt, die mittels USB-Anschluss mit dem Laptop verbunden ist. „Das Einarbeiten in die Programmierung nahm nur wenig Zeit in Anspruch“, sagt Lang zufrieden. Dank dieser positiven Erfahrungen ist für ihn klar: „Wir werden EKS Light in weiteren Bereichen des Unternehmens einführen.

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