Flexible und skalierbare Frequenzumrichter ermöglichen passgenaue Anwendungen

Autor / Redakteur: Karsten Piekarski / Reinhard Kluger

Endlich den passenden Frequenzumrichter. Ein Versprechen, das Lenze gibt. „Rightsizing“ nennt der Antriebsspezialist diesen Anspruch, den die Inverter Drives 8400 umsetzen: eine fein abgestufte Baureihe ermöglicht Maß geschneiderte Lösungen, ohne unnötige Überdimensionierungen.

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Funktionalität durchgängig und konsequent skaliert, Bedienung immer gleich: Die neue Frequenzumrichterreihe 8400 von Lenze.
Funktionalität durchgängig und konsequent skaliert, Bedienung immer gleich: Die neue Frequenzumrichterreihe 8400 von Lenze.
( Archiv: Vogel Business Media )

So sieht er nicht selten aus, der Blick in die Praxis: Ein Frequenzumrichter ist nach dem aufwändigen Studium eines Herstellerkataloges gefunden und sollte eigentlich passen − in puncto Leistung genauso, wie bei der Funktionalität. Wenn da jetzt nicht die Fußnote am Ende der Katalogseite wäre. Gerade die Funktion, die für die Anwendung nun wirklich benötigt wird, bietet diese Variante nämlich nicht an. Unverständnis herrscht, zumal der preiswertere kleine Bruder die Aufgabe spielend bewältigen könnte, aber andere fehlende Funktionen oder die geforderte Antriebsleistung den Einsatz ausschließen. Und jetzt? Jetzt kommt der Griff zum High-End-Gerät, das im Grunde genommen völlig überdimensioniert ist und damit die Kosten unnötig nach oben treibt.

„Rightsizing“ nennt Lenze den Anspruch, den der Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik bei der Entwicklung der neuen Inverter Drives 8400 in die Tat umgesetzt hat. L-force folgend, macht die abgestufte Reihe in Funktionalität und Antriebsverhalten passgenaue Antriebslösungen möglich.

Robust und kommunikativ: Der 8400 StateLine für die Fertigungs- und Fördertechnik. (Archiv: Vogel Business Media)

So stellt das Basisgerät „BaseLine“ funktional betrachtet eine echte Untermenge der nächsten Ausführung „StateLine“ dar. Die wiederum ist im „HighLine“ komplett abgebildet. Die Unterschiede zwischen den Ausführungen liegen deshalb rein in der Funktionalität und dem Antriebsverhalten an der Welle begründet. Dieser Weg schützt Anwender vor den geschilderten Überraschungen, weil eben keine einschränkenden Fußnoten die richtige Auswahl behindern.

Der Frequenzumrichter 8400 BaseLine bildet das Basismodel der neuen Reihe. (Archiv: Vogel Business Media)

Gleiche Gehäuse und Befestigungen bei gleicher Leistung, dieselbe Klemmenbelegung oder vor allem Softwarefunktionen, die in der Reihe auch tatsächlich gleich funktionieren, machen die Installation oder künftige Veränderung einfach − ohne dabei die komplette Steuerungstechnik oder das Schaltschranklayout überarbeiten zu müssen. Damit sich die Geräte bei der Installation gut handhaben lassen, verzichtet das Industriedesign auf optischen „Schnickschnack“, der die saubere Verdrahtung behindert. Stattdessen unterstützen klare Bezugskanten und gerade Linie den aufgeräumten Schaltschrankbau.

Die Automatisierungsplattform L-force: Die Inverter Drives 8400 erweitern als neue Frequenzumrichter den Bereich „Drives“. (Archiv: Vogel Business Media)

Dieses einfache Arbeiten geht bei der Konfiguration weiter. Als Mitglied von L-force nutzen die Inverter Drives 8400 den L-force Engineer als zentrale Engineeringsoftware für Inbetriebnahme und Diagnose. Das Programm lässt sich durch seine intuitiv bedienbare Oberfläche leicht verwenden. Die Hauptnavigation sortiert wesentliche Funktionen übersichtlich in verschiedenen Ansichten. Grafische Oberflächen machen die Arbeit einfach.

Die Inbetriebnahme: nur Modul einstecken

Bekannt von den Servoreglern der Reihe Servo Drives 9400 innerhalb von L-force ist das steckbare Memory Modul. Die steckbare Speichereinheit beinhaltet die komplette Parametrierung des Frequenzumrichters und lässt paralleles Arbeiten zu. So sind Parametrierungen am PC komfortabel offline zu erstellen und auf beliebig viele Module speicherbar. Von diesem Vorteil profitiert vor allem der Serienmaschinenbau. Die Trennung von Soft- und Hardware verkürzt insofern die Inbetriebnahme. Die Umrichter sind mit dem fertig programmierten Modul sofort einsatzbereit. Dieses Konzept führt ferner zu schnellerem Service und damit höherer Verfügbarkeit der Produktionsanlagen. Ist ein Gerät auszutauschen, zieht dieses weder aufwändige Neukonfiguration noch Datenupload in die Umrichter nach sich. Das bestehende Modul wird einfach in das Ersatzgerät gesteckt − fertig. Hierbei handelt es sich um eine Aufgabe, die das Wartungspersonal produzierender Unternehmen selbst erledigen kann − ohne dabei wichtige Einstellungen vergessen zu können.

Im Betrieb empfiehlt sich der 8400 durch seine hohe Betriebssicherheit in Form von robustem Überlastverhalten und hohen zulässigen Umgebungstemperaturen. Die Reihe 8400 kommt im ersten Bundle zunächst als BaseLine, StateLine und HighLine auf den Markt. Den BaseLine gibt es mit Leistungen von 0,25 bis 2,2 kW einphasig und mit 0,37 bis 3 kW dreiphasig. StateLine und HighLine decken einphasig Leistungen von 0,25 bis 2,2 kW ab. Dreiphasig werden von 0,37 bis 11 kW in fünf Baugrößen zur Verfügung gestellt. Geliefert werden sie ab StateLine mit vorinstallierten Schirmblechen für Motor- und Steuerleitung. Dies macht die Installation intuitiv und sicher – und auch im Servicefall ist lediglich eine Schraube zu lösen. Insofern bleibt die Verdrahtung – auch beim Gerätetausch – komplett erhalten.

Neue und deutlich verbesserte Eigenschaften wie zum Beispiel der Zerstörungsschutz des Umrichters bei häufigem Netzschalten oder die neuartige, sehr schnelle Fangschaltung bieten den Maschinenherstellern Einsparpotenziale in der elektrischen Auslegung der Maschine und Tragen zur Erhöhung der Maschinenproduktivität und -zuverlässigkeit durch Reduzierung von Maschinenstillstandszeiten . Die Geräte werden umweltgerecht nach ISO 14001 und RoHS gefertigt.

Produktivität: So lässt sie sich erreichen!

Am Anfang steht die Applikation: Die Frequenzumrichter lassen sich durch bloße Auswahl einer vordefinierten Funktion − beispielsweise für „Drehzahlstellen“ − automatisch parametrieren. Daneben sind die werksseitigen Einstellungen so vorgenommen, dass die Umrichter in der Lage sind, ein Maximum an Leistung zu bringen, ohne sich dabei selbst zu überfordern. Das macht den Umgang mit den Inverter Drives 8400 von Anfang an so einfach und vor allem sicher. Ein weiterer Vorteil ist die Liefersicherheit durch vormontiertes Zubehör. Alle für ein Projekt erforderlichen Komponenten sind zum vereinbarten Zeitpunkt verfügbar. Es gibt keine Nachlieferungen von möglicherweise Zubehörkomponenten, weil diese bereits montiert und zusätzlich geprüft sind.

Dipl.-Ing. Karsten Piekarski, Leiter Produktmanagement Frequenzumrichter, Lenze Hameln

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