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Elektroantrieb

Franklins Erben

| Redakteur: Carina Schipper

Einen Motor mit elektrostatischen statt mit magnetischen Kräften zum Laufen bringen; schon Benjamin Franklin experimentierte dazu bereits im 18. Jahrhundert. Jetzt wird die Idee Wirklichkeit, denn US-Forschern ist es laut Spiegel gelungen einen solchen Motor zu entwickeln.

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Benjamin Franklin versuchte schon vor 300 Jahren, einen elektrostatischen Motor zu bauen. Bis heute hat sich das Prinzip aber noch nicht durchgesetzt, so Spiegel Online.
Benjamin Franklin versuchte schon vor 300 Jahren, einen elektrostatischen Motor zu bauen. Bis heute hat sich das Prinzip aber noch nicht durchgesetzt, so Spiegel Online.
(Joseph-Siffrein Duplessis - Library of Congress LC-USZ62-25564, wikipedia.org)

Eine Kupferspule und ein stählerner Elektromagnet stellen die beiden wichtigsten Komponenten in einem herkömmlichen Elektromotor dar. Das Kupfer macht ihn teuer und der Magnet schwer. In Zukunft sollen elektrische Antriebe kein, leicht und effizient sein, so Dan Ludois von der University of Wisconsin. Ein elektrostatischer Motor ist etwa halb so groß und wiegt nur ein Zehntel so viel, wie ein magnetisch betriebenes Modell. Zusammen mit seinen Kollegen bei C-Motive Technologies, einem Tochterunternehmen der Universität, hat er einen Weg gefunden elektrostatische Felder zu nutzen. Bislang haperte es bei diesem Prinzip an der praktischen Umsetzung. Im elektrostatischen Prototyp aus Wisconsin sitzen parallel mehrere Aluminiumscheiben, die abwechselnd fest und drehbar sind.

Die stationären Scheiben stehen unter Wechselspannung, dadurch ändert sich das erzeugte elektrische Feld. Die beweglichen Elemente werden in Rotation versetzt und drehen sich. In der Vergangenheit lag das Problem im Spalt zwischen den Scheiben, erklärt Dan Ludois. Sie dürfen sich nicht berühren, aber ist der Abstand zu groß, wird das elektrische Feld schwächer. Die Lösung der US-Amerikaner heißt in sich flexible Scheiben. Die Forscher begrenzen auf diese Weise einen möglichst engen Zwischenraum. Der Motor funktioniert komplett berührungslos und muss demnach so gut wie nicht gewartet werden, versprechen sie. Mehrere Modelle des Verfahrens existieren bereits. Zu den Anwendungsbereichen gehören für C-Motive Technologies industrielle Automatisierung, Energieerzeugung, Materialverarbeitung und Robotik.

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