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Kommentar Friedhelm Loh zu Bitkom? Keine schlechte Idee

| Redakteur: Robert Weber

Die ersten Meldungen kamen am Tag der Arbeit. Die Wirtschaftswoche berichtete, dass Friedhelm Loh (Rittal, Eplan) neuer Bitkom-Chef werden soll. Der gelernte Starkstromelektriker und ehemalige ZVEI-Präsident soll den IT-Verband führen. Das wäre eine gute Wahl.

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(Bild: Friedhelm Loh Group)

Das Magazin berichtet weiter, dass Loh auserwählt wurde, nachdem andere Manager und Unternehmer aus den Reihen der Bertelsmann-Gruppe, der Software AG und von GFT Technologies, die Präsidentschaft als zu arbeitsintensiv abgelehnt hatten. Aber Loh wäre keine Notlösung. Ganz im Gegenteil.

Loh bringt Industrieerfahrung mit – nicht unbedingt aus der IT-Welt, sondern aus der produzierenden Industrie. Unterschiedlichste Branchen setzen auf Schaltschränke aus Herborn. Er baute selber erfolgreiche Unternehmen auf, deren Produkte dank IT immer intelligenter wurden. Zuletzt präsentierte seine Firma Rittal auf der Hannover Messe ein Schaltschrankkühlgerät, das über ein Smartphone gesteuert werden kann.

Solche Entwicklungen sind wichtig für die gesamte deutsche Industrie, die IT-Unternehmen und für die Verbände, die sich bei der Produktion der Zukunft nicht immer einig sind. Die Bitkom-Vertreter wissen, in Zukunft müssen sich noch intensiver mit dem ZVEI und dem VDMA zusammenarbeiten, auch wenn ITler und Ingenieure nicht immer die gleiche Sprache sprechen. Loh könnte der Übersetzer sein. Das gemeinsame Ziel heißt Industrie 4.0. Loh kennt die Thematik bestens, kann zwischen IT- und Maschinenbau-Welt vermitteln, erklären und kann Gesicht der deutschen Industrie 4.0-Initiative werden. Er genießt großes Ansehen in der Elektroindustrie, in der Politik, aber auch unter den Maschinenbauern – den Kunden der Bitkom-Mitglieder. Die mögliche Wahl kommt zwar für manche Branchenkenner überraschend, bietet den Mitgliedsunternehmen aber neue Chancen.

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