Suchen

Spielzeug für Erwachsene Fischertechnik – 3D-Drucker aus dem Baukasten

| Autor / Redakteur: Bernhard Richter / Sariana Kunze

Nach dem Prinzip „Build, plug and print“ hat Fischertechnik den weltweit ersten 3D-Drucker aus einem Baukastensystem entwickelt. Der Baukasten bietet die bislang einzigartige Möglichkeit, aus Bauelementen des Konstruktionsbaukastens einen eigenen 3D-Drucker zu konstruieren.

Firma zum Thema

Der Baukasten bietet die bislang einzigartige Möglichkeit, aus Bauelementen des Konstruktionsbaukastens einen eigenen 3D-Drucker zu konstruieren.
Der Baukasten bietet die bislang einzigartige Möglichkeit, aus Bauelementen des Konstruktionsbaukastens einen eigenen 3D-Drucker zu konstruieren.
(Fischertechnik/Walter Fotodesign Boveda)

Der Baukasten mit 890 Teilen wird ab August diesen Jahres für knapp 700 Euro angeboten. Er enthält auf die Fischertechnik Bauteile abgestimmte Komponenten der German Rep-Rap GmbH. Wie bei den bekannten Spielzeugbaukästen des Unternehmens leitet eine Bauanleitung Schritt für Schritt zum voll funktionsfähigen 3D-Drucker.

Fischertechnik verzichtet, anders als Hersteller von anschlussfertigen 3D-Druckern, bewusst auf eine umschließende Abdeckung. Das soll die Technik sicht- und erlebbar machen. Im Gegensatz zu anderen 3D-Drucker-Bausets sind weder Werkzeug noch Lötarbeiten beim Aufbau und der Inbetriebnahme erforderlich. Das spart Zeit und verhindert Betriebsunterbrechungen durch schadhafte Lötstellen.

Bildergalerie

Ergänzend bietet das Unternehmen Begleitinformationen, die neben Geschichtlichem über die Technologie Wissenswertes zu den Komponenten, zum Druckverfahren und vor allem zum Design der Konstruktions- und Druckdaten erläutern. In der Bibliothek der Software sind fertige Druckbeispiele als druckfähige G-Codes gespeichert. Zudem sollen G-Codes für den Druck von Fischertechnik Zubehör zum Download angeboten werden. Die Software erlaubt es aber auch, aus Internet-Datenbanken importierte oder selbst mit einem CAD-Programm gestaltete STL-Dateien in der Fischertechnik Software 3D Print Control zu verarbeiten und im sogenannten Slicer in einen druckfähigen G-Code umzuwandeln.

Für 3D-Druck-Einsteiger ohne Vorkenntnisse

Der Fischertechnik 3D-Drucker nutzt das Fused-Filament-Fabrication-Verfahren (FFF) zum Druck. Dieses ist einfach in der Anwendung, nutzt kostengünstiges Verbrauchsmaterial und ist deshalb laut dem Unternehmen auch für Einsteiger ohne Vorkenntnisse im 3D-Druckverfahren geeignet.

Bereits im Baukasten enthalten ist Filament (1,75 mm Durchmesser) für erste Druckobjekte. Die Verwendung von Polylactid (PLA) ermöglicht es, ein unbeheiztes Druckbett zu verwenden. Zudem bietet das Build-Tak-Druckbett gute Haftung des Filaments, das sich nach dem Abkühlen einfach ablösen lässt. Dieses Filament kann in acht verschiedenen Farben auf 50- und 500-g-Ringen bei Fischertechnik bestellt werden.

3D-Controller steuer Druckprozess

Der Druckprozess wird mit dem 3D-Controller gesteuert. Dieser beinhaltet neben einem Atmel Microcontroller eine USB-Schnittstelle für den Computer, vier Schrittmotorentreiber für die X-, Y- und Z-Achsen sowie den Extruder, einen Leistungsausgang für die beheizte Düse des Extruders, Anschlüsse für drei Endschalter, einen Temperatursensor und eine DC-Buchse für eine 19-Volt-Spannungsversorgung. Beim Druckprozess wird der Extruder von Fischertechnik Schneckenantrieben über die Druckplattform geführt. Im Set sind vier drehmomentstarke Schrittmotoren, drei Minitaster, eine beheizte Düse mit Temperaturüberwachung, ein Druckbett mit Druckplatte und ein Schaltnetzteil zur Stromversorgung enthalten.

In dem Komplettset mit 890 Bauteilen sind vier drehmomentstarke Schrittmotoren, drei Minitaster, eine beheizte Düse mit Temperaturüberwachung, ein Druckbett mit Druckplatte und ein Schaltnetzteil zur Stromversorgung enthalten.
In dem Komplettset mit 890 Bauteilen sind vier drehmomentstarke Schrittmotoren, drei Minitaster, eine beheizte Düse mit Temperaturüberwachung, ein Druckbett mit Druckplatte und ein Schaltnetzteil zur Stromversorgung enthalten.
(Bild: Fischertechnik/Walter Fotodesign Boveda)

Die im Baukasten mitgelieferte Druckersoftware 3D Print Control ist für Computer mit den Betriebssystemen Windows 7, 8 und 10 ausgelegt. Computeranwender mit einem Linux- oder Apple-Betriebssystem können den Fischertechnik 3D-Drucker mit der kostenfreien Software Repetier Host betreiben. Der Slicer und die Druckersteuerung können individuell auf den Fischertechnik 3D-Drucker abgestimmt werden.

(ID:44159722)