Gateways

Feldbus-Kommunikation mit Schnittstelle zum Diagnosetool

06.04.2010 | Redakteur: Reinhard Kluger

Unigate CL- Protokollkonverter von Deutschmann Automation für alle marktgängigen Feldbusse und Industrial-Ethernet-Systeme. Für ein komfortables Debugging verfügen die Gateways jetzt über eine Schnittstelle für das Diagnosetool AutoSPy.
Unigate CL- Protokollkonverter von Deutschmann Automation für alle marktgängigen Feldbusse und Industrial-Ethernet-Systeme. Für ein komfortables Debugging verfügen die Gateways jetzt über eine Schnittstelle für das Diagnosetool AutoSPy.

Jetzt gibt es einen Fahrtenschreiber für den Datenverkehr: Dabei fungieren Gateways für fast alle marktgängigen industriellen Protokolle als Protokollkonverter, die auf die unterschiedlichen Schnittstellen umsetzen. So hat Deutschmann seine Unigate CL-Gateways nun mit einer Software-Schnittstelle für AutoSPy ausgestattet. Dieses leistungsfähige Diagnosetool gestattet das komfortable Überwachen und Auswerten der Prozessdaten.

Unregelmäßig auftretende Fehlfunktionen, Ausfälle, oder mangelhafte Interoperabilität bei komplexen Geräten oder Anlagen können Servicepersonal, das über keine hinreichend leistungsfähige Mess- und Analysetechnik verfügt, vor unangenehme Herausforderungen stellen. Geeignete Diagnosewerkzeuge müssen aussagekräftige Prozessdaten liefern und eine übersichtliche Handhabung gewährleisten. Deshalb hat sich Deutschmann Automation entschieden, seine Unigate CL-Protokollkonverter mit einer Software-Schnittstelle für das Diagnosetool AutoSPy der GWT-TUD GmbH auszustatten. AutoSPy greift über die Debug-Schnittstelle des Protokollkonverters direkt auf das Skript zu, das in diesen Gateways das Endgeräte-Protokoll umsetzt.

Langzeit-Mitschnitte identifizieren Störungen

Mit der Analysesoftware lassen sich wie mit einem Fahrtenschreiber sämtliche ein- und ausgehenden Signale in Echtzeit aufzeichnen. Unterschiedliche Diagrammfunktionen von AutoSPy gestatten die einfache Auswertung der Aufzeichnungen und die übersichtliche Darstellung von Variablen. Durch Langzeit-Mitschnitte und integrierte Suchfunktionen lassen sich dabei auch kürzeste oder extrem selten auftretende Störungen identifizieren.

Volle Kontrolle über Prozessdaten

AutoSPy lässt sich nicht nur zur Analyse sporadischer Störungen im laufenden Anlagenbetrieb, sondern auch als Testinstrument während der Entwicklung von Embedded- oder Steuerungssoftware und zur Parametrierung und Optimierung eines Prozesses während der Inbetriebnahme einsetzen. Die Prozessdaten, die untersucht werden sollen, werden durch sogenannte Gerätetreiber aufgezeichnet. Das sind separate Softwaremodule, die genau auf eine konkrete Datenquelle, wie z.B. eine SPS, ein Kommunikationsgerät oder auch softwarebasierte Simulationstools zugeschnitten sind und die Aufgaben der Gerätekommunikation, Datenerfassung und -vorverarbeitung übernehmen. Nach Treibern für die SPS-Serien Simatic S5 und S7 sowie für OPC-Server ist der Gerätetreiber für die Protokollkonverter der Unigate CL-Serie von Deutschmann Automation das jüngste Produkt der GWT.

Nur die Festplatte setzt Grenzen: Langzeitaufzeichnungen mit AutoSPy

Für die Diagnose von Kommunikationsproblemen zwischen verschiedenen Geräten ist es unverzichtbar, Daten von verschiedenen Datenquellen zeitgleich in dasselbe Signalspurdokument aufzeichnen zu können. Treten die Fehler nur selten auf, sind Langzeitaufzeichnungen über mehrere Tage oder Wochen für die Ursachenerfassung oft unverzichtbar. Dabei entstehen meist gewaltige Da-tenmengen, die AutoSPy automatisch und für den Anwender transparent in Multi-Archive aufteilt, sobald mehr als zwei Gigabyte Signaldaten aufgezeichnet werden.

Einzige Begrenzung der Aufzeichnungslänge stellt der verfügbare Speicherplatz auf der Festplatte dar. Damit der Anwender angesichts der großen Datenmenge dennoch die Übersicht behält, verfügt AutoSPy über viele nützliche Funktionen, die speziell auf die Anzeige und Auswertung von mehreren Millionen Datensät-zen ausgerichtet sind. So verfügen die persönlich anpassbaren Tabellen- und Diagrammansichten jeweils über eine hierarchische Spurnavigation, mit der jeder beliebige Zeitpunkt innerhalb einer Langzeitaufzeichnung schnell und zielsicher angefahren werden kann. Dabei sorgen Drag & Drop zur Signalanordnung oder multifunktionale Andockfenster für hohe Übersichtlichkeit. Cursors ermöglichen ein bequemes Ausmessen von Zeitspannen und Signalamplituden.

Mit Flags markieren

Bis zu 1000 interessante Ereignisse in der Signalspur, z. B. die Überschreitung von Grenzwerten, lassen sich mit sogenannten Flags markieren und mit einer Beschreibung versehen, um diese Stellen später mit einem Klick wiederzufinden. Um das manuelle Sichten der Daten zu unterstützen, lassen sich beliebige Signalkurven übereinanderlegen. Dies ermöglicht schnelle optische Vergleiche von ähnlichen oder zusammenhängenden Signalen, wie beispielsweise von Regel, Führungs- und Stellgrößen in einem Regelkreis. Zudem bietet AutoSPy die Möglichkeit, eigene Lösungen in Form von frei programmierbaren Auswerteskripten in Visual Basic Script zu entwickeln, die flexibel den jeweiligen Anforderungen angepasst werden können. Die Skripte sind unter anderem in der Lage, programmgesteuert Flags in der Signalspur zu platzieren und auf diese Weise beispielsweise wenige markante Zeitpunkte innerhalb einer mehrwöchi-gen Messwert-Erfassung zu kennzeichnen.

Signaldaten lassen sich exportieren

Sollen die gefundenen Anlagenzustände schließlich noch dokumentiert werden, steht dafür eine Druckfunktion zur Verfügung. Sämtliche Signaldaten können auch in externe Applikationen wie DIAdem, FlexPro oder Excel exportiert werden.

Mehr Informationen zu AutoSPy finden Interessierte unter www.autospy.de. Unter dieser Adresse steht auch eine vollwertige AutoSPy-Version zum kostenfreien Download bereit, mit der sich zwei frei wählbare Variablen überwachen lassen. Für einen größeren Leistungsumfang müssen Anwender eine zusätzliche Lizenz erwerben.

 

Das macht Deutschmann Automation

 

Protokollkonverter: So funktionieren sie!

 

Das macht GWT-TUD

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