Elektromobilität im Visier FAU und RWTH Aachen gründen offene Forschungsplattform E|Mobility

Redakteur: Sariana Kunze

Automobilhersteller allein können die dafür nötige Forschung nicht stemmen und suchen deshalb nach Partnern, gerade in der Wissenschaft. Bestens dafür gerüstet sind jetzt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Zusammen gründen sie die offene Forschungsplattform E|Mobility.

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Laut der neuen Roland Berger-Studie sollen Brennstoffzellenfahrzeuge eine langfristige Alternative zu batteriebasierten Antrieben darstellen.
Laut der neuen Roland Berger-Studie sollen Brennstoffzellenfahrzeuge eine langfristige Alternative zu batteriebasierten Antrieben darstellen.
( RWE)

Die Forschungsplattform basiert auf dem in Aachen entwickelten Elektrofahrzeug StreetScooter. Der Vorteil: Sie ermöglicht den uneingeschränkten Zugriff auf ein reales Fahrzeugkonzept mit allen relevanten Informationen und Schnittstellen und ist so gestaltet, dass im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes alle erdenklichen Fragestellungen zum Thema Elektromobilität erforscht werden können. Sie soll daher auch weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie offenstehen und erstmals am 12. Juni 2013 auf dem 1. Elektromobilproduktionstag in Aachen vorgestellt werden.

Auf den Baukasten des StreetScooter zugreifen

Im Rahmen der Plattform E|Mobility können die Partner für ihre Forschung auf den kompletten Baukasten des StreetScooter zugreifen – einschließlich aller Komponenten sowie der darauf angepassten Produktionsprozesse und -systeme. Die Geschäftsstelle für Elektromobilität (GSE) der RWTH Aachen konzentriert sich dabei auf Fragestellungen der Produktion von Gesamtfahrzeugen und die Forschung am Energiespeicher. Der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik an der FAU fokussiert sich auf die Fertigung des elektrischen Antriebsstrangs. Für Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Jörg Franke ergänzen sich die beiden Hochschulen hervorragend: „Wir sind stolz, dass wir unsere intensiven Vorarbeiten zur Leistungselektronik und zur Elektromotorenproduktion im Bayerischen Technologiezentrum für elektrische Antriebstechnik, dem E|Drive-Center, in eine Kooperation mit der RWTH Aachen einbringen können. Damit gewinnen wir die weltweit renommierteste technische Hochschule im Bereich der Produktion elektrischer Fahrzeuge als Partner.“

Übergeordnete Zielsetzung der Plattform und der intensiven Zusammenarbeit beider Universitäten ist die Reduktion der Herstellungskosten für das Gesamtsystem Elektrofahrzeug und seine bedeutendsten Teilsysteme, vor allem den elektrischen Antriebsstrang – bestehend aus Batterie, Leistungselektronik und Elektromotor – sowie die Karosserie. In diesem Zusammenhang wollen die Partner auch eine gemeinsame Forschungsstrategie im Themenfeld Elektromobilitätsproduktion entwickeln. „Mit dem Projekt können wir bestehende Kompetenzen ideal ergänzen und der deutschen Forschungslandschaft im internationalen Vergleich zu mehr Schlagkraft verhelfen“, fasst Prof. Dr. Achim Kampker, RWTH Aachen, den Anspruch der Kooperation zusammen. Daher haben sich die Partner dafür entschieden, die Plattform als Basis für alle zukünftigen Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu verwenden.

Aufgaben sind klar verteilt

Der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke konzentriert seine Forschung auf innovative Fertigungsverfahren für mechatronische Produkte. Die Entwicklungsarbeiten umfassen die komplette Prozesskette, die mit dem Packaging elektronischer Bauelemente beginnt, einen Schwerpunkt in der Montage elektronischer Baugruppen (Drucken, Bestücken, Löten/Sintern, Testen) findet, die Herstellungsverfahren für elektrische Antriebe (insb. Wickelverfahren, Verbindungstechniken, Magnetmontage) vollständig umfassen, Verfahren und Anlagen zur Endmontage fokussiert und darin u.a. auch die Entwicklung von Kontaktierungssystemen sowie die Verlegung von Bordnetzen betrachtet. Die Geschäftsstelle Elektromobilität der RWTH Aachen koordiniert und synchronisiert die interdisziplinären Aktivitäten der Hochschule im Themenfeld Elektromobilität. Schwerpunktmäßig werden dabei die Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs, bestehend aus Batterie, Leistungselektronik und Elektromotor sowie deren Produktion betrachtet.

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