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Industrial Ethernet Firmenübergreifendes Plattformkonzept für Steckverbinder

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Um die Vielfalt der Steckverbinder einzuschränken, haben BTR NETCOM, Telegärtner und Weidmüller in Kooperation ein übergreifendes Plattformkonzept entwickelt, das die zukunftsträchtigsten Varianten in einen Lösungsansatz integriert.

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Genormte Ethernet-Steckverbinder der Varianten 4 und 5 (Profinet) und Variante 1 (Ethernet IP) für gigabitschnelle Netzwerke in Büro- und Industrie.
Genormte Ethernet-Steckverbinder der Varianten 4 und 5 (Profinet) und Variante 1 (Ethernet IP) für gigabitschnelle Netzwerke in Büro- und Industrie.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Ergebnis ist ein zuverlässiges, leistungsstarkes und flexibel anwendbares Steckverbinder-System für Industrial-Ethernet – sowohl für Büro- als auch für Industrieanwendungen. „Unser Ziel war es, den RJ45-Steckverbinder aus dem Büro in das industrielle Umfeld zu bringen“, erläutert Bernd Fischer, Chief Marketing & Portfolio Officer bei Weidmüller Interface. Zuverlässig, schnell, einfach, lösungsorientiert – das verspricht die genormte Industrial-Ethernet-Steckverbinderfamilie mit Steadytec-Technologie. Das plattformorientierte RJ45-Konzept für Büro und Industrie soll, so die Kooperationspartner BTR Netcom, Telegärtner und Weidmüller, erstmals durchgängige IP67-Lösungen für Kupfer und LWL bieten und sich im Feld konfigurieren lassen.

Im Feld konfigurierbar

Fischer betont dabei, dass Steadytec kein Produktname und kein Firmenname sei, sondern eine reine Technologiemarke, die für absolute Zuverlässigkeit stehe: „Steady“ für zuverlässig und „tec“ für Technologie. „Stillstands- oder Ausfallzeiten wegen eines Steckverbinders soll es zukünftig nicht mehr geben.“

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Nun gibt es RJ45-Steckverbinder mit einer für industrielle Applikationen ausgelegten Gehäusetechnik bereits. Doch 14 verschiedene Varianten machten die Vernetzung eben nicht einfach, zuverlässig, schnell und praktikabel. Deshalb analysierten die drei Unternehmen alle auf dem Markt befindlichen Typen und entwickelten ein übergreifendes Plattformkonzept – das die zukunftsträchtigsten Varianten in einem Lösungsansatz vereint. Der Vorteil für den Anwender: Durch uneingeschränkt kombinierbare Stecker- und Buchseneinsätze sowie Flansch- und Steckergehäuse lassen sich professionelle und durchgängige Lösungen realisieren. Zudem werden durch die Eindämmung der Vielfalt an Steckverbindern die Beschaffungs- und Lagerkosten deutlich reduziert. In die Produktentwicklung eingeflossen sind die konkreten Vorstellungen und Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus, der Fertigungsindustrie sowie der Prozess- und Verkehrstechnik.

„Einfache Handhabung und Modularität waren bei der Entwicklung die zwei wesentlichen Anforderungen“, führt Fischer weiter aus. „Entsprechend wurde das industrietaugliche RJ45-System mit einer einfach handhabbaren Schnellanschluss-Technik für Leiterstärken bis AWG 22 und Übertragungs-Eigenschaften bis einschließlich Kategorie 6 entwickelt.“ Durch das robuste Zink-Druckguss-Gehäuse der Steckverbinder ist eine solide Schirmung und hohe mechanische Stabilität sichergestellt. Die Montage erfolgt ganz ohne Spezialwerkzeug in drei einfachen Schritten: Zuerst werden die abisolierten Kabel-Litzen ins Ladestück eingeführt. Anschließend die überstehenden Litzen abgeschnitten und das Unterteil mit dem Ladestück zusammengeführt, das zum Schluss lediglich mit dem Unterteil zusammengedrückt werden muss.

Ohne Spezailwerkzeug

Die im Feld konfigurierbaren RJ45-Steckverbinder in IP67 unterstützen dabei sämtliche Varianten der am Markt befindlichen Industrial-Ethernet-Lösungen – sowohl in der Fabrik- als auch in der Maschinen- und Anlagenverkabelung. Es sind zuverlässige Verbindungen zwischen Hallen- oder Maschinen- und Anlagennetzwerken ohne Anpassung bis 100 MBit Fast Ethernet bzw. bis 10 GBit Ethernet (8-adrig, 4-paarig, AWG 22 bis 26) möglich.

Beschrieben sind die Steckverbinder in der IEC 61076-3-106. Die Varianten 4 und 5 (Profinet) und Variante 1 (Ethernet IP) sind darüber hinaus in den Normen für anwendungsneutrale Verkabelungen von Industriegebäuden ISO/IEC 24702 (FDIS), prEN50173-1:2006, IEC 61918 (Automation Island) und sowie Feldbusinstallationen IEC 61784-5 vorgeschrieben.

Bernd Fischer betont, dass sich neben den RJ45-Einsätzen auch LWL-Steckverbinder integrieren lassen. Die LWL-Komponenten verfügen ebenfalls über einen Schnellanschluss und werden für Plastic Optical Fibre (POF), Plastic Cladded Fibre (PCF) sowie Glass Optical Fibre (GOF) in 50 und 62,5 µm verwendet. Hierzu werden Standard LC-Duplex- und SC-Steckverbinder integrierbar sein. Für die IP67-Umgebung kommen für RJ45 und LWL dieselben Gehäuse zum Einsatz. Für sehr harte Anforderungen sind neben den Kunststoff- auch Metallgehäuse erhältlich. „Es geht also um zuverlässige und sichere Datenkommunikation im industriellen Umfeld“, fasst Fischer zusammen. Unterstützt werden die Steckverbinder unter anderem durch die Firmen Draka, Belden, Leoni, Molex und Nexans – und Produkte sollen ab 2007 verfügbar sein.

Diese Vorteile bietet Steadytec

•Durchgängige Steckverbinder-Familie für Kupfer und LWL-Verkabelung: medienunabhängig durch alle Ethernet-Standards;

•8-poliger, werkzeuglos konfektionierbarer RJ45-Stecker und RJ45-Modul bis AWG 22 in Kat.6: zukunftssicher und kostensparend;

•LWL- und Kupfer-Steckverbinder in einem Gehäuse: Investitionsschutz für Gerätehersteller;

•LWL-Steckverbinder in IP67: unterstützt alle LWL-Industrie-Standards POF/HCS/GOF;

•Schnittstellen für alle Ethernet Standards: Ethernet TCP/IP, Profinet, Ethernet/IP;

•Ethernet-Steckverbinder mit hoher MICE-Klassifizierung: zuverlässige Steadytec-Qualität.

BTR, Tel. +49(0)7702 533160

Telegärtner, Tel. +49(0)7157 125181

Weidmüller, Tel. +49(0)5231 141190

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