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Schneider Electric Frequenzumrichter mit integrierten Diensten schaffen zusätzliche Möglichkeiten

Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Mit dem Frequenzumrichter Altivar Process will Schneider Electric weltweit zusätzliche Märkte erschließen. Für Antriebe als Schlüsselfunktion in der Automatisierung ergeben sich so ganz neue Aspekte.

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Jean-Marie Amann ist als Vizepräsident verantwortlich für das Industriegeschäft Drives von Schneider Electric.
Jean-Marie Amann ist als Vizepräsident verantwortlich für das Industriegeschäft Drives von Schneider Electric.
(Schneider-Electric)

Altivar Process ist Schneider Electrics variable Antriebslösung mit integrierten, intelligenten Diensten für industrielle Anwendungen. Kurzum ein Antrieb mit Managementfunktionen – ein Produkt für den Weltmarkt, vorgestellt auf der diesjährigen Hannover Messe. „Wir haben Altivar Process mit Roadshows weltweit präsentiert, in China, in den USA, in Großbritannien, in Frankreich und in Deutschland“, blickt Jean-Marie Amann zurück, er ist als Vizepräsident verantwortlich für das Industriegeschäft Drives von Schneider Electric. Die Resonanz sei sehr hoch, das Feedback der Kunden sei sehr gut, bilanziert Amann die Akzeptanz des Umrichters im Markt. Die technischen Werte: Der Umrichter ist für Leistungen von 0,75 bis 1,5 Megawatt ausgelegt.

Dashbord zeigt alle Informationen

Es ist nicht nur einfach ein weiterer Frequenzumrichter, den Schneider Electric jetzt präsentiert, es ist ein ganz neues Gerät. Das Hardware-Design, die Software, alles ist komplett neu designt worden: Es gibt neue Leistungsbauelemente, überarbeitete Motorcontrol-Funktionen und eben als Non-Plus-Ultra für Frequenzumrichter: die integrierten Dienste.

Komplettes Abbild des Umrichters

Es gibt ein intuitiv bedienbares Dashbord mit frei konfigurierbaren grafischen Funktionen zum Darstellen des jeweiligen Betriebszustands. Wartung und Instandhaltung lassen sich sicher vereinfachen. Über das „Smart Process Object“ lassen sich diese Daten von der Scada- oder Antriebs-Ebene in die Managementebene einspeisen. Amman: „Das erlaubt die Nutzung der Informationen durch Scada-Systeme.“ Das Prozess-Dashbord spiegelt das komplette Abbild des Umrichters wider, einschließlich der kompletten Parametrier- und Programmieroberfläche und Überwachungsdaten.

Für Pumpen, Lüfter und Kompressoren

Und weil nichts beständiger ist, als der Wandel, müssen sich neue Philosophien an den bisherigen Konzepten messen lassen. Wasser und Abwasser ist einer der Bereiche neben den Branchen Öl und Gas sowie Bergbau und Lebensmittelindustrie, für die Schneider diesen Antrieb entwickelt hat. Branchen, in denen typischerweise viele Pumpen, Lüfter und Kompressoren arbeiten, Branchen, auf die Schneider Electric bei der Einführung als erstes setzt. Zwei weitere Bereiche habe man im Fokus: „Wir werden“, sagt Jean Marie Amann. „im kommenden Jahr den Bereich Fördertechnik und Hebetechnik angehen, 2016 folgen dann Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen im Maschinenbau.“

Schlüsselmärkte im Fokus

Bei allem Nutzen, den der Antrieb Process Altivar bietet, betont Jean-Marie Amann auch ausdrücklich: „ Wir positionieren unsin den der Industrie- und Infrastruktur-Prozessen und bieten unseren Kunden dank der integrierten Dienste ein interessantes Preis-Leistungsverhältnis an“ Übertragen auf Marktanteile heißt das: Schneider Electric strebt mit den neuen Antrieben im Weltmarkt eine führende Position an, so Amann. Konkrete Stückzahlen und Umsätze kann er wegen der geltenden Vorschriften für börsennotierte Unternehmen nicht nennen.

Zusätzliches Energiemangement erübrigt sich

Die Service-orientierten Eigenschaften des Antriebs bringen den Anwendern besonderen Nutzen. Betreibern von Maschinen und Anlagen stellt der Antrieb ein ganzes Bündel an Informationen bereit. Besonders augenfällig: die QR-Codes, über die man den Status einer Anlage erkennen kann. Auslesen lassen sich Kennwerte, mit deren Hilfe man Stillstandszeiten reduzieren kann.

Beispiel Power Monitoring

Weiteres Beispiel für einen integrierten Dienst ist die Funktion „Power Monitoring“. „Der Betreiber bekommt alle Informationen, um seinen Prozess hinsichtlich der Energieeffizienz optimieren zu können“, sagt Amann und betont: „Für den Teil des Prozesses, den der Umrichter steuert, ist dann sogar ein zusätzliches Energiemanagement-Tool entbehrlich. Das Monitoring arbeitet sehr genau, und zwar mit einer Toleranz von unter 5 Prozent. In vielen Fällen erübrigen sich zusätzliche Komponenten.“

Alle Daten kommen live

Wer im Energiemanagement die Parameter optimieren will, der benötigt zahlreiche Daten, möglichst in Echtzeit und unabhängig von einem Ort. Für den neuen Schneider-Antrieb heißt das Zauberwort: „Integrierter Webserver“. Jean-Marie Amann ist sich sicher: „Das ist ein neuer Trend.“ Über einen solchen Webserver lassen sich Energiedaten, Leistungsdaten, Diagnosedaten, Fehlermeldungen sowie Alarm- und Fehlerhistorien auslesen. „Und zwar Prozessdaten in Echtzeit. Wie viele Kilowattstunden verbraucht die Produktionseinheit? Wie viele Ausfälle hat es eventuell gegeben? Wie ist der Status? Alle Daten kommen live!“

Alle Infos auf dem Tablet

Jean-Marie Amann listet auf, welche Aufgaben der integrierte Webserver übernimmt: „Er stellt dem Bediener alle wesentlichen Status-Informationen in Echtzeit zur Verfügung, an jedem Ort, zu jeder Zeit!“ Dank der WLAN-Möglichkeit kann man die Daten sowohl auf einem Tablet-PC, einem Smart-Phone und auch auf dem PC im Büro abrufen und auswerten. Amann betont: „Das sind dann aktuelle Prozessdaten, anhand derer man den Prozess sofort optimieren kann. Das ist ein neuer Trend!“

Zugriff per WLAN

Wenn der Zugriff auf Geräte und Anlagen per WLAN oder Internet möglich ist, spielt Security eine wichtige Rolle. Jean-Marie Amann versichert, dass alle wichtigen Vorschriften und Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um ein unerlaubtes Eindringen von Störern zu verhindern. „Die Informationen sind sauber mit Firewalls abgeschottet!“

Komplette Lösungen im Fokus

Es geht nicht nur darum, den Anwender beim Optimieren seines Geschäftsmodells zu unterstützen, Schneider Electric will einen Schritt weitergehen und mit dem Frequenzumrichter nicht nur ein Produkt verkaufen, sondern über den Umrichter hinaus komplette Lösungen. „Damit meine ich, nicht nur den Umrichter allein verkaufen, sondern einschließlich der Logik und der kompletten Bedienung, um die Applikation beim Kunden optimal zu lösen und ihn mit diesem Teilbaustein in seinem kompletten Prozess zu unterstützen. Letztendlich soll es eine komplette Schaltschranklösung sein. Eine Lösung, die der Kunde selbst erstellt oder die er fertig verdrahtet und installiert von uns oder von unseren Partnern geliefert bekommt.“

Das rechnet sich für Kunden

Schneider will auf jeden Fall beim Projektgeschäft das Engineering-Know-how im eigenen Haus behalten. Wenn der Kunde es wünscht, gibt es auch die Möglichkeit, dass Schneider die Alleinverantwortung für ein Projekt übernimmt. Jean-Marie Amann ist sich sicher: „Das rechnet sich für den Kunden durchaus!“

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