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Geldpolitik

Frankenaufwertung trifft Automatisierer

| Redakteur: Robert Weber

Die überraschende Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB), den Mindestkurs aufzuheben, löst in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) eine große Verunsicherung aus. Eine anhaltende und spürbare Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem US-Dollar könnte viele Unternehmen in ihrer Existenz bedrohen.

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Schlechte Stimmung am Berg. Die Schweizer Wirtschaft ist von der Entscheidung der Notenbank überrascht worden.
Schlechte Stimmung am Berg. Die Schweizer Wirtschaft ist von der Entscheidung der Notenbank überrascht worden.
(Bild: gemeinfrei)

Die Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) und Swissmem sind sehr überrascht, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) den Mindestkurs aufgehoben hat. Dieser Entscheid der SNB widerspricht diametral den noch im Dezember gemachten Zusicherungen, heißt es bei SWISSMEM. Die MEM-Industrie exportiert fast 80 % ihrer Güter. Mit einem Exportanteil von rund 60 % ist Europa der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Die Unternehmen der Branche stehen in diesen Märkten in einem harten Wettbewerb. Auch bei einem Wechselkurs von CHF 1.20 war der Schweizer Franken gegenüber dem Euro überbewertet.

Die Unternehmensvertreter sind sich sicher: Mit diesem Entscheid der SNB muss damit gerechnet werden, dass sich diese Überbewertung spürbar akzentuieren wird. Dadurch wird die gesamte Exportindustrie auf dem europäischen Markt deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Margen, die in der MEM-Branche vergleichsweise knapp sind, werden wegschmelzen.

Betroffen sind auch die Automatisierer. Beispiel Endress+Hauser: Das Unternehmen hat in der Schweiz zwei Produktionsstandorte (Reinach, die Endress+Hauser Flowtec AG und eine Produktion in Ebnat-Kappel, die IST AG). Alle anderen Produktionsstandorte sind in Deutschland oder in der übrigen Welt verteilt. Doch: „Selbstverständlich ist dies ein Problem für uns und freut uns nicht“, erklärte eine Sprecherin gegenüber dieser Redaktion. ABB gibt sich optimistisch. Finanzen.ch schreibt: Der Einfluss dürfte limitiert bleiben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Aktienkurse sprechen eine andere Sprache: Die ABB-Aktie büßte heute mehrere Prozentpunkte (aktueller Kurs hier) ein.

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