Fotovoltaik-Onlineportal

Fakten und Hintergründe zur Solarenergie auf Solarserver.de

28.05.2008 | Redakteur: Andreas Mühlbauer

Solarserver.de bietet unzählige Informationen, Tipps und Services
Solarserver.de bietet unzählige Informationen, Tipps und Services

Mit der zunehmenden Nachfrage und dem Angebot an Solarenergie ist auch der Bedarf an Informationen, Foren und Hintergründen zur Fotovoltaik stark gestiegen. Eine Plattform dafür bietet das Online-Portal „Solarserver.de“. ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit dem Geschäftsführer und Chefredakteur des Solarservers, Rolf Hug.

Herr Hug, seit einigen Jahren boomt die Fotovoltaik-Industrie weltweit und bei uns besonders in Ostdeutschland. Auf Ihrem Online-Portal „Solarserver.de“ zeigen Sie diese Entwicklung aktuell und mit gründlich recherchierten Hintergrundinformationen auf.

Seit wann gibt es den Solarserver und wie ist die Idee dazu entstanden?

Der Solarserver, die „erste Adresse zum Thema Solarenergie im Internet“, ist seit 1997 im World Wide Web zu finden. Die Idee zu einem Solar-Portal entstand im Umfeld eines Internetunternehmens, das sowohl die Potenziale des damals neuen Mediums als auch die Notwendigkeit und Erfolgschancen erneuerbarer Energien frühzeitig erkannte und beides medial kombinierte.

Welches sind im Wesentlichen die Inhalte und welche Prioritäten setzen Sie dabei?

Der Solarserver konzentriert sich auf Fotovoltaik, Solarthermie und solares Bauen, berichtet aber über alle regenerativen Energien und Energieeffizienz. Priorität haben Fachbeiträge, Solar-Nachrichten und die Vermittlung von Grundlagenwissen sowie interaktive Dienste wie beispielsweise ein Photovoltaik-Rechner, das Solar-Branchenverzeichnis, Strahlungskarten etc.

An welche Zielgruppen richtet sich der Inhalt und welchen Nutzen haben diese?

Als Fach- und Publikumsportal informiert der Solarserver sowohl Akteure aus der Solarbranche (Industrie, Handwerk, Planer...) als auch Bauherren und Hausbesitzer sowie Studierende, Auszubildende und Schüler. Großen Wert legen wir auf kompetente und sachgerechte Information, die für ein heterogenes Publikum anschaulich und verständlich aufbereitet wird.

Welche Kooperationen sind Sie eingegangen, um so detailliert informieren zu können, wer sind Ihre Partner?

Wir arbeiten zusammen mit wichtigen deutschen und internationalen Verbänden, Organisationen, Messen und Medien. Besonders intensiv kooperiert der Solarserver mit der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und dem BINE-Informationsdienst. Weitere Partner sind zum Beispiel das Portal pvresources.com oder die EU-Kampagne „Intelligent Energy Europe“.

Noch bedeutet es einen enormen Aufwand, leistungsfähige PV-Kraftwerke zu bauen, und auch nicht jeder Ort eignet sich dazu – von den Kosten einmal abgesehen. Welches Potenzial hat die PV und ist sie wirklich die Energiequelle der Zukunft?

Auf Grund ihres beträchtlichen Potenzials kann die Sonnenenergie in Zukunft einen maßgeblichen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Das belegt ihr Wachstum in den vergangenen Jahren: Waren allein in Deutschland Ende 2000 noch Solarzellen mit einer Gesamtleistung von etwa 96,5 MW installiert, betrug die Fotovoltaik-Leistung 2007 bereits deutlich mehr als 3500 MW. Doch nicht nur der deutsche Fotovoltaik-Markt boomt, sondern vor allem der Weltmarkt. Energieszenarien, die von Greenpeace und dem europäischen Solarindustrieverband EPIA entwickelt wurden („Solar Generation“), prognostizieren einen Anteil der Fotovoltaik an der weltweiten Stromversorgung im Jahr 2030 in einer Größenordnung von bis zu 9%.

Wie stehen PV und Solarthermie im Vergleich zu anderen alternativen Energien wie Wind und Wasser da, was das langfristige Potenzial angeht?

Mit den heute vorhandenen Techniken zur Nutzung der erneuerbaren Energien ließe sich die 6-fache Menge des jährlichen Energieverbrauchs abdecken. Das größte Potenzial unter allen Technologien zur Nutzung der Erneuerbaren (rund zwei Drittel) entfällt auf jene Techniken, welche die Solarstrahlung nutzen: Solarthermie und Fotovoltaik.

Der REN21 Renewables 2007 Global Status Report beziffert die weltweite Kapazität zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2007 mit geschätzten 240 GW. 95 GW entfallen auf die Windenergieleistung, 105 GW auf die Solarthermie und 10 GW auf die Fotovoltaik.

Werden sich Ihrer Ansicht nach eher große Verbund-PV-Anlagen durchsetzen oder gehört die Zukunft den kleineren Dachanlagen – oder beides?

Das hängt von der Wirtschaftlichtkeit ab, die durch die jeweiligen Rahmenbedingungen definiert wird: Große Fotovoltaikkraftwerke auf Freiflächen werden derzeit beispielsweise in Spanien oder den USA errichtet, wo zum einen die hohe Sonneneinstrahlung und zum anderen die lohnenden Einspeisevergütungen die Solarstromproduktion betriebswirtschaftlich ausgesprochen interessant machen. In Spanien zeichnet sich jedoch eine Wende zur Dachintegration ab: die dortige Regierung plant, künftig Dachanlagen verstärkt zu fördern, was in Frankreich bereits über den Einspeisetarif erfolgt.

PV- oder Solarthermieanlage – wonach richtet sich die Entscheidung für eine Technologie?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Prinzipiell kann und soll Solarwärme direkt dort verbraucht werden, wo sie auch erzeugt wird: auf dem eigenen Dach. So entfallen Verluste für die Übertragung. Solarstrom wird gegenwärtig überwiegend in das Netz eingespeist, das quasi als Speicher und Verteiler dient. Je nach den spezifischen Voraussetzungen und dem individuellen Energiebedarf lassen sich Solarthermie und Fotovoltaik für private Haushalte auf einem Dach kombinieren. Auch für industrielle und kommerzielle Anwendungen stehen genügend Dächer zur Verfügung, sowohl zur Solarstromproduktion als auch für die Erzeugung von Solarwärme zur Heizung, Klimatisierung oder um Prozesswärme bereitzustellen.

Welche Rolle spielen die deutschen Firmen heute bei Technologie, Entwicklung und Anlagenbau und wie sieht Ihre Prognose für die Zukunft aus?

Wenn die politischen Anreize zur Markteinführung verlässlich bleiben, können deutsche und europäische Unternehmen ihre Technologieführerschaft weiter ausbauen. Die Fotovoltaikbranche entwickelt sich nach Auffassung der PV-Verbände zunehmend zu einer globalen Leitindustrie. Das Auslandsgeschäft kann zu einem immer stärkeren Standbein der deutschen Fotovoltaikindustrie werden, doch die Konkurrenz, vor allem aus China und Südostasien drängt immer stärker auf die globalen Märkte.

Mit einer Jahresproduktion von 370 MW belegt derzeit der Solarzellenhersteller Q-Cells aus Thalheim in Sachsen-Anhalt noch knapp vor den beiden Wettbewerbern Sharp und Suntech Power den ersten Platz unter den PV-Produzenten. Die Spitzenposition von Suntech zeigt exemplarisch, dass sich chinesische Akteure dauerhaft in der internationalen Solarwirtschaft etablieren. Das Unternehmen mit Sitz in Wuxi, das seine Produktion 2007 um 127% steigern konnte, wurde erst 2001 gegründet und ist damit noch jünger als die Ende 1999 gegründete Q-Cells AG, die 2007 ein Plus von rund 46% erreichte.

Herr Hug, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 256138 / Strategie & Unternehmensführung)