Wago-I/O-System Flexible Automation sorgt für sicheren Freizeitspaß

Autor / Redakteur: Renate Klebe-Klingemann / Dipl. -Ing. Ines Stotz

„Lido di Locarno“ ist das modernste Hallen- und Freibad des Tessins, am Nordufer des Lago Maggiore gelegen. Dabei setzten die Bauherren nicht nur auf eine ansprechende Architektur, sondern auch auf eine flexible Automation. Es entstand ein dezentrales Konzept, bei dem die Datennetze der verschiedenen Gewerke mittels Ethernet verbunden werden. Eines davon ist die Beleuchtung nebst Alarmierung, das über BACnet-Controller von Wago gesteuert wird.

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Dali-Leuchten sorgen für stimmungsvolles Licht. Mit einer Beleuchtungssteuerung lassen sich verschiedene Lichtszenen und Spezialeffekte aktivieren.
Dali-Leuchten sorgen für stimmungsvolles Licht. Mit einer Beleuchtungssteuerung lassen sich verschiedene Lichtszenen und Spezialeffekte aktivieren.
( Archiv: Vogel Business Media )

Schon in den 20er-Jahren entdeckten die Tessiner die Schönheit und den Freizeitwert des Lago Maggiore im Süden der Schweiz. Sie errichteten in Locarno an einem idyllischen Platz, direkt am See die Badeanstalt namens Lido. Sie war damals noch aus Holz gebaut und erhielt erst wesentlich später Umkleidekabinen, Sprungbrett und ein Restaurant. Im Zuge der Renovierung Ende der 60er-Jahre bekam das Schwimmbad drei Außen- und ein Innenbecken. Drei große Überschwemmungen richteten 1978, 1993 und 2000 merkliche Schäden an, doch die Badegäste blieben dem beliebten Treffpunkt treu, trotz der Mängel. Nach langem Abwägen wurde das Lido schließlich zum Herbst 2007 geschlossen, um einem neuen Lido Platz zu machen. Dank sorgfältiger Planung und flexiblem Management öffnete das Hallenbad des neuen „Lido di Locarno“ wie geplant zur Wintersaison 2009 wieder. Nach diesem ersten Bauabschnitt schließt sich in diesem Jahr der zweite an. Die gesamte Anlage mit Spa, Wellnessbereich und Sportanlagen soll 2011 fertiggestellt sein.

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Ein Projekt im Einklang mit der Natur

Wenn schon neu, dann modern und im Einklang mit der Natur. So schlicht könnte das Motto bei dem gelungenen Projekt geheißen haben. Doch so einfach war es nicht. Der Bauherr und Betreiber, ein Verband aus 16 Gemeinden der Region Locarno, der als CBR Centro Balneare Regionale SA firmiert, konnte sich lange nicht auf Projektgröße und damit verbundenem Budget einigen. Neben der CBR tritt die HRS Real Estate als Generalunternehmer auf. In einem internationalen Wettbewerb lobten die Verantwortlichen den zukünftigen Lido-Architekten aus: Das Projekt Acquario der Brüder Franco und Paolo Moro überzeugte mit Transparenz und Leichtigkeit. Nun rief der energieeffiziente Ansatz nach erneuerbaren Energien und ein zuverlässiger und kostenbewusster Betrieb forderte eine ausgeklügelte Automation der Gewerke.

Automatisierung dezentral gelöst

In die Automation eingebunden werden sollen die Gewerke Zugangskontrolle, Videotechnik, Sicherheit (Brand, Audio, Notbeleuchtung), Telefonie über VoIP, Visualisierung, Schwimmbadtechnik, Alarmierung und die Beleuchtung mit Spezialeffekten sowie die Beleuchtung der Fluchtwege. Über ein Ausschreibungsverfahren entschieden sich die Bauherren für Damiano Ulrich vom Ingenieurbüro Erisel SA, der die Konzepte zur Beleuchtungssteuerung und der MSR-Technik zur Energieeffizienz erstellte. Das Schwimmbad nutzt Solarenergie zur Warmwasserbereitung und aus dem nahegelegenen See gewinnen Wärmepumpen bis zu 60 Prozent der Energie.

„Eine große Herausforderung war die Steuerungstechnik für die verschiedenen Gewerke, besonders der Beleuchtung. Hier mussten die Belange der Bauherren und der Architekten berücksichtigt werden“, berichtet Damiano Ulrich. Die Projektleitung übernahm Gianfranco Cavalli, Geschäftsführer der BCS Building System, der eng mit dem Planer zusammenarbeitete. Anfangs sollte die Automatisierung als komplettes Projekt realisiert werden, dies war aber zu komplex und unflexibel. Die unterschiedlichen Gewerke sowie die Realisierung in mehreren Bauabschnitten zwangen, die Automatisierung der einzelnen Gewerke zu trennen. Anstatt eines zentralen Automatisierungskonzeptes entschied man sich nun für ein dezentrales. Ein Ethernet-Netzwerk verbindet die verschieden dezentralen Steuerungen und stellt die Kommunikation mit der Leitstelle her.

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