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Hannover Messe 2016 Fünf Unternehmen für den Hermes Award nominiert

| Redakteur: Katharina Juschkat

Eine unabhängige Jury hat fünf Unternehmen für den Hermes Award 2016 nominiert. Auf der Eröffnungsfeier der Hannover Messe werden die fünf Nominierten vorgestellt und im Anschluss wird Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung den Gewinner bekanntgeben.

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Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat fünf Unternehmen für den Hermes Award 2016 nominiert.
Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat fünf Unternehmen für den Hermes Award 2016 nominiert.
(Deutsche Messe)

„Der Hermes Award ist der weltweit bedeutendste Innovationspreis für die Industrie“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe. Die fünf Besten werden in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama geehrt. „Damit ist allen nominierten Unternehmen, insbesondere aber dem Gewinner, große Aufmerksamkeit sicher.“

„Der Award ist der internationale Oscar für Ingenieure, für den in diesem Jahr 40 % der Bewerbungen aus dem Ausland kamen“, sagt Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). „Viele Firmen haben sich aus dem Partnerland USA beworben, und die meisten Einreichungen beschäftigten sich mit den Themen Industrie 4.0 und Energiesysteme der Zukunft.“ Unter dem Vorsitz von Prof. Wolfgang Wahlster hat die Jury jetzt die fünf nominierten Unternehmen für den Hermes Award 2016 bekanntgegeben.

Nominierte Unternehmen für den Hermes Award 2016

Block Transformatoren-Elektronik, Verden: Das nominierte Produkt Easy-B ist ein Ein-Kanal-Schutzschaltersystem, das Steuerspannungen bedarfsgerecht bis zu einem Gesamtstrom von 80 A absichern kann. Die Kanäle adressieren sich beim Einschalten automatisch. Damit entfällt ein zusätzlicher Arbeitsschritt zur manuellen Adressvergabe. Alle Funktionsbausteine und elektrischen Verbindungsstellen sind in einem Basisgehäuse vorhanden. Die Parametrisierung des Systems erfolgt über den Leitrechner, Änderungen sind jederzeit möglich. Easy-B reagiert schon auf 5 % Überstrom und begrenzt den Ausgangsstrom auf diesen Pegel. Die Kombination von schmaler Baubreite, hoher Stromtragfähigkeit, automatischer Adressierung und zusätzlicher Einschaltfunktion überzeugte die Jury.

DDM Systems, Atlanta, USA: Das Spin-off-Unternehmen der Georgia-Tech-Hochschule hat sich mit einem additiven Fertigungsverfahren für Keramik beworben. Das nominierte Produkt Lamp System CPT6060 verkürzt den Prozess des Feingießens um 7 von 12 Prozessschritten. Die Jury war von der hohen Zahl von über 2 Millionen parallelen UV-Lichtstrahlen bei der Photopolymerisation und der damit erzeugten hohen Genauigkeit von 10 µm bei großen Abmessungen der Keramikformen bis zu 600 mm3 × 600 mm3 × 450 mm3 beeindruckt. Das nominierte Produkt erzeugt im 3D-Druckverfahren genaue Integral-entkernte Schalenformen direkt aus digitalen Datensätzen. Damit sind Rapid Prototyping und Serienfertigung in einer Anlage möglich. Mit diesem Hightech-Verfahren können laut Unternehmen die bisherigen Herstellungskosten um 60 % reduziert werden.

Harting IT Software, Espelkamp: Das nominierte Produkt Mica ist eine offene und modulare Plattform, ein zentraler Baustein aus eingebetteter Hardware und Software für die Industrie 4.0. Durch eine Kombination aus Linux-Technologien kann der Mini-Computer Feldgeräte virtualisieren. Auch vom Anwender ergänzbare Hardwarekomponenten kommunizieren per USB, und Mica kann über Power-Over-Ethernet betrieben werden. Jede Mica hat einen TPM-Chip und unterstützt SSL und VPN, sodass eine sichere Authentifizierung und Kommunikation für die Mica-Module unterstützt werden. Die Jury war auch vom Konzept der leichtgewichtigen Virtualisierung durch Linux-Container beeindruckt. Mit der Plattform können bereits existierende Maschinen und Anlagen mit Intelligenz versehen werden – damit kann für viele mittelständische Unternehmen der Eintritt in die Industrie-4.0-Welt möglich werden.

ITM Power, South Yorkshire, Großbritannien: Bei dem nominierten Projekt handelt es sich um eine kompakte Anlage zur bedarfsorientierten und anpassbaren Produktion von Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse (Power-to-Gas). Dabei wird Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff beziehungsweise Methan umgewandelt und kann dann entweder zum Betanken entsprechender Fahrzeuge verwendet oder aber als Methan in das Erdgasnetz eingespeist werden. Durch das kompakte Design kann die Anlage verbrauchernah aufgestellt werden. Beeindruckend für die Jury waren neben einem Eigendruck von 80 bar und den kompakten Abmessungen auch der hohe Systemwirkungsgrad von 72 % und die kurze Anfahrtzeit von unter einer Sekunde. Das Projekt kann damit sowohl einen Beitrag zur Stabilisierung der Netze als auch zur wasserstoffbasierten Elektromobilität leisten.

J. Schmalz, Glatten: Bei dem nominierten Produkt VSi handelt es sich um einen Vakuum- und Druckschalter, der sowohl mit der IO-Link-Technologie als auch mit der NFC-Technologie ausgestattet ist. Der Anwender soll somit direkt mit mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones alle wichtigen Daten ablesen und einstellen können. Damit können Produktionsprozesse unmittelbar vor Ort verbessert oder effizienter gestaltet werden. Auch Fehler können schneller diagnostiziert, analysiert und letztendlich behoben werden. Der modulare Schalter ist eine Industrie-4.0-fähige Komponente und leistet einen wesentlichen Beitrag zur vorausschauenden Wartung und zur Visualisierung wichtiger Prozessdaten auf einem kabellos verbundenen Comsumer-Gerät.

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