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Sensor Foundation will mit Sensoren Nashörner schützen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Sigfox-Foundation setzt sich für den Artenschutz ein und testet gemeinsam mit drei internationalen Organisationen den Einsatz von Sensoren, um Nashörner zu schützen. Langfristiges Ziel ist ein weltweites Sensoren-Netz zur Überwachung der Tiere.

Nashörner sind wegen ihres Horns Ziel der Wilderer. Vor allem in Asien findet es als angebliche Medizin reißenden Absatz – obwohl das Horn nachweislich über keine heilenden Kräfte verfügt.
Nashörner sind wegen ihres Horns Ziel der Wilderer. Vor allem in Asien findet es als angebliche Medizin reißenden Absatz – obwohl das Horn nachweislich über keine heilenden Kräfte verfügt.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Nashörner sind wegen immer kleineren Lebensräumen und der zunehmenden Wilderei vom Aussterben bedroht. Vor allem im südlichen Afrika sind die großen Pflanzenfresser gefährdet. Laut dem WWF sterben 90% der gewilderten Nashörner in dieser Region. Um gegen die Wilderei in Südafrika und letztlich der ganzen Welt vorzugehen, hat die Sigfox-Stiftung auf dem Mobile World Congress verkündet, ein neues Nashorn-Tracking-System für sechs Monate zu testen. Die Stiftung engagiert sich schon länger für die Erhaltung der gefährdeten Spezies. Sie arbeitet mit drei der größten internationalen Organisationen zusammen, die sich dem Schutz von Nashörnern widmen: Der Naturschutzorganisation Loweld Rhino Trust, der International Rhino Foundation und der Organisation Save the Rhino.

Den Nashörnern eine Stimme geben

Laut Save the Rhino gibt es weltweit nur noch 29.000 Nashörner. Vor 30 Jahren waren es im Vergleich noch 500.000. Die Tiere könnten in knapp zehn Jahren aussterben, sollte die Wilderei wie bisher ungebremst weitergehen. Die Sigfox-Stiftung hat sich entschlossen, die Naturschützer mit ihren IoT-Sensoren zu unterstützen, um die Nashörner besser zu überwachen. Mithilfe genauer Standortdaten, die über ein sicheres Tracking-System auf dem Sigfox-Netzwerk verfolgt werden, sollen sich die Tiere besser schützen lassen. Außerdem verfügen die Module über eine lange Akkulaufzeit, sodass die Nashörner nicht ständig eingefangen und mit neuen Batterien ausgerüstet werden.

Die erste Phase des Experiments „Now Rhinos Speak“ fand von Juli 2016 bis Februar 2017 statt, in einem Naturschutzgebiet, das 450 wilde Nashörner im südlichen Afrika schützt. Die von der Sigfox Stiftung und dem Loweld Rhino Trust gemeinsam durchgeführten Arbeiten bestanden zunächst darin, die Infrastruktur des Sigfox-Netzes aufzubauen und bereitzustellen. Das Low-Power-Wide-Area-(LPWA-)Netzwerk wurde in vier Tagen über das Naturschutzgebiet ausgerollt. Drei Antennen, inklusive deren Basisstationen, decken jetzt das gesamte Areal ab. Christophe Fourtet, Mitbegründer und wissenschaftlicher Direktor von Sigfox, hat sich zusammen mit vier freiwilligen Technikern um die Implementierung vor Ort gekümmert.

GPS-Tracker sendet automatisch Standort

Die Stiftung, die eng mit den Naturschützern von Loweld Rhino Trust zusammenarbeitet, setzt zudem einen GPS-Tracker-Prototypen ein. Implantiert im Horn von zehn Schwarz- und Weiß-Nashörnern sendet dieser drei Standort-Signale pro Tag über das Netzwerk – und zwar über eine dediziert sichere Plattform. Der Prototyp des Low-Power-Sensors hat eine geschätzte Batterielebensdauer zwischen einem und drei Jahren. Der franzöische Satellitenbetreiber Eutelsat hat darüber hinaus Pro-Bono-Satelliten-Verbindungen zur Verfügung gestellt.

Raoul du Toit, Direktor des Loweld Rhino Trust erklärt: „Mithilfe der Geräte können wir in bestimmten Intervallen automatisch Standort-Positionen herunterladen. Dazu brauchen wir keine konstante menschliche Interaktion mehr. Bei herkömmlichen VHF-Radiotracking muss eine Person das Funksignal hören und mit einer Richtantenne dem Signal physisch folgen, damit die Position des Nashorns bestimmt werden kann.“

Drahtlose IoT-Sensoren sollen alle Nashörner vernetzen

Die Sprecherin der Sigfox Foundation, Marion Moreau, erklärt: „Indem wir wenige GPS-Positionen pro Tag übertragen, wollen wir das Tracking und die Überwachung von gefährdeten Wildtieren deutlich vereinfachen. Wir geben den Nashörnern jetzt eine Stimme, jeden Tag, wo immer sie sind. Es ist eine große Hoffnung, bedrohte Arten dadurch besser zu verstehen, um sie besser zu schützen“, fügt die Sprecherin hinzu.

In dem Naturschutzgebiet wurden bereits weitere Einsätze geplant, um eine größere Anzahl von wilden Nashörnern mit neuen Geräten auszustatten. Der nächste Schritt dieser Initiative ist, eine neue Generation von langlebigen drahtlosen IoT-Sensoren zu entwickeln. „Unser Ziel ist es, 29.000 vernetzte Sensoren zu produzieren, um damit alle lebenden Nashörner auf der ganzen Welt zu verfolgen. Wir arbeiten bereits mit einem französischen Tier-Tracking-Unternehmen zusammen. Wir suchen jetzt Spender, um die Produktion von sehr kostengünstigen Sensoren zu unterstützen, die in der Lage sind, mehrere Jahre komplett autonom zu funktionieren“, fasst Marion Moreau zusammen. (kj)

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