Online-Voting

Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2017 stehen fest

| Redakteur: Katharina Juschkat

Für den Europäischen Erfinderpreis sind zahlreiche Entwicklungen nominiert, wie die „Zauberwatte“ gegen Öl- und Chemikalienverschmutzungen des deutschen Chemikers Günter Hufschmid.
Für den Europäischen Erfinderpreis sind zahlreiche Entwicklungen nominiert, wie die „Zauberwatte“ gegen Öl- und Chemikalienverschmutzungen des deutschen Chemikers Günter Hufschmid. (Bild: EPO)

Der Europäische Erfinderpreis wird in wenigen Tagen von einer Fachjury verliehen – zuvor hat die Öffentlichkeit noch die Möglichkeit, für den besten Erfinder abzustimmen. Wir stellen die Nominierten vor.

Ihre Erfindungen haben das Potenzial, die Welt zu verändern. Deshalb sind sie als Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2017 des Europäischen Patentamts (EPA) nominiert. Jetzt ist die Öffentlichkeit gefragt, welche Erfindung am meisten beeindruckt.

Das sind die Nominierten für den Erfinderpreis 2017

Während eine internationale Jury die Gewinner in den fünf Kategorien „Industrie“, „Forschung“, „Nicht-EPO-Staaten“, „Kleine und mittelständische Unternehmen“ und „Lebenswerk“ auswählt, entscheidet ein Online-Voting über den Publikumspreis. Jeder ist aufgerufen, seinen Favoriten unter den 15 Finalisten aus 12 Ländern mit seiner Stimme bis zum 11. Juni zu unterstützen. Auf der Seite des Erfinderpreises sowie auf Facebook können die Favoriten gewählt werden. Wer mitmacht, hat zudem die Chance, bei einer Verlosung ein kleines Technik-Produkt zu gewinnen.

Forschung: Signaltechnologie, künstliche Organe und Immunbehandlung

In der Kategorie „Forschung“ steht der deutsche Signaltechnik-Experte Günter Hein zusammen mit Forschern aus Frankreich, Spanien und Belgien zur Wahl für den Publikumspreis. Das Team hat eine neue Signaltechnologie und damit das Herzstück von Galileo – Europas globalem Satellitennavigationssystem (GNSS) – entwickelt. Weitere Anwärter in dieser Kategorie sind der niederländische Molekulargenetiker Hans Clevers mit seinen im Labor gezüchteten menschlichen Organen im Kleinformat, die sichere Medikamententests außerhalb des Körpers ermöglichen, sowie die französische Immunologin Sylviane Muller für die erste zielgerichtete Behandlung der Autoimmunerkrankung Lupus.

Mit einer neuen in Sachsen-Anhalt entwickelten „Zauberwatte“ gegen Öl- und Chemikalienverschmutzungen hat es der deutsche Chemiker Günter Hufschmid unter die Finalisten in der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)“ geschafft. Ebenfalls im Rennen sind der niederländische Chemiker Gert-Jan Gruter für Plastikflaschen aus pflanzlicher Stärke und der britische Erfinder Steve Lindsey mit einem neuen rotierenden Luftkompressor, der Energieeinsparungen von bis zu 20 % ermöglicht.

Größeres Zeitfenster für Spenderorgane

Für die hochauflösende Optische Kohärenztomografie (OCT), die Ärzten eine frühzeitige Diagnose von grünem Star, Krebs und anderen Krankheiten ohne Strahlenbelastung oder den Einsatz von Kontrastmitteln ermöglicht, hofft der deutsche Physiker Robert Huber gemeinsam mit den US-amerikanischen Elektroingenieuren James Fujimoto und Eric Swanson als Finalist in der Kategorie „Nicht-EPO-Staaten“ auf Unterstützung der Öffentlichkeit. Weiter steht zur Wahl: der US-amerikanische Herzchirurg Waleed Hassanein für ein System, welches das Zeitfenster erweitert, in dem Spenderorgane transportiert und transplantiert werden können, sowie der marokkanische Biologieprofessor Adnane Remmal, der ätherische Öle einheimischer Pflanzen nutzt, um die Wirksamkeit von Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen zu verbessern.

Der deutscher Molekularbiologe Axel Ullrich ist für sein Lebenswerk nominiert: Er ist ein Pionier in der Erforschung der Signalübertragung in Zellen und hat sein Leben der Therapie von Krankheiten wie Krebs gewidmet. In der Kategorie kann zudem für folgende Erfinder abgestimmt werden: Den Schweizer Ingenieur und Unternehmer Elmar Mock mit der Entwicklung eines Ultraschall-Schweißverfahrens für Plastik, welches die Uhrenproduktion revolutionierte und die Swatch-Uhr ermöglichte, sowie den italienische Mikrobiologen Rino Rappuoli mit neuen genbasierten Impfstoffen.

Gewinner werden am 15. Juni bekanntgegeben

In der Kategorie „Industrie“ haben Chancen auf den Publikumspreis: Der schwedische Tontechniker Lars Liljeryd für ein Audiokompressionsverfahren, das heute unter dem Namen Spektralbandreplikation (SBR) in den meisten Computern, Fernsehern und Telefonen verwendet wird; das italienische Team von Giuseppe Remuzzi, Ariela Benigni und Carlamaria Zoja für die wirksame Behandlung chronischer Nierenerkrankungen sowie das niederländisch-österreichische Team von Jan van den Boogaart und Oliver Hayden für die Entwicklung eines schnellen, präzisen, computergestützten Bluttests für Malaria.

Der Gewinner des Publikumspreises wird am 15. Juni bei der Verleihung des diesjährigen Europäischen Erfinderpreises bekannt gegeben. Der Europäische Erfinderpreis ist einer der wichtigsten Preise für Innovation in Europa. Er wird seit 2006 jährlich vom Europäischen Patentamt verliehen. Mit dem Preis werden einzelne Erfinder und Teams von Erfindern ausgezeichnet, die mit ihren Entwicklungen dazu beitragen, technische Antworten auf die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit zu finden. (kj)

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