Industrieautomatisierung Fabriken der Zukunft verbinden Hochtechnologie mit aktuellen Marktbedürfnissen

Redakteur: Wolfgang Leppert

Optimistischen Schätzungen zufolge soll der europäische Markt für Prozessleittechnik und speicherprogrammierbare Steuerungen bis 2017 auf rund 8,9 Milliarden US-Dollar anwachsen, so ein aktueller Analystenkommentar von Frost & Sullivan zum Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme.

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Der Sektor der Industrieautomatisierung befindet sich den Marktforschern zufolge an einem Scheideweg. Alle wichtigen Anbieter industrieller Automatisierungstechnik seien sich darüber einig, dass das Produktportfolio von Automatisierungs- und Kontrollsystemen demnächst entweder direkt oder indirekt den Sättigungsgrad erreichen wird. Unterstützt werde diese Entwicklung durch den Trend zu einer enger werdenden Produktdefinition zwischen einzelnen Automatisierungs- und Kontrolllösungen, vor allem im Bereich der Produktlinien der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) und der Prozessleittechnik (DCS) .

„Anbieter bringen zurzeit hybride Produkte auf den Markt, bei denen die Funktionen von SPS und DCS kombiniert werden, um dem hohen Wettbewerbsdruck standhalten zu können und das Interesse von Endverbrauchern zu wecken“, erläutert Frost & Sullivan Senior Research Analyst Karthik Sundaram. „Trotz ihrer wirtschaftlichen Vorteile, hat das Aufkommen derartiger Produkte die Wahrnehmung durch die Endverbraucher erheblich getrübt und es bleibt abzuwarten, ob diese technische Strategie die erhofften Ergebnisse nach sich ziehen wird.“ Klar ersichtlich sei, dass sich die Einflussfaktoren, die den Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme traditionell bestimmen, im Wandel befinden. Zurzeit übe das Produktportfolio eines Unternehmens den stärksten Einfluss im Markt für Automatisierungs- und Kontrollsysteme aus, knapp gefolgt von Service & Support sowie kostenrelevanten Überlegungen. Dies solle sich jedoch ändern.

Fünf Megatrends prägen die Fabriken der Zukunft

„Die Betonung auf das Produktportfolio der Industrieautomatisierung wird voraussichtlich in den nächsten Jahren abnehmen“, so Sundaram weiter. „Der Bedarf an globalisiertem Service & Support dürfte hingegen, zusammen mit den Kostenfaktoren, an Bedeutung gewinnen.” Während der Markt in die nächste Phase übergeht, ergäben sich für Anbieter neue, attraktive Chancen und Herausforderungen bezüglich Wachstum und Exzellenz. Anbieter sollten daher den aktuellen Entwicklungen folgen und ihre Wettbewerbsfähigkeit und Erfolgschancen in den zukünftigen Fabriken verstärken.

Frost & Sullivan sieht hierbei für die „Fabrik der Zukunft” im wesentlichen fünf entscheidende Megatrends: Cyber Security, mobile und drahtlose Technologie, unternehmensspezifisches Ökosystem, Cloud Computing und Nachhaltigkeit. Sundaram: „Diese Megatrends werden auf alle Ebenen eines Industrieunternehmens Auswirkungen haben.“ Das Betriebspersonal werde zum Beispiel in den Fabriken der Zukunft nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz innerhalb eines Kontrollraums gebunden sein. Durch den Vormarsch der Tablet-Computer und von mobilen Plattformen werde es ortsunabhängig möglich, Produktlinien zu verfolgen, Wartungsprozesse durchzuführen und Prozessabläufe zu überwachen.

Die Einführung von sicheren Cloud-Computing-Technologien ermögliche den Zugang zu relevanten strategischen Daten über das Internet, mit deren Hilfe Entscheidungen in Echtzeit gefällt werden können sowie die Betriebseffizienz gesteigert werden kann. „Im Wesentlichen werden zukünftige Fabriken über sichere drahtlose Netzwerke verfügen, die einen hoch automatisierten Produktionsprozess unterstützen und hierbei nahtlos mit der über die Clouds arbeitenden Unternehmenssoftware verbunden sind“, betont der Analyst. „Eine High-End-Fabrik wird auch über bereichsübergreifende Fertigungsmechanismen verfügen, welche die bestmögliche Optimierung der Abläufe — die so genannte Operational Excellence — vorantreiben und die Nachhaltigkeit unterstützen werden.“

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