Not-Halt-Geräte

Für jede Anwendung den richtigen Not-Halt

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Ein Not-Halt-Gerät besteht – einfach dargestellt – aus einem roten Taster, dem sogenannten Pilzknopf, und einem Kontaktgeber, der mit der elektrischen Steuerung der Anlage verbunden ist. Wird der Pilzknopf in einer Notsituation betätigt, führt dies zum Öffnen der Kontaktbrücke im Kontaktgeber. Die elektrische Steuerung erkennt das Öffnen als Not-Halt-Signal und fährt die Anlage sofort in den sicheren Zustand. Durch das Betätigen wird der Pilzknopf zusätzlich verriegelt und kann, je nach Ausführung, durch Drehen, Schlüsselentriegelung oder Ziehen entriegelt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anlage solange im sicheren Zustand verbleibt, bis der Schaden oder die Gefahr beseitigt wurde.

Not-Halt Geräte sind ein wichtiger Sicherheitsaspekt für Mensch und Maschine. Daher soll der korrekte Gebrauch und die Funktionalität durch verschiedene Maßnahmen sicher gestellt werden: Um das versehentliche Auslösen eines Not-Halt durch Unachtsamkeit zu verhindern, muss zuerst ein gewisser Druckwiderstand überwunden werden, bevor dieser komplett durchgedrückt werden kann und einrastet. Zusätzlich lässt sich der Zustand eines Not-Halt über eine Schaltstellungsanzeige erkennen.

Redundantes System mit zweitem Öffner-Kontakt

Will man das Abschalten von Anlagen oder Maschinen durch Not-Halt Geräte zuverlässiger machen, kann man durch einen zweiten Öffner-Kontakt ein redundantes System erzeugen. Das Signal zum Anhalten erfolgt auch dann, wenn einer der beiden Kontakte wegen eines elektrischen Fehlers (z.B. Leitungsunterbrechung, Kurzschluss) den neuen Zustand nicht signalisieren kann.

Selbstüberwachende Not-Halt-Geräte schließen Sicherheitslücke

Aber diese Sicherheitsmaßnahme versagt, wenn das Not-Halt Gerät unsachgemäß montiert oder beschädigt wurde und der Pilzknopf nicht richtig mit dem Kontaktgeber verbunden ist. Das Betätigen der Not-Halt Taste hat dann keine Auswirkung mehr auf den Kontaktgeber und bleibt wirkungslos.

Um auch diese Sicherheitslücke zu schließen, gibt es die selbstüberwachenden Not-Halt-Geräte von Schlegel. Die Selbstüberwachung erfolgt über einen zusätzlichen Schließerkontakt. Ist der Pilztaster korrekt mit dem Kontaktgeber verbunden, ist auch die Verbindung zur elektrischen Steuerung vorhanden. Geht diese Verbindung zwischen Pilzknopf und Kontaktgeber jedoch verloren, verhält sich das Not-Halt-Gerät ähnlich einem Betätigen der Not-Halt-Taste und löst das Signal zum Anhalten der Anlage aus.

Selbstüberwachung bedeutet daher: Sind Pilzknopf und Kontaktgeber nicht korrekt miteinander montiert, lässt sich das System nicht in Betrieb nehmen oder schaltet ab, wenn beide im laufenden Betrieb, z.B. durch abschlagen, getrennt werden.

Not-Halt-Tasten signalisieren aktiven und inaktiven Zustand

Um das Verwechseln von aktiven/inaktiven Not-Halt Betätigern zu verhindern, mussten bis vor kurzem inaktive Not-Halt durch Wegschließen oder Abdecken unkenntlich gemacht werden, sobald das zum Not-Halt gehörende Bedienpanel oder Anlagenteil nicht mehr mit dem Gesamtsystem verbunden war. Mit der neuen EN ISO 13850:2015 können Not-Halt-Tasten den aktuellen Betriebszustand nun auch durch entsprechende Beleuchtung anzeigen.

Um die Arbeitssicherheit zu erhöhen und inaktive Not-Halt besser erkennen zu können, hat Schlegel Not-Halt-Tasten entwickelt, die den aktiven und inaktiven Zustand nach diesem Prinzip signalisieren können. Der Pilzknopf bei den neuen aktiv/inaktiv Not-Halt-Betätigern wird nicht mehr rot eingefärbt, sondern besteht aus einem halbtransparenten Grauton. Durch die Transparenz kann der Pilz im aktiven Zustand rot beleuchtet werden und ist dadurch eindeutig als funktionierender Not-Halt erkennbar. Ist der Not-Halt inaktiv, bleibt der Schaltknopf unbeleuchtet und grau. Das versehentliche Betätigen eines scheinbar aktiven Not-Halt soll somit im Notfall vermieden werden, da dieser nicht mehr als Not-Halt wahrgenommen wird.

Zur Verfügung stehen derzeit Varianten mit Flachsteck- und Printanschluss für Einbauöffnungen mit Ø 16,2 mm oder Ø 22,3 mm. Auf Kundenanfrage entwickelt das Unternehmen auch individuelle Lösungen, z.B. Komplettsysteme bestehend aus Bedientableau und Not-Halt.

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